So lief der Einbruch in der Sparkasse Gelsenkirchen ab

Einbruch in Sparkasse in Gelsenkirchen-Buer entdeckt
Der oder die Täter haben von einem Raum (Foto) ein großes Loch gebohrt, um in den Tresorraum zu gelangen. Foto: Polizei Gelsenkirchen

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Münster. Nach dem schweren Einbruch in eine Filiale der Sparkasse Gelsenkirchen im Stadtteil Buer haben Polizei und Staatsanwaltschaft den Tatablauf schrittweise rekonstruiert. Auch wenn zentrale Fragen weiter offen sind, lässt sich auf Grundlage der bisherigen Ermittlungen nachvollziehen, wie die Täter vorgingen und warum der Einbruch über Tage unentdeckt blieb. Die Polizei Gelsenkirchen spricht von einer außergewöhnlich professionell vorbereiteten Tat mit hohem logistischem Aufwand.

Zugang zum Gebäude während der Schließzeit

Gesichert ist, dass die Täter ein Zeitfenster nutzten, in dem das Kundencenter über mehrere Tage geschlossen war. In diesem Zeitraum verschafften sie sich Zugang zu dem Gebäudekomplex. Nach bisherigem Ermittlungsstand nutzten sie dafür das benachbarte Parkhaus Marientor, von dem aus ein direkter Übergang zur Tiefgarage der Sparkasse besteht. Dieser Zugang ermöglichte es den Tätern, mit Fahrzeugen in den inneren Sicherheitsbereich des Gebäudes zu gelangen, ohne öffentliche Flächen zu betreten.

Wie genau die Einfahrt in die Tiefgarage überwunden wurde, ist weiterhin Gegenstand der Ermittlungen. Fest steht jedoch, dass die Täter diesen Weg gezielt nutzten und offenbar über detaillierte Kenntnisse der baulichen Gegebenheiten verfügten. Hinweise auf gewaltsam überwundene Schranken oder Rolltore liegen bislang nicht öffentlich vor.

Bewegung durch die Kellerräume bis zum Tresorbereich

Von der Tiefgarage aus bewegten sich die Täter durch mehrere Kellerräume in Richtung Tresor. Nach Angaben der Polizei mussten dabei mehrere Türen passiert werden. Auffällig ist, dass auf diesem Weg offenbar keine Alarmsysteme ausgelöst wurden. Bewegungsmelder oder Kameras, die ein sofortiges Eingreifen ausgelöst hätten, spielten nach bisherigem Kenntnisstand keine Rolle.

Die Ermittler gehen davon aus, dass die Täter gezielt einen Archivraum ansteuerten, der unmittelbar an den Tresorraum mit den Schließfächern grenzt. Dort bohrten sie ein großes Loch durch eine Stahlbetonwand. Die Größe des Durchbruchs war ausreichend, um den Tresorraum zu betreten. Fachleute gehen davon aus, dass dabei spezielles Bohrgerät eingesetzt wurde, das vergleichsweise geräuscharm arbeitet.

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Erste Alarme ohne Entdeckung der Tat

Ein zentraler Punkt der Rekonstruktion ist ein Brandalarm, der bereits rund zwei Tage vor der Entdeckung des Einbruchs ausgelöst wurde. Feuerwehr und Polizei rückten damals an, stellten von außen jedoch keine Auffälligkeiten fest und beendeten den Einsatz. Warum der Alarm ausgelöst wurde, ist bislang ungeklärt. Ebenso wird untersucht, ob und inwieweit dieser Einsatz Einfluss auf den weiteren Tatverlauf hatte.

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Erst ein erneuter Alarm in den frühen Morgenstunden des darauffolgenden Montags führte dazu, dass Einsatzkräfte das Gebäude umfassend durchsuchten. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Täter den Tatort bereits verlassen. Die Polizei betont, dass die Abläufe dieses ersten Einsatzes Teil der laufenden Ermittlungen sind.

Aufbruch der Schließfächer und Abtransport der Beute

Im Tresorraum brachen die Täter nahezu alle Schließfächer auf. Nach Angaben der Sparkasse blieben nur wenige unversehrt. In den Fächern lagerten Bargeld, Schmuck, Edelmetalle und weitere Wertgegenstände. Die Schadenssumme wird nach derzeitigem Stand auf einen hohen zweistelligen Millionenbetrag geschätzt. Eine abschließende Bewertung ist noch nicht möglich, da nicht alle Betroffenen ihre Verluste gemeldet haben.

Der Abtransport der Beute erfolgte mutmaßlich ebenfalls über das Parkhaus. Überwachungskameras zeigen Fahrzeuge, die in zeitlichem Zusammenhang mit der Tat das Parkhaus verlassen. Die Kennzeichen waren nach Polizeiangaben manipuliert oder gestohlen. Hinweise auf die Täter liegen derzeit in Form von Bildmaterial vor, das für eine Öffentlichkeitsfahndung genutzt wird.

Flucht und laufende Ermittlungen

Nach bisherigem Kenntnisstand konnten die Täter den Tatort unentdeckt verlassen. Hinweise darauf, dass Spuren gezielt beseitigt wurden, werden von den Ermittlern geprüft. Die Polizei wertet weiterhin Videoaufnahmen, Datenträger und weitere Beweismittel aus. Ziel ist es, den Tatablauf vollständig zu klären und mögliche Beteiligte zu identifizieren.

Die Ermittlungen dauern an. Polizei und Staatsanwaltschaft betonen, dass trotz der bereits rekonstruierten Abläufe zahlreiche Fragen offen sind – insbesondere zur Vorbereitung der Tat und zu möglichen Unterstützern.

Rekonstruierter Ablauf des Einbruchs in der Sparkasse Gelsenkirchen
Zeitpunkt / Phase Gesicherte Erkenntnisse Offene Punkte / Ermittlungsstand
Vor Weihnachten 2025 Das betroffene Kundencenter der Sparkasse Gelsenkirchen in Buer war über mehrere Tage rund um Weihnachten geschlossen. Wann die Täter erstmals in den Gebäudekomplex eindrangen, ist nicht öffentlich bekannt.
Während der Schließzeit Die Täter verschafften sich Zugang zum Gebäudekomplex. Nach dem bisherigen Stand nutzten sie das benachbarte Parkhaus Marientor mit Übergang zur Sparkassen-Tiefgarage. Wie Schranken/Rolltore/Zugangssysteme überwunden wurden, ist Teil der Ermittlungen.
Bewegung im Gebäude Von der Tiefgarage aus bewegten sich die Täter durch mehrere Kellerräume in Richtung Tresorbereich, ohne dass bekannte Alarmsysteme die Tat stoppten. Ob und welche Sicherungstechnik vorhanden war bzw. weshalb keine Alarmierung erfolgte, ist offen.
Bohrung zum Tresorraum In einem Archivraum wurde ein großes Loch durch eine Stahlbetonwand in den Tresorraum gebohrt; der Durchbruch war groß genug, um hindurchzusteigen. Welche konkrete Technik/Bohrgeräte eingesetzt wurden, ist nicht offiziell bestätigt.
Erster Brandalarm Bereits rund zwei Tage vor der Entdeckung löste ein Brandalarm aus. Polizei und Feuerwehr rückten an, stellten von außen jedoch keine Auffälligkeiten fest und beendeten den Einsatz. Ursache des Alarms und der genaue Einsatzablauf werden ermittelt.
Aufbruch der Schließfächer Im Tresorraum wurden laut Sparkasse rund 95 % der mehr als 3.000 Schließfächer gewaltsam geöffnet. Warum nicht alle Fächer geöffnet wurden (Zeitdruck/andere Gründe), ist ungeklärt.
Beute / Schaden In den Fächern lagen Bargeld, Schmuck, Edelmetalle und weitere Wertgegenstände. Die Beute wird im hohen zweistelligen Millionenbereich vermutet. Eine endgültige Schadenssumme steht aus, weil noch nicht alle Betroffenen Verluste gemeldet haben.
Abtransport Der Abtransport erfolgte nach bisherigem Stand ebenfalls über das Parkhaus; Videoaufnahmen zeigen Fahrzeuge im zeitlichen Zusammenhang. Wie viele Fahrten es gab und welche Logistik dahinterstand, ist offen.
Flucht Die Täter verließen den Tatort unentdeckt. Aufnahmen zeigen maskierte Personen; Kennzeichen sollen manipuliert oder gestohlen gewesen sein. Identitäten der Täter sind bislang nicht bekannt.
Entdeckung der Tat Ein erneuter Alarm am frühen Montagmorgen führte zur Durchsuchung. Dabei wurde der Einbruch festgestellt. Zu diesem Zeitpunkt waren die Täter bereits verschwunden.
Nach der Tat Die Polizei sicherte Spuren, wertet Videoaufnahmen aus und ermittelt weiter. Ermittlungen zu möglicher Unterstützung/Vorwissen dauern an.

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