
Am Donnerstag, 2. Juli 2026, zeigt das ZDF um 22:15 Uhr den Film „Flucht aus Lissabon“. Die späte Sendezeit deutet auf einen anspruchsvollen historischen Stoff hin — Lissabon spielt in vielen Erzählungen aus dem 20. Jahrhundert eine besondere Rolle. Während des Zweiten Weltkriegs war Portugal offiziell neutral und die Hauptstadt am Tejo ein zentraler Umschlagplatz für Flüchtende, Diplomaten, Agenten und Kunstschätze. Aus dieser Konstellation heraus haben Film und Fernsehen immer wieder Stoffe geschöpft, in denen sich Rettungsversuche, Verrat, Warten und Grenzen des Möglichen verdichten.
Lissabon war während des Zweiten Weltkriegs eine der wenigen europäischen Städte, in der Menschen aus dem besetzten Europa die Chance hatten, in Sicherheit zu gelangen. Über den Hafen und den kleinen Flughafen liefen Schiffs- und Flugverbindungen in die USA und nach Südamerika. Für viele Verfolgte war die Stadt eine letzte Zwischenstation. Diese Ausgangslage bildet den Rahmen für einen Stoff wie „Flucht aus Lissabon“ — Menschen mit unterschiedlicher Herkunft treffen dort aufeinander: jüdische Familien, politisch Verfolgte, Diplomaten, Journalisten, aber auch Geheimdienste der Kriegsparteien.
Ein Film mit dem Titel „Flucht aus Lissabon“ verspricht ein Kammerspiel unter Zeitdruck. Typisch für Stoffe dieser Art ist die Zuspitzung auf wenige Figuren, die sich gegenseitig brauchen und misstrauen: Eine Person besitzt Papiere, eine andere Geld, eine dritte Kontakte zu einem Schiff. Jede Verzögerung bringt Gefahr. Solche Filme leben von der Frage, wie weit man geht, um sich und andere zu retten, und was das mit den Beteiligten macht. Die späte ZDF-Sendezeit spricht für einen erzählerisch dichten Film, der sich nicht als klassischer Feierabendkrimi versteht.
Die Rettungswege über Lissabon sind in Erinnerungsliteratur und Sachbüchern gut dokumentiert. Bekannt sind etwa die Fluchtrouten über Marseille, die Pyrenäen, Spanien und schließlich Portugal. Historische Figuren wie der portugiesische Generalkonsul Aristides de Sousa Mendes stellten tausende Visa aus und retteten damit vielen das Leben. Der amerikanische Diplomat Varian Fry und das Emergency Rescue Committee organisierten die Ausreise von Künstlerinnen, Wissenschaftlern und politisch Verfolgten. Solche Vorbilder sind seit Jahrzehnten Grundlage für Bücher und Verfilmungen, die die Fluchtroute über Lissabon nachzeichnen.
Filme, die in Lissabon während des Zweiten Weltkriegs spielen, bewegen sich meist zwischen mehreren Genres. Sie sind Drama, weil sie Menschen in einer existenziellen Grenzsituation zeigen. Sie sind Politthriller, weil Geheimdienste, Verrat und Kontrolle eine Rolle spielen. Und sie sind historischer Film, weil sie eine Zeit dokumentieren, die für das kollektive europäische Gedächtnis prägend ist. Für Zuschauerinnen und Zuschauer, die sich für diese Zeit interessieren, sind solche Filme nicht nur Unterhaltung, sondern auch Anlass, sich mit realen Fluchterfahrungen zu beschäftigen.
Für die genaue Besetzung, Regie und Erstausstrahlung des heute im ZDF gezeigten Films lohnt sich der Blick in die aktuelle ZDF-Programmvorschau. Handelt es sich um eine Erstausstrahlung, so wird das ZDF den Film dort ausdrücklich als „TV-Premiere“ führen. Bei einer Wiederholung wird eine frühere Ausstrahlung genannt. Die Besetzung, die Regie sowie das Drehbuch sind auf der Sendungsseite hinterlegt. Für den seriösen redaktionellen Umgang gilt: Namen und Details sollten nur genannt werden, wenn sie durch die offizielle ZDF-Angabe belegt sind, um Verwechslungen mit anderen Filmen zu vermeiden, die ebenfalls mit Lissabon-Bezug produziert wurden.
Wer sich auf einen Lissabon-Film einlässt, kann sich auf eine der visuell reizvollsten Städte Europas freuen. Die engen Gassen der Alfama, die Trams der Linie 28, der Tejo, die Belém-Uferpromenade, der Bahnhof Rossio und die Uhrentürme im Baixa-Viertel sind wiederkehrende Motive vieler Produktionen. Für Filme, die im Zweiten Weltkrieg spielen, sind besonders der Hafen, die Konsulate und die kleinen Hotels wichtig, in denen sich Flüchtende, Konsuln und Agenten begegneten. Auch Cascais, Estoril und der berühmte Kurhausbereich mit Casino spielen in dieser Zeit historisch eine Rolle.
Der Sendeplatz um 22:15 Uhr passt zur Erzählform. Filme, die eine bedrückende historische Realität in Kammerspielform verdichten, brauchen die Konzentration eines späten Abends. Für Zuschauerinnen und Zuschauer, die sich für die europäische Geschichte des 20. Jahrhunderts interessieren, ist „Flucht aus Lissabon“ damit eine Einladung, sich ohne Ablenkung auf das Thema einzulassen. Wer die Sendung verpasst, findet den Film in aller Regel für einige Zeit in der ZDFmediathek, ergänzt durch Hintergrundinformationen der Redaktion zu Stoff, Besetzung und historischer Grundlage.
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