
Ein Brand auf einem Campingplatz in Frankreich hat an der Mittelmeerküste zu massiven Evakuierungen und schweren Sachschäden geführt. Das Feuer brach am Donnerstag, 2. Juli 2026, nahe dem Campingplatz Le Sainte-Marie in Sainte-Marie-la-Mer im Département Pyrénées-Orientales aus. Nach Angaben französischer Regionalmedien und unter Berufung auf die Präfektur griffen die Flammen auf die Campingplätze Le Brasilia und Le Marina sowie auf den nautischen Industriekomplex Catana in Canet-en-Roussillon über.
Der Brand entstand nach den bisher vorliegenden Angaben am frühen Donnerstagnachmittag in der Nähe des Campingplatzes Le Sainte-Marie. Durch starken Wind breitete sich das Feuer schnell aus. Die Flammen überquerten den Fluss Têt und erreichten Bereiche von Canet-en-Roussillon. Betroffen waren neben den Campinganlagen auch Teile des Hafenumfelds und der Industriezone, in der das Unternehmen Catana Katamarane herstellt.
Am Freitagmorgen meldete die Präfektur nach übereinstimmenden Medienberichten, dass der Vegetationsbrand fixiert sei. Das bedeutet, dass er sich nicht weiter ausbreitete. Der Industriebrand im Bereich Catana galt demnach als eingegrenzt, blieb aber unter Beobachtung. Mehrere Glutnester wurden weiter kontrolliert.
Nach den aktuell belastbaren Angaben wurden rund 1.700 Camper aus den betroffenen Anlagen Le Sainte-Marie, Le Marina und Le Brasilia evakuiert. Darunter waren auch zehn Menschen mit eingeschränkter Mobilität. Zusätzlich wurden Beschäftigte aus dem Industriegebiet in Sicherheit gebracht. Für Evakuierte wurden Aufnahmeorte in Sainte-Marie-la-Mer, Canet-en-Roussillon, Le Barcarès und Torreilles eingerichtet.
Mehrere Menschen wurden leicht verletzt. Genannt werden sechs Zivilpersonen, darunter ein Kind. Außerdem wurden Einsatzkräfte behandelt, darunter Feuerwehrleute sowie kommunale Polizeikräfte mit leichten Rauchgasvergiftungen. Hinweise auf Todesopfer lagen zunächst nicht vor.
Der materielle Schaden ist erheblich. Nach Angaben, die französische Medien unter Berufung auf die Präfektur veröffentlichten, wurden 281 Bungalows zerstört. 483 weitere konnten durch den Einsatz der Feuerwehr gerettet werden. Besonders stark betroffen war demnach der Campingplatz Le Brasilia in Canet-en-Roussillon.
Auch das Industrieunternehmen Catana wurde getroffen. Zwei Gebäude wurden zerstört. Ein für die Produktion wichtiger Gebäudeteil konnte nach Angaben der Behörden durch Feuerwehrkräfte geschützt werden. Insgesamt wurden im Bereich des nautischen Gewerbegebiets rund 900 Beschäftigte evakuiert.
Zur Brandursache lagen bis Freitag keine gesicherten Angaben vor. Die Behörden verwiesen auf die außergewöhnlich schwierigen Bedingungen. In der Region herrschten Hitze, Trockenheit und starker Tramontane-Wind. Diese Faktoren begünstigten die schnelle Ausbreitung des Feuers, erklären aber nicht automatisch den Auslöser. Eine konkrete Ursache wurde zunächst nicht offiziell bestätigt.
Der Brand auf dem Campingplatz in Frankreich steht zugleich im Zusammenhang mit einer angespannten Waldbrandlage in Südfrankreich. Nach Angaben der Tagesschau unter Berufung auf Frankreichs Premierminister Sébastien Lecornu waren seit Beginn der Saison landesweit rund 7.000 Feuer ausgebrochen, etwa 8.700 Hektar Fläche seien bereits verbrannt. Lecornu ordnete die Lage als angespannt ein.
Die lokalen Behörden forderten die Bevölkerung auf, den betroffenen Bereich zu meiden und Rettungswege freizuhalten. Die RD81 zwischen Canet-en-Roussillon und Saint-Laurent-de-la-Salanque blieb nach regionalen Berichten gesperrt. Gendarmeriepatrouillen sollten evakuierte Bereiche sichern und zurückgelassene Gegenstände schützen.
Für die Betroffenen wurde in Canet-en-Roussillon eine zentrale Anlaufstelle eingerichtet. Dort sollten medizinische Teams, psychologische Unterstützung, Zivilschutzverbände und Vertreter der Campingbranche helfen. Im Mittelpunkt standen zunächst Unterbringung, Versicherungsfragen und die Rückkehr zu persönlichen Gegenständen.
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