
Die Verbraucherpreise in Deutschland sind zuletzt langsamer gestiegen. Nach der aktuellen Schätzung des Statistischen Bundesamtes lag die Inflationsrate im Juni 2026 bei 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Im Mai hatte sie noch 2,6 Prozent betragen. Gegenüber dem Vormonat Mai sanken die Verbraucherpreise nach vorläufigen Angaben um 0,3 Prozent. Eine eigenständige Inflationsrate für Juli 2026 liegt derzeit noch nicht vor.
Energie lag im Juni weiterhin über dem Niveau des Vorjahres, der Anstieg fiel aber deutlich schwächer aus als in den Monaten zuvor. Destatis beziffert die vorläufige Energie-Teuerung auf 3,4 Prozent. Im Mai waren es 6,6 Prozent, im April 10,1 Prozent. Damit dämpfte die Energieentwicklung die Gesamtinflation im Juni spürbar. Nahrungsmittel verteuerten sich nach der Schätzung nur um 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat und lagen damit ebenfalls unter der Gesamtinflation.
Die Kerninflation zeigt ein stabileres Bild. Ohne Nahrungsmittel und Energie lag die Inflationsrate im Juni nach vorläufigen Destatis-Zahlen bei 2,5 Prozent. Sie blieb damit auf dem Niveau des Mai. Die Bundesbank weist für den HVPI ohne Energie und Nahrungsmittel ebenfalls eine Kernrate von 2,5 Prozent aus, nach 2,6 Prozent im Mai. Das zeigt: Der Rückgang der Gesamtinflation erklärt sich stärker über Energie und Waren als über eine breite Entspannung aller Preisbereiche.
Für die Geldpolitik ist nicht die deutsche Inflationsrate allein entscheidend, sondern der Harmonisierte Verbraucherpreisindex im gesamten Euroraum. Die Europäische Zentralbank strebt mittelfristig eine Inflationsrate von 2 Prozent an. Nach der EZB-Strategie sollen Abweichungen nach oben und unten vermieden werden. Im Juni 2026 verwies die EZB zugleich auf anhaltende Inflationsrisiken und erhöhte ihre Leitzinsen um 25 Basispunkte.
Die Bundesbank rechnet in ihrer aktuellen Deutschland-Prognose für 2026 mit einer HVPI-Inflation von 2,9 Prozent. Für 2027 erwartet sie 2,7 Prozent, erst 2028 soll die Rate nach der Prognose auf 1,9 Prozent zurückgehen. Als wesentlichen Einfluss nennt die Bundesbank höhere Energiepreise und mögliche indirekte Effekte, etwa über Transportkosten. Die Prognose ist wegen der geopolitischen Lage mit Unsicherheit verbunden. Für Verbraucher bedeutet das: Die aktuelle Entlastung bei der Monatsrate ist noch kein abgeschlossenes Inflationssignal.
Die endgültigen Ergebnisse für Juni sollen laut Destatis-Veröffentlichungskalender am 10. Juli 2026 folgen. Danach richtet sich der Blick auf die Juli-Daten. Solange die Kernrate erhöht bleibt und Dienstleistungen weiter über der Gesamtinflation steigen, könnte die spürbare Entlastung im Alltag begrenzt bleiben.
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