SpaceX-Aktie hebt ab: Warum der Kurs plötzlich 16 Prozent steigt

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Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Die SpaceX Aktie hat am Freitag kräftig zugelegt und einen Teil der deutlichen Verluste der vergangenen Wochen aufgeholt. Zum US-Handelsschluss stand das Papier bei 133,11 US-Dollar und damit rund 15,9 Prozent über dem Vortag. Der unmittelbare Auslöser war weniger eine neue Raketenmission als ein Ereignis am Aktienmarkt: Nach dem Börsengang im Juni lief die erste größere Sperrfrist für Aktien von Beschäftigten und frühen Investoren aus. Statt des befürchteten Verkaufsdrucks setzte eine kräftige Gegenbewegung ein.

SpaceX ist seit Juni 2026 an der Nasdaq notiert

SpaceX ist seit dem 12. Juni 2026 ein börsennotiertes Unternehmen. Die Aktien von Space Exploration Technologies werden an der Nasdaq unter dem Kürzel SPCX gehandelt. Der Ausgabepreis beim Börsengang lag bei 135 Dollar. Der erste Kurs wurde mit 150 Dollar festgestellt, am ersten Handelstag schloss die Aktie bei 160,95 Dollar. Damit wurde SpaceX bereits zum Börsendebüt mit rund 2,1 Billionen Dollar bewertet.

Der Börsengang gehörte zu den größten der Geschichte. Zunächst wurden Aktien im Volumen von rund 75 Milliarden Dollar platziert. Einschließlich der vollständig ausgeübten Mehrzuteilungsoption flossen brutto rund 85,7 Milliarden Dollar. Der IPO bewertete SpaceX zunächst mit rund 1,77 Billionen Dollar.

Damit hat sich die Ausgangslage für Privatanleger grundlegend geändert. Vor dem IPO konnten sie SpaceX nicht einfach über eine gewöhnliche Börsenorder kaufen. Eine indirekte Beteiligung war beispielsweise über bestimmte Fonds möglich, die bereits Aktien des damals privaten Unternehmens hielten. Dazu gehörten unter anderem Fonds von Baron Capital sowie der ARK Venture Fund.

Warum die SpaceX-Aktie am Freitag so stark steigt

Der aktuelle Kursschub steht vor allem mit dem Ende einer sogenannten Lock-up-Frist in Verbindung. Solche Sperrfristen verhindern nach einem Börsengang zunächst, dass Beschäftigte, Gründer und frühe Investoren große Aktienpakete sofort auf den Markt werfen.

Seit Donnerstag dürfen bei SpaceX bis zu rund 912 Millionen zusätzliche Aktien verkauft werden. Bei insgesamt etwa 13,6 Milliarden ausstehenden Aktien wurde dadurch die Zahl der grundsätzlich handelbaren Papiere erheblich ausgeweitet. Marktteilnehmer hatten deshalb mit zusätzlichem Verkaufsdruck gerechnet. Dieser blieb zunächst deutlich geringer als befürchtet. Bereits am Donnerstag legte die Aktie zu, am Freitag beschleunigte sich die Erholung.

Hinzu kam ein freundliches Umfeld an der Wall Street. Ein überraschend schwacher US-Arbeitsmarktbericht verringerte am Freitag die Erwartungen an weitere Zinserhöhungen durch die US-Notenbank Fed und stützte insbesondere Technologieaktien.

Vom Rekordhoch zurück bis unter den IPO-Preis

Trotz des kräftigen Tagesgewinns zeigt der bisherige Kursverlauf, wie volatil die Aktie seit dem Börsengang ist. Nach dem Start bei 135 Dollar stieg der Kurs zunächst rasant. Mitte Juni erreichte SpaceX im Handelsverlauf bis zu 225,64 Dollar. Am 16. Juni schloss die Aktie bei 201,80 Dollar, was einer Börsenbewertung von rund 2,66 Billionen Dollar entsprach.

Danach drehte die Stimmung. Mitte Juli fiel der Kurs erstmals im laufenden Handel unter den Ausgabepreis. In den folgenden Wochen sank die Aktie zeitweise deutlich weiter und notierte Anfang August nur noch knapp oberhalb von 107 Dollar.

Mit dem Schlusskurs von 133,11 Dollar am Freitag liegt SpaceX nun wieder fast auf Höhe des IPO-Preises. Auf Basis von rund 13,6 Milliarden ausstehenden Aktien entspricht das rechnerisch einer Marktkapitalisierung von etwa 1,81 Billionen Dollar.

Starlink ist weiterhin der wichtigste operative Gewinnbringer

SpaceX besteht inzwischen aus deutlich mehr als dem Raketenprogramm, mit dem das Unternehmen bekannt wurde. In seiner Finanzberichterstattung unterscheidet der Konzern unter anderem zwischen den Bereichen Space, Connectivity und AI.

Der Connectivity-Bereich umfasst vor allem Starlink. Im zweiten Quartal 2026 erzielte dieses Segment 4,291 Milliarden Dollar Umsatz, 65,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der operative Gewinn stieg auf 1,656 Milliarden Dollar. Das Wachstum kam sowohl von privaten Starlink-Kunden als auch aus Geschäften mit Regierungen, Unternehmen, Luftfahrt und Schifffahrt.

SpaceX meldete zugleich, dass sich die Zahl der Starlink-Abonnenten gegenüber dem Vorjahreszeitraum ungefähr verdoppelt habe. Gleichzeitig sank der durchschnittliche Umsatz je Nutzer, unter anderem durch die internationale Expansion und günstigere Tarifmodelle.

Starship kostet Milliarden und soll das System skalieren

Der klassische Raumfahrtbereich erzielte im zweiten Quartal 962 Millionen Dollar Umsatz nach 746 Millionen Dollar ein Jahr zuvor. SpaceX verdient dort mit kommerziellen und staatlichen Starts sowie Entwicklungsprogrammen rund um Falcon 9, Falcon Heavy, Dragon und Starship Geld.

Starship ist dabei bislang vor allem ein umfangreiches Entwicklungsprojekt. Die Forschungs- und Entwicklungskosten des Raumfahrtsegments stiegen im zweiten Quartal um 383 Millionen Dollar. SpaceX führt diesen Anstieg vor allem auf höhere Produktions-, Entwicklungs- und Testkosten für Starship zurück. Der Space-Bereich verbuchte deshalb einen operativen Verlust von 542 Millionen Dollar.

Strategisch soll Starship künftig auch Starlink unterstützen. Nach Angaben aus den Börsenunterlagen könnte ein einzelner Starship-Start wesentlich mehr Satelliten in eine niedrige Erdumlaufbahn bringen als die bisherigen Systeme.

KI-Geschäft verändert die SpaceX-Bilanz

Seit der Integration von xAI ist SpaceX zudem zu einem großen Anbieter von KI-Infrastruktur geworden. Der AI-Bereich erreichte im zweiten Quartal 2,561 Milliarden Dollar Umsatz, nach 737 Millionen Dollar im Vorjahresquartal. Ein wesentlicher Teil des Anstiegs stammte aus neuen Infrastruktur- und Cloud-Verträgen.

Dieser Ausbau kostet jedoch enorme Summen. SpaceX investierte im zweiten Quartal insgesamt rund 18,4 Milliarden Dollar, davon etwa 15,8 Milliarden Dollar in KI-bezogene Infrastruktur. Genau diese hohen Investitionen hatten nach Vorlage der Quartalszahlen zunächst neue Sorgen am Aktienmarkt ausgelöst.

Insgesamt setzte SpaceX im zweiten Quartal 7,814 Milliarden Dollar um. Das waren knapp 92 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Unter dem Strich entstand dennoch ein Verlust von 541 Millionen Dollar. Das bereinigte EBITDA lag bei rund 3,5 Milliarden Dollar.

Hohe Bewertung bleibt das zentrale Risiko

Die Geschäftsentwicklung erklärt nur einen Teil der starken Kursschwankungen. SpaceX wird an der Börse weiterhin mit einem hohen Vielfachen seiner heutigen Umsätze bewertet. Bereits vor den ersten Quartalszahlen verwiesen Marktbeobachter darauf, dass für diese Bewertung über viele Jahre starkes Wachstum bei Starlink, Raumfahrt und inzwischen auch KI erforderlich ist.

Hinzu kommen erhebliche Investitionsrisiken. Beim Raumfahrtgeschäft können technische Probleme, fehlgeschlagene Tests oder regulatorische Verzögerungen Programme wie Starship zurückwerfen. Bei Starlink spielen Wettbewerb, Frequenzrechte und internationale Genehmigungen eine Rolle. Im KI-Geschäft nennt SpaceX selbst hohe Infrastrukturkosten, technologischen Wandel und die Abhängigkeit von einer vergleichsweise kleinen Zahl großer Kunden als Risiken.

Auch die Analystenbewertungen liegen weit auseinander. Morningstar hatte vor dem Börsengang einen deutlich niedrigeren modellierten Wert von 63 Dollar je Aktie errechnet und die Unsicherheit als sehr hoch eingestuft. Goldman Sachs startete die Beobachtung dagegen im Juli mit einem Kursziel von 205 Dollar. Solche Modelle beruhen auf unterschiedlichen Annahmen über Wachstum, Margen und langfristige Marktchancen und stellen keine gesicherten Unternehmenswerte dar.

Weitere Aktien könnten auf den Markt kommen

Die gerade abgelaufene Sperrfrist war zudem nur der erste Schritt. Weitere Aktienpakete von Beschäftigten und Altinvestoren sollen in den kommenden Monaten für den Verkauf freigegeben werden. Bis Dezember könnte der handelbare Anteil deutlich steigen. Elon Musks eigenes Aktienpaket unterliegt einer längeren Sperrfrist.

Damit dürfte sich die Aktionärsstruktur nach dem Rekordbörsengang noch verändern. Der Kursanstieg vom Freitag zeigt zunächst, dass der Markt die erste große Freigabe zusätzlicher Aktien besser verkraftet hat als zuvor befürchtet. Gleichzeitig notiert SpaceX trotz der starken Erholung noch deutlich unter den Höchstständen aus den ersten Tagen nach dem Börsendebüt.

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