Bill Ackman setzt Milliarden auf Microsoft: Seine Wette auf den KI-Boom

40 Millionen Euro auf dem Spiel: Fondsaffäre erreicht Westfalen-Lippe
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

Teilen:

Die Bill Ackman Microsoft Beteiligung gehört zu den auffälligsten neuen Positionen des US-Investors. Seine Investmentgesellschaft Pershing Square Capital Management meldete für Ende März 2026 insgesamt 5.654.078 Microsoft-Aktien. Ihr damaliger Marktwert lag bei rund 2,09 Milliarden Dollar. Damit entfielen etwa 15,3 Prozent des offengelegten US-Aktienportfolios auf den Softwarekonzern. Ackman hatte nach eigenen Angaben im Februar mit dem Aufbau der Position begonnen, nachdem die Microsoft-Aktie nach Quartalszahlen unter Druck geraten war.

Inzwischen ist der Aktienkurs deutlich gestiegen. Ein exakter Gewinn Pershing Squares lässt sich daraus allerdings nicht ableiten. Der durchschnittliche Kaufpreis wurde nicht veröffentlicht, zudem bilden die verpflichtenden US-Quartalsmeldungen nur eine Momentaufnahme ab. Ob Pershing Square seit Ende März Aktien hinzugekauft oder verkauft hat, ist zum Stand 8. August nicht durch eine neuere 13F-Meldung belegt.

Ackman setzt bewusst auf wenige große Beteiligungen

Bill Ackman gehört seit Jahrzehnten zu den bekanntesten Investoren an der Wall Street. Der heute von ihm geführte Investmentmanager Pershing Square Capital Management wurde 2004 gegründet. Bekannt wurde Ackman zunächst vor allem als aktivistischer Investor, der große Beteiligungen aufbaut und anschließend teilweise öffentlich Veränderungen bei Unternehmen fordert. Inzwischen stehen stärker langfristige Beteiligungen an großen, etablierten Unternehmen im Mittelpunkt.

Diversifikation im klassischen Sinne gehört dabei nicht zu seinem Ansatz. Pershing Square beschreibt selbst ein Portfolio, dessen überwiegender Teil normalerweise auf acht bis zwölf Kernpositionen verteilt ist. Gesucht werden nach eigener Darstellung Unternehmen mit hoher Qualität, wiederkehrenden Zahlungsströmen und langfristigem Wachstumspotenzial. Eine solche Konzentration kann Gewinne einzelner erfolgreicher Investments besonders stark auf das Gesamtportfolio übertragen. Das gilt allerdings genauso für Kursverluste.

Warum Ackman ausgerechnet Microsoft gekauft hat

Ackman erklärte im Mai, Pershing Square habe die Microsoft-Position nach dem Kursrückgang im Februar aufgebaut. Als Gründe für seine positive Einschätzung nannte er unter anderem Microsoft 365, das Cloudgeschäft Azure und die Chancen des Unternehmens durch künstliche Intelligenz. Zugleich finanzierte Pershing Square den Einstieg teilweise durch den Abbau seiner Beteiligung an Googles Mutterkonzern Alphabet.

Microsoft ist damit Teil einer breiteren Ausrichtung Ackmans auf große Technologiekonzerne. Zu den zuletzt öffentlich ausgewiesenen Beteiligungen von Pershing Square beziehungsweise seinen Fonds gehörten auch Amazon und Meta. Ackmans Ansatz besteht dabei nicht darin, möglichst viele Unternehmen aus dem Technologiesektor zu kaufen. Er versucht vielmehr, einzelne Großkonzerne zu Zeitpunkten zu erwerben, an denen ihre langfristigen Aussichten seiner Einschätzung nach nicht vollständig im Aktienkurs berücksichtigt sind.

Microsoft wächst mit Cloud und KI kräftig

Die jüngsten Geschäftszahlen geben der Wachstumsstory zunächst Rückenwind. Microsoft erzielte im vierten Quartal seines Geschäftsjahres 2026 einen Umsatz von 90,0 Milliarden Dollar. Das waren 18 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Nettogewinn erreichte nach US-Rechnungslegung 35,8 Milliarden Dollar. Im gesamten Geschäftsjahr stieg der Umsatz ebenfalls um 18 Prozent auf 331,8 Milliarden Dollar.

Besonders stark entwickelte sich das Cloudgeschäft. Azure und andere Cloud-Dienste steigerten ihren Umsatz im jüngsten Quartal um 43 Prozent. Der gesamte Microsoft-Cloud-Umsatz erhöhte sich auf 59,3 Milliarden Dollar. Im Gesamtjahr überschritt Azure erstmals die Schwelle von 100 Milliarden Dollar Umsatz. Zudem meldete Microsoft mehr als 30 Millionen bezahlte Plätze für Microsoft 365 Copilot. Damit kann der Konzern bereits konkrete Erlöse und Kundenwachstum rund um seine KI-Produkte vorweisen.

Der KI-Ausbau kostet Microsoft enorme Summen

Genau darin liegt zugleich eines der größten Risiken der Investmentthese. Microsoft investiert massiv in Rechenzentren, Chips, Stromversorgung und weitere Infrastruktur für Cloud- und KI-Anwendungen. Damit steigen die Erwartungen, dass aus der wachsenden Nutzung von künstlicher Intelligenz langfristig entsprechend hohe und profitable Umsätze entstehen.

Microsoft selbst nennt die erheblichen Investitionen in Cloud und künstliche Intelligenz ausdrücklich als Geschäftsrisiko. Die Rendite hängt unter anderem von Kundennachfrage, technischer Entwicklung und Wettbewerb ab. Hinzu kommen Konkurrenten wie Amazon und Google sowie weitere Anbieter von KI-Modellen und Infrastruktur. Werden Rechenkapazitäten schneller aufgebaut als sich profitable Nachfrage entwickelt, können hohe Investitionen die Kapitalrendite belasten.

Kursanstieg erhöht die Erwartungen an Microsoft

Die Microsoft-Aktie wurde zuletzt mit knapp 500 Dollar gehandelt. Das Unternehmen kommt damit auf eine Börsenbewertung von rund 3,7 Billionen Dollar. Nach den jüngsten Quartalszahlen legte die Aktie zeitweise besonders kräftig zu. Ein Teil der verbesserten Erwartungen an Azure und das KI-Geschäft ist damit bereits in die Bewertung eingeflossen.

Für Anleger verändert das die Ausgangslage gegenüber Ackmans Einstieg. Pershing Square kaufte in einer Phase, in der der Kurs zuvor deutlich gefallen war. Wer nach einem starken Anstieg einsteigt, übernimmt dieselben geschäftlichen Chancen zu einem anderen Preis. Selbst stark wachsende Unternehmen können Kursverluste erleiden, wenn ihre Ergebnisse die hohen Erwartungen des Marktes nicht erfüllen.

Was deutsche Anleger aus Ackmans Wette ableiten können

Der Einstieg eines bekannten Großinvestors kann Hinweise darauf geben, welche Unternehmen professionelle Investoren für attraktiv halten. Er ersetzt aber keine eigene Bewertung. Zudem sind die öffentlich zugänglichen 13F-Daten von US-Investmentmanagern zeitverzögert. Anleger erfahren deshalb erst Wochen nach einem Quartalsende, welche meldepflichtigen US-Wertpapiere ein Investor zu diesem Stichtag hielt.

Ackmans Microsoft-Investment ist daher keine Kaufempfehlung und auch kein Signal dafür, dass eine vergleichbare Strategie für Privatanleger geeignet wäre. Ein konzentriertes Portfolio birgt erheblich höhere unternehmensspezifische Risiken als eine breite Streuung. Auch die bisherige Entwicklung der Microsoft-Aktie erlaubt keine Prognose für die Zukunft. Frühere Kursgewinne sind kein verlässlicher Hinweis auf künftige Renditen.

Teilen:

Münster Map
Zum Aktivieren tippen
Route anzeigen

Mehr Beiträge:

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu