
Kurz vor dem Ende der Spargelsaison müssen Verbraucher für deutschen weißen Spargel wieder mehr bezahlen. Nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft lagen die Preise Anfang dieser Woche in Supermärkten je nach Sortierung bei 4,06 bis 6,29 Euro für 500 Gramm. In der Vorwoche waren es noch 3,49 bis 5,99 Euro. Damit dreht sich die Preisentwicklung zum Saisonende wieder nach oben. Die Saison läuft traditionell bis zum 24. Juni, dem Johannistag. Danach wird weißer Spargel in Deutschland üblicherweise nicht mehr gestochen, damit die Pflanzen Kraft für das Folgejahr sammeln können.
Der Preisanstieg hat vor allem mit dem knapper werdenden Angebot zu tun. Gegen Ende der Saison sinken die Erntemengen, während viele Betriebe ihre Bestände schonen müssen. Hinzu kommt, dass Spargel stark wetterabhängig ist. In diesem Jahr bremsten kühle Nächte im Frühjahr das Wachstum, später forderten heiße Tage rund um Pfingsten die Betriebe zusätzlich. Der Verband Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer beschreibt die Saison deshalb als witterungsbedingt anspruchsvoll. Auch die Produktionskosten bleiben ein zentrales Problem, während der Handel zugleich Preisdruck ausübt.
Im Saisonverlauf lagen die Verbraucherpreise für deutschen weißen Spargel überwiegend auf Vorjahresniveau. In einzelnen Wochen wurden aber höhere Werte als 2025 und auch höhere Preise als im Durchschnitt der vergangenen Jahre registriert. Mitte Mai war Spargel deutlich günstiger zu haben. Damals kosteten 500 Gramm im Supermarkt je nach Sortierung 3,49 bis 5,55 Euro, der durchschnittliche Kilopreis lag bei 8,49 Euro und damit rund fünf Prozent über dem Vorjahreswert. Drei Wochen zuvor hatte der Kilopreis noch bei 10,94 Euro gelegen.
Eine endgültige amtliche Erntemenge für 2026 liegt während der laufenden Saison noch nicht vor. Die jüngsten vollständigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen aber den strukturellen Rückgang: 2025 wurden in Deutschland 103.900 Tonnen Spargel geerntet. Das waren 3,9 Prozent weniger als 2024 und 8,5 Prozent weniger als 2015. Die gesamte Anbaufläche sank 2025 auf 22.500 Hektar. Auch die Zahl der Betriebe ging deutlich zurück, von 1.900 im Jahr 2015 auf 1.350 im Jahr 2025. Für 2026 erwartet die Branche wegen Betriebsaufgaben und Flächenreduktionen eine etwas geringere Ertragsmenge als im langjährigen Mittel.
Das Verbraucherverhalten ist stark an Wochenenden und Feiertage gebunden. Nach Angaben der Agrarmarktbeobachter steigt die Nachfrage besonders vor Feiertagen, etwa rund um den Muttertag. Insgesamt war die Nachfrage in dieser Saison solide, erreichte aber nicht in jeder Woche das Niveau der Vorjahre. Das Bundeszentrum für Landwirtschaft gibt den Pro-Kopf-Verbrauch von frischem Spargel in Deutschland für 2025 mit 1,2 Kilogramm an. Spargel bleibt damit ein wichtiges Saisongemüse, wird aber stärker preisbewusst gekauft.
International ist Spargel kein deutsches Nischenprodukt. Nach Angaben des Bundeszentrums für Landwirtschaft wurden 2024 weltweit rund 8,9 Millionen Tonnen Spargel erzeugt. Mit weitem Abstand größtes Erzeugerland ist China mit 7,8 Millionen Tonnen, dahinter folgen Peru und Mexiko. In Deutschland dominiert traditionell weißer Spargel, während global eher grüner Spargel im Vordergrund steht. Deutschland importierte 2025 zusätzlich 24.545 Tonnen Spargel, vor allem aus Spanien und Griechenland. Die heimische Saison bleibt dennoch besonders preisprägend, weil der größte Teil des deutschen Spargels zwischen Ende April und Johannistag geerntet wird.
Bis zum 24. Juni dürfte deutscher weißer Spargel weiter angeboten werden, allerdings nicht mehr in den Mengen der Hauptsaison. Für Verbraucher bedeutet das: Wer noch regionalen Spargel kaufen will, muss mit höheren Preisen rechnen als Mitte Mai. Entscheidend bleiben Sortierung, Verkaufsstelle und regionale Verfügbarkeit. Für die Betriebe zeigt die Saison erneut, wie eng Wetter, Arbeitskosten, Anbaufläche und Handelspreise zusammenhängen. Der kurzfristige Preisanstieg zum Saisonende ist deshalb weniger ein Ausreißer als Teil eines wiederkehrenden Musters bei einem stark saisonalen Produkt.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu