Japans Notenbank zieht die Zinsen auf höchsten Stand seit 1995

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Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Die Bank of Japan hat ihren Leitzins auf rund 1,0 Prozent angehoben. Der geldpolitische Beschluss fiel am Dienstag mit einer Mehrheit von 7 zu 1 Stimmen. Damit erreicht der zentrale kurzfristige Zinssatz in Japan den höchsten Stand seit 1995. Die neue Vorgabe für den unbesicherten Tagesgeldsatz gilt ab dem 17. Juni 2026. Zuvor hatte die Notenbank den Satz bei rund 0,75 Prozent gehalten.

Für die internationalen Finanzmärkte ist die Entscheidung ein deutliches Signal. Japan rückt damit ein weiteres Stück von der jahrelangen Sonderrolle ab, die das Land als letzter großer Anker für ultralockere Geldpolitik definiert hatte.

Bank of Japan setzt Zinspfad weiter nach oben

Mit der Entscheidung setzt die Bank of Japan ihre geldpolitische Normalisierung fort. Über viele Jahre stand Japan international für extrem niedrige oder sogar negative Zinsen. Nun rückt die Notenbank weiter von dieser Sonderrolle ab.

Neben dem Tagesgeldsatz steigt auch der Zinssatz auf die Einlagenfazilität für Finanzinstitute bei der Notenbank auf 1,0 Prozent. Der Basissatz für die ergänzende Kreditfazilität wird auf 1,25 Prozent festgelegt.

Inflation und Ölpreise erhöhen den Druck

Die Notenbank begründet den Schritt mit der Entwicklung von Wirtschaft, Preisen und Finanzierungsbedingungen. Japans Wirtschaft habe sich moderat erholt, auch wenn es einzelne Schwächen gebe. Gleichzeitig sieht die Bank of Japan die Inflation auf einem Niveau, das eine weitere Anpassung der Zinsen rechtfertigt.

Wichtig bleibt, ob sich Wirtschaft, Preise und Finanzierungsbedingungen entsprechend entwickeln. Zugleich verweist sie auf Unsicherheiten durch die Lage im Nahen Osten und deren mögliche Folgen für Preise, Wechselkurse und Konjunktur. Ein Ratsmitglied stimmte gegen den Beschluss, weil es die Abwärtsrisiken für Produktion und Beschäftigung höher gewichtete als die Aufwärtsrisiken bei den Preisen.

Yen und Anleihekäufe bleiben im Blick

Für internationale Anleger ist der Schritt auch wegen des Yen und des japanischen Anleihemarkts wichtig. Die japanische Währung stand zuletzt nahe der Marke von 160 Yen je US-Dollar unter Druck.

Parallel hält die Notenbank an ihrem Plan für Staatsanleihekäufe fest. Bis Anfang 2027 sollen die monatlichen Käufe grundsätzlich weiter sinken. Ab April 2027 sollen sie bei rund 2 Billionen Yen pro Monat liegen.

Ein Einschnitt nach drei Jahrzehnten

Der Zinsschritt ist für Japan mehr als eine technische Anpassung. Er markiert den nächsten Schritt aus einer langen Phase ultralockerer Geldpolitik heraus. Drei Jahrzehnte lang galt Japan als Sonderfall im internationalen Vergleich, weil die Notenbank versuchte, mit extrem niedrigen Zinsen Wachstum und Inflation zu stützen.

Mit dem nun beschlossenen Anstieg auf 1,0 Prozent verschiebt sich diese Einordnung. Das Land bewegt sich näher an die geldpolitische Normalität anderer großer Industriestaaten. Für den Yen, japanische Banken, Versicherer und Pensionsfonds entstehen damit neue Rahmenbedingungen, die auch auf die internationalen Anleihemärkte ausstrahlen können.

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