82 Tote nach Explosion in chinesischer Kohlemine: Suche nach Vermissten läuft

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Symbolbild Feuerwehreinsatz

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Bei einer Gasexplosion in der Liushenyu-Kohlemine in der chinesischen Provinz Shanxi sind nach Behördenangaben mindestens 82 Menschen ums Leben gekommen. Zwei weitere galten zunächst als vermisst, 128 Verletzte wurden medizinisch behandelt. Das Unglück ereignete sich am Freitagabend, 22. Mai 2026, um 19:29 Uhr Ortszeit in Qinyuan im Verwaltungsgebiet Changzhi. Zum Zeitpunkt der Explosion befanden sich 247 Menschen unter Tage, 35 Beschäftigte blieben unverletzt.

Die Mine gehört zur Shanxi Tongzhou Coal Coking Group. Nach Angaben der Stadt Changzhi wurden alle vier Kohleminen des Unternehmens nach dem Unglück stillgelegt. Gegen den Kontrolleur des Unternehmens und weitere Verantwortliche seien Maßnahmen ergriffen worden. Die Gasexplosion Shanxi gilt nach übereinstimmenden internationalen Berichten als schwerster Grubenunfall Chinas seit 2009, als bei einer Explosion in der Xinxing-Mine in Heilongjiang 108 Menschen starben.

Opferzahl nach ersten Meldungen nach unten korrigiert

Die Zahl der Toten war nach dem Unglück zunächst uneinheitlich gemeldet worden. Chinesische Staatsmedien hatten zunächst von mindestens 90 Toten gesprochen. Später korrigierten örtliche Behörden die Zahl auf 82. Als Grund nannten sie fehlerhafte Zählungen in der chaotischen Lage nach der Explosion sowie unklare Angaben des Unternehmens über die Zahl der Beschäftigten unter Tage. Von den 128 Verletzten wurden 124 als leicht verletzt eingestuft, zwei schwer und zwei lebensgefährlich.

Rettungskräfte kämpfen mit Gas, Wasser und unklaren Grubenplänen

Die Rettungsarbeiten gestalteten sich schwierig. Sieben Rettungs- und Sanitätsteams mit insgesamt 755 Einsatzkräften sowie 86 Rettungswagen wurden mobilisiert. Die Einsatzkräfte überwachten Gas- und Kohlenmonoxidwerte unter Tage, um weitere Gefahren zu vermeiden. Erschwerend kamen erhöhte Gaswerte, Wasser in Teilen der Grube, Einsturzgefahr sowie Pläne hinzu, die nicht mit der tatsächlichen unterirdischen Struktur übereinstimmten. Zudem trugen 103 der 247 Bergleute keine Ortungskarten, was die Rettungskoordination erheblich erschwerte.

Ermittlungen richten sich auf Sicherheitsverstöße

Die Liushenyu-Mine hat eine Jahreskapazität von 1,2 Millionen Tonnen und gilt als Hochgas-Mine. Diese Einstufung ist sicherheitsrelevant, weil Methan in Kohlebergwerken bei unzureichender Belüftung ein erhebliches Explosionsrisiko darstellt. Unklar blieb zunächst, ob technische Mängel, organisatorische Verstöße oder eine Kombination mehrerer Faktoren zur Explosion geführt haben. Die Behörden kündigten umfassende Sicherheitskontrollen im gesamten Kohlesektor an.

Unglück trifft Chinas wichtigste Kohleregion

Shanxi ist eine der bedeutendsten Kohleprovinzen Chinas und deckt nach Angaben der Associated Press mit einer Jahreskapazität von rund 1,3 Milliarden Tonnen nahezu ein Drittel der chinesischen Gesamtförderung ab. China förderte im vergangenen Jahr 4,83 Milliarden Tonnen Kohle. Chinas Staatspräsident Xi Jinping forderte maximale Rettungsanstrengungen und eine gründliche Untersuchung mit konsequenter Aufarbeitung der Verantwortlichkeiten.

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