Mercedes-Benz senkt Prognose trotz Gewinnanstieg

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Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Die Mercedes-Benz Group hat am Dienstag, 28. Juli 2026, in Stuttgart ihre Geschäftszahlen für das zweite Quartal vorgelegt. Der Autobauer steigerte das operative Ergebnis und den Konzerngewinn, obwohl der Umsatz und der weltweite Pkw-Absatz zurückgingen. Vor allem das schwierige Geschäft in China belastet den Konzern. Mercedes-Benz senkte deshalb seine Erwartungen für Umsatz und Fahrzeugverkäufe im Gesamtjahr.

Operatives Ergebnis steigt um 22 Prozent

Der Konzernumsatz erreichte von April bis Juni 32,061 Milliarden Euro. Das waren drei Prozent weniger als im Vorjahresquartal, als Mercedes-Benz 33,153 Milliarden Euro umgesetzt hatte. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern, kurz EBIT, stieg dagegen um 22 Prozent von 1,273 Milliarden auf 1,547 Milliarden Euro. Das bereinigte EBIT erhöhte sich um 16 Prozent auf 2,299 Milliarden Euro.

Unter dem Strich erzielte Mercedes-Benz einen Konzerngewinn von 1,086 Milliarden Euro. Im zweiten Quartal 2025 waren es 957 Millionen Euro gewesen. Der Gewinn nahm damit um 13 Prozent zu. Das Ergebnis je Aktie stieg von 0,95 Euro auf 1,14 Euro. Gestützt wurde das Ergebnis unter anderem durch Mercedes-Benz Vans, die Finanzdienstleistungssparte und einen positiven Effekt von 131 Millionen Euro im Zusammenhang mit dem geplanten Verkauf des Leasinganbieters Athlon.

Pkw-Sparte verliert deutlich an Ertragskraft

Im Kerngeschäft mit Personenwagen fiel das bereinigte EBIT um 26 Prozent auf 909 Millionen Euro. Die bereinigte Umsatzrendite von Mercedes-Benz Cars sank von 5,1 auf 4,0 Prozent. Die ausgewiesene Rendite lag wegen Belastungen aus chinesischen Beteiligungen sogar nur bei 0,2 Prozent. Mercedes-Benz verbuchte hierfür Wertminderungen von 704 Millionen Euro, die im Quartal allerdings keinen entsprechenden Zahlungsmittelabfluss verursachten.

Der Pkw-Absatz verringerte sich um acht Prozent auf 417.765 Fahrzeuge. Gemeinsam mit 94.075 verkauften Vans setzte Mercedes-Benz im Quartal rund 511.840 Fahrzeuge ab. In Europa stieg der Pkw-Absatz um vier Prozent, in den USA um zehn Prozent. Diese Zuwächse konnten den Einbruch in China jedoch nicht ausgleichen.

China belastet Absatz und Jahresprognose

In China verkaufte Mercedes-Benz im zweiten Quartal 98.624 Pkw. Das waren 30 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Der Konzern nennt den intensiven Wettbewerb, die schwache Nachfrage und den laufenden Modellwechsel als wesentliche Ursachen. Im chinesischen Premium- und Luxussegment verschärfen insbesondere einheimische Hersteller den Preiswettbewerb. Mercedes-Benz betont dennoch, dass der Markt und die chinesischen Kunden strategisch wichtig bleiben.

Für das Gesamtjahr erwartet Mercedes-Benz nun einen Konzernumsatz leicht unter dem Vorjahresniveau. Zuvor war das Unternehmen von einem stabilen Umsatz ausgegangen. Auch die Pkw-Verkäufe sollen leicht unter dem Wert von 2025 liegen. Die Prognose für das Konzern-EBIT bleibt dagegen unverändert: Es soll deutlich über dem Vorjahreswert liegen. Für die bereinigte Pkw-Umsatzrendite bestätigt Mercedes-Benz die Spanne von drei bis fünf Prozent.

Elektroautos wachsen trotz schwieriger Marktlage

Positiv entwickelte sich das Geschäft mit reinen Elektroautos. Mercedes-Benz Cars verkaufte 52.852 vollelektrische Fahrzeuge und damit 51 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. In Europa betrug das Wachstum 87 Prozent. Der Anteil batterieelektrischer Pkw am Gesamtabsatz stieg von 7,7 auf 12,7 Prozent. Für elektrifizierte Fahrzeuge einschließlich Plug-in-Hybriden erhöhte Mercedes-Benz seine Jahresprognose von 21 bis 23 Prozent auf 23 bis 25 Prozent.

Vorstandschef Ola Källenius erklärte, der Konzern sei trotz des anspruchsvollen Marktumfelds auf Kurs geblieben. Die Resonanz auf die neuen Modelle sei stark. In der zweiten Jahreshälfte wolle Mercedes-Benz weitere Fahrzeuge auf den Markt bringen und zugleich Kosten sowie Produktivität verbessern. Zwischen 2025 und 2027 plant der Hersteller insgesamt mehr als 40 neue oder überarbeitete Modelle.

Mercedes-Benz Aktie reagiert mit Kursplus

Die Mercedes-Benz Aktie wurde am Dienstag vor Beginn des regulären Xetra-Handels fester gehandelt. Auf Tradegate lag der Kurs um 7.48 Uhr bei etwa 46,24 Euro und damit rund 1,6 Prozent über dem dortigen Vergleichswert. In Frankfurt wurden um 7.56 Uhr 46,08 Euro festgestellt, ein Plus von rund einem Prozent. Der vorherige Xetra-Schlusskurs lag bei 45,32 Euro. Die Angaben sind frühe, teilweise zeitverzögerte Kurse und können sich im weiteren Handel deutlich verändern.

Analysten bewerteten das Zahlenwerk gemischt. Das Konzern-EBIT von rund 1,5 Milliarden Euro blieb nach Reuters knapp unter dem Visible-Alpha-Konsens von 1,6 Milliarden Euro. Jefferies hatte die Aktie Ende Juni dennoch von „Halten“ auf „Kaufen“ hochgestuft und ein Kursziel von 52 Euro genannt. Belastungsfaktoren bleiben der Preiskampf in China und die höheren US-Importzölle. Diese hatten bereits zu vorgezogenen Fahrzeugkäufen geführt und erhöhen zusammen mit Rohstoff- und Handelskosten den Druck auf die Margen.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung und keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf der Mercedes-Benz Aktie dar. Kursentwicklungen der Vergangenheit lassen keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Wertentwicklung zu.

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