Von „67“ bis „Du bist gut genug“: Das sind die Kandidaten für das Jugendwort 2026

Jugendwort 2026: Das ist der aktuelle Stand
Symbolbild: Joseph Karges

Teilen:

Die Wahl zum Jugendwort 2026 ist in die entscheidende Phase gegangen. Langenscheidt hat am Dienstag, 28. Juli 2026, die zehn Begriffe veröffentlicht, die es in die erste Abstimmungsrunde geschafft haben. Zur Auswahl stehen unter anderem englischsprachige Ausdrücke, ein türkisches Wort, ein älterer umgangssprachlicher Begriff und mehrere Trends aus sozialen Netzwerken. Ab sofort kann online darüber abgestimmt werden, welche drei Kandidaten in das Finale einziehen. Das Gewinnerwort wird im Oktober bekannt gegeben.

Jugendwort 2026 Top 10: Diese Begriffe stehen zur Wahl

Zu den auffälligsten Kandidaten gehört „67“, ausgesprochen „six seven“. Der Ausdruck besitzt keine festgelegte Bedeutung und wird als Insider-Floskel in unterschiedlichen Situationen verwendet. Verbreitet wurde er durch TikTok, Basketball-Memes und den Song „Doot Doot (6 7)“ des US-Rappers Skrilla.

„Crashout“ beschreibt einen emotionalen Kontrollverlust. Wer „Crashout geht“, verliert die Fassung, rastet aus oder reagiert übertrieben emotional. Der Ausdruck kann sowohl ernst als auch ironisch eingesetzt werden.

„Digga“ ist eine vertrauliche Anrede für einen Freund, Bruder oder Kumpel. Das Wort kann auch lediglich als Ausruf am Anfang oder Ende eines Satzes verwendet werden.

Mit „Du bist gut genug“ steht außerdem eine Liedzeile zur Wahl. Sie stammt aus einer Zusammenarbeit des Produzentenduos KitschKrieg mit Shirin David und der Band Blumengarten. Die charakteristisch gesungene Formulierung wurde in sozialen Netzwerken vielfach zitiert, verändert und parodiert.

„Gute Käse“ bedeutet sinngemäß, dass etwas besonders gut, gelungen oder „stabil“ ist. Der Ausdruck hat keinen direkten Bezug zu Käse, sondern wird als Zustimmung oder Lob benutzt.

„Macker“ bezeichnet je nach Zusammenhang einen Freund, Partner, Schwarm, Kumpel oder allgemein einen Mann. Das bereits länger bekannte Wort erlebt derzeit eine häufig ironische oder liebevolle Wiederverwendung.

Von „Peak“ bis „Süper“: Das bedeuten die weiteren Kandidaten

„Peak“ stammt aus dem Englischen und bedeutet wörtlich „Gipfel“. In der Jugendsprache beschreibt es einen absoluten Höhepunkt oder etwas, das als besonders hochwertig und gelungen bewertet wird.

„Ragebait“ bezeichnet Inhalte, die gezielt Wut und Empörung hervorrufen sollen. Dazu gehören beispielsweise provokante Behauptungen, offensichtliche Falschinformationen oder extreme Meinungen. Ziel solcher Beiträge ist häufig, möglichst viele Reaktionen, Kommentare und damit zusätzliche Reichweite zu erzielen.

„Schere“ bedeutet sinngemäß „mein Fehler“ oder „ich bin schuld“. Der Ausdruck stammt aus der Gaming-Szene und wird als Eingeständnis nach einem Fehler verwendet.

Der zehnte Kandidat ist „Süper“. Das türkische Wort bedeutet „super“ und wird als begeisterte, teilweise humorvolle Antwort verwendet. Nach Angaben von Langenscheidt wurde der Ausdruck durch ein virales Video eines Ultramarathonläufers bekannter. Darin antwortete der Läufer nach einem Rennen auf die Frage nach seinem Befinden mit „Süper“.

Die Auswahl zeigt erneut den starken Einfluss von sozialen Netzwerken, Gaming, Musik und internationalen Spracheinflüssen. Mehrere Kandidaten verbreiteten sich zunächst durch einzelne Videos, Songs oder Memes, bevor sie verstärkt in Kommentaren, Chats und Gesprächen aufgegriffen wurden.

Jugendwort Abstimmung 2026: Wo kann man abstimmen?

Die Abstimmung findet auf der offiziellen Internetseite jugendwort.de statt. Dort ist das Voting direkt eingebunden. In der ersten Runde können Teilnehmer darüber entscheiden, welche drei Begriffe aus der Top 10 in das Finale einziehen.

Grundsätzlich dürfen sowohl Jugendliche als auch Erwachsene am Online-Voting teilnehmen. Für das offizielle Ergebnis berücksichtigt Langenscheidt allerdings nur Stimmen, bei denen ein Alter zwischen 11 und 20 Jahren angegeben wurde. Eine technische Überprüfung des Alters gibt es nach Angaben des Verlages aus Datenschutzgründen nicht.

Die Jugendwort Abstimmung 2026 läuft in mehreren Stufen. Das erste Voting über die Top 10 endet am 20. August. Anschließend werden die Stimmen ausgewertet. Am 28. August veröffentlicht Langenscheidt die drei Finalisten und startet die abschließende Abstimmungsrunde.

So sieht der genaue Zeitplan der Wahl aus

Die Vorschläge für das Jugendwort konnten vom 29. Mai bis zum 16. Juli 2026 eingereicht werden. Vom 17. bis zum 27. Juli folgte die Prüfung und Auswertung durch Langenscheidt. Dabei wurden die am häufigsten eingereichten und nach Einschätzung des Verlages tatsächlich verwendeten Begriffe ausgewählt.

Das Voting über die Top 10 läuft vom 28. Juli bis zum 20. August 2026. Die Auswertung ist für den Zeitraum vom 21. bis zum 27. August vorgesehen. Das Finale mit den drei verbliebenen Begriffen beginnt am 28. August und endet am 28. September. Nach der abschließenden Auswertung soll das Jugendwort des Jahres am 10. Oktober 2026 verkündet werden.

Warum „Mehrzweckeier“ nicht zur Auswahl steht

Nicht in die Kandidatenliste zum Jugendwort 2026 aufgenommen wurde der häufig eingereichte Begriff „Mehrzweckeier“. Nach Angaben von Langenscheidt hätte er aufgrund der Zahl der Einreichungen eigentlich zu den zehn meistgenannten Vorschlägen gehört. Der Verlag schloss ihn jedoch aus, weil er auf eine organisierte Onlinekampagne zurückgehe und zugleich auf einer persönlichen Beleidigung beruhe.

Der Ausdruck entstand als Abwandlung eines gegen Bundeskanzler Friedrich Merz gerichteten Protestspruchs. Nutzer auf Reddit hatten anschließend gezielt dazu aufgerufen, „Mehrzweckeier“ als Jugendwort einzureichen. Langenscheidt sortiert nach eigenen Angaben Begriffe aus, die auf Kampagnen zurückgehen oder beleidigende, diskriminierende beziehungsweise sexistische Inhalte besitzen.

Kritik begleitet die Wahl seit Jahren

Die Wahl zum Jugendwort des Jahres wird bereits seit 2008 von Langenscheidt veranstaltet. Kritiker bemängeln seit Jahren, dass es sich zugleich um eine Marketingaktion des Verlages handele und das Ergebnis nicht repräsentativ für alle Jugendlichen sei. Jugendsprache unterscheidet sich stark nach Region, sozialem Umfeld, Alter und den jeweils genutzten Internetplattformen.

Auch organisierte Kampagnen können die Einreichungsphase oder ein offenes Online-Voting beeinflussen. Langenscheidt versucht deshalb, offensichtliche Kampagnen, Fakes sowie beleidigende oder diskriminierende Vorschläge vor der Abstimmung auszusortieren. Die endgültige Entscheidung treffen nach dem aktuellen Verfahren jedoch die abstimmenden Jugendlichen und nicht eine Jury.

Im vergangenen Jahr gewann „das crazy“ knapp vor „goonen“ und „checkst du“. Der Ausdruck wird verwendet, wenn jemand keine passende Antwort weiß, nicht ausführlicher reagieren möchte oder ein Gespräch mit einer unverbindlichen Bemerkung fortsetzen will. Zuvor siegten „Aura“ im Jahr 2024, „goofy“ 2023, „smash“ 2022, „cringe“ 2021 und „lost“ im Jahr 2020.

Quellen: PONS Langenscheidt, NDR, Tagesschau, dpa

Teilen:

Münster Map
Zum Aktivieren tippen
Route anzeigen

Mehr Beiträge:

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu