
Spanien startet mit ungewöhnlich hohen Temperaturen in die letzte Maiwoche. Der staatliche Wetterdienst AEMET erwartet in weiten Teilen des Landes Werte, die eher zur zweiten Julihälfte oder zum August passen als zum Ende des Frühlings. Besonders betroffen sind nach der Vorhersage die Gebiete im Landesinneren. In den Tälern von Ebro, Guadiana und Guadalquivir können die Höchstwerte im Verlauf der Woche voraussichtlich 36 bis 38 Grad erreichen.
Nach der Prognose von AEMET wird die Woche vom 25. bis 31. Mai in großen Teilen Spaniens außergewöhnlich warm. Der Wetterdienst rechnet vor allem ab Mittwoch mit einem weiteren Temperaturanstieg. In mehreren Regionen sollen die Werte deutlich über dem liegen, was für diese Jahreszeit üblich ist. Auch die Nächte bleiben in Teilen des Ostens, des Zentrums und des Südens ungewöhnlich mild. Dort können die Temperaturen örtlich über 20 Grad bleiben.
Für Montag nennt AEMET bereits Höchstwerte von mehr als 34 bis 36 Grad in breiteren Teilen des Südwestens und in weiteren warmen Landesteilen. Gleichzeitig können im Nordwesten örtlich kräftige Gewitter auftreten. Die Hitze ist damit nicht überall gleich ausgeprägt, prägt aber die Wetterlage in großen Teilen des Landes.
Der Begriff Hitzewelle in Spanien ist meteorologisch enger gefasst als im Alltag. AEMET beschreibt eine Hitzewelle als einen Zeitraum von mindestens drei aufeinanderfolgenden Tagen, an denen mindestens zehn Prozent der ausgewerteten Stationen ihre jeweiligen Schwellenwerte überschreiten. Diese Schwellenwerte orientieren sich an besonders hohen Tageshöchsttemperaturen der Sommermonate.
Für die aktuelle Lage ist deshalb präziser von einer außergewöhnlichen Hitzeepisode zu sprechen. Die Temperaturen sind für Ende Mai sehr hoch, eine abschließende amtliche Einstufung als Hitzewelle hängt aber von Dauer, räumlicher Ausdehnung und gemessenen Werten ab. Offiziell bestätigt war zunächst vor allem die Prognose einer außergewöhnlich warmen Woche mit Sommerwerten in mehreren Landesteilen.
Die Hitze fällt in eine Reisezeit, in der viele Menschen aus Deutschland unterwegs sind. Pfingstmontag ist in Deutschland am 25. Mai 2026 ein gesetzlicher Feiertag. In mehreren Bundesländern schließen sich freie Tage oder Pfingstferien an, besonders lang in Bayern und Baden-Württemberg bis zum 5. Juni. Der ADAC weist darauf hin, dass das Pfingstwochenende traditionell für Kurzurlaube genutzt wird.
Für Spanienurlauber bedeutet die frühe Hitze vor allem eine Umstellung auf Hochsommerbedingungen. Das betrifft nicht nur Ausflüge im Landesinneren, sondern auch Städte, in denen sich Hitze in engen Straßen und auf großen Plätzen stärker stauen kann. Besonders belastend können warme Nächte werden, wenn Erholung durch niedrigere Temperaturen ausbleibt.
Die Hitze trifft auch eine Debatte über den Schutz von Beschäftigten. In Spanien gelten seit 2023 strengere Vorgaben für Arbeiten im Freien und in nicht geschlossenen Arbeitsbereichen. Unternehmen müssen bei extremen Wetterlagen geeignete Schutzmaßnahmen treffen. Wenn Warnungen der Stufen Orange oder Rot ausgegeben werden und die Schutzmaßnahmen nicht ausreichen, müssen Arbeitsbedingungen angepasst werden. Dazu können veränderte oder reduzierte Arbeitszeiten gehören.
Im Gastgewerbe haben Arbeitgeber und Gewerkschaften im April 2026 eine Aktualisierung des staatlichen Arbeitsabkommens für die Branche vereinbart. Sie soll auch Prävention bei widrigen Wetterereignissen und Naturkatastrophen stärker berücksichtigen. Berichte, wonach Terrassen bei Hitze automatisch schließen müssten, wurden allerdings als zu pauschal zurückgewiesen. Der Text sieht keinen automatischen Terrassenschluss und keine eigene starre Bußgeldregel nur dafür vor. Entscheidend bleibt, ob Beschäftigte wirksam geschützt werden.
Die aktuelle Hitzeepisode steht in einem größeren Zusammenhang. AEMET-Daten zeigen, dass die Temperaturen in Spanien zwischen 1961 und 2018 um etwa 0,2 Grad pro Jahrzehnt gestiegen sind. Zugleich sind Wärmerekorde deutlich häufiger geworden als Kälterekorde. Für die vergangenen Jahre nennt AEMET eine klare Verschiebung zugunsten warmer Extreme.
Das bedeutet nicht, dass jedes einzelne Hitzeereignis allein durch den Klimawandel erklärt werden kann. Es zeigt aber, warum frühe und intensive Wärmephasen in Spanien zunehmend Aufmerksamkeit bekommen. Ende Mai sind Temperaturen von 36 bis 38 Grad nicht nur ein touristisches Thema, sondern auch ein Belastungstest für Gesundheitsschutz, Arbeitsorganisation und Infrastruktur.
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