
Annett Kaufmann hat sich gegen Hass entschieden – und damit eine öffentliche Debatte losgetreten. Die 19-jährige Tischtennis-Weltmeisterin berichtet offen von Morddrohungen, sexistischen Kommentaren und einem Alltag voller Hasspost im Netz. Ihr klares Statement: Das darf nicht einfach hingenommen werden.
Im Gespräch mit der Sportschau schilderte Annett Kaufmann konkret, was ihr in den sozialen Netzwerken begegnet: „Es wurde genau geschildert, wie ich umgebracht werden soll.“ Die Tischtennis-Nationalspielerin aus Stuttgart erhebt ihre Stimme, weil sie weiß, dass viele Sportlerinnen in derselben Situation schweigen – aus Angst, aus Scham oder weil sie glauben, es gehöre zum Beruf. Kaufmann will das Bild verändern. Hasskommentare und sexistische Nachrichten seien für sie „teilweise Alltag geworden“, erklärt die 19-Jährige: „Vor allem Frauen bekommen unsägliche Nachrichten, die sich auf Äußerlichkeiten beziehen. Auch ich erhalte, neben anderen Hassbotschaften, viele extrem sexistische Kommentare.“ Die Konsequenz, die sie zog: Sie blockierte die betreffenden Absender und meldete sie bei den jeweiligen Plattformen. „Seither ist das nicht mehr passiert“, berichtet sie – doch die Erfahrung sitzt tief.
Annett Kaufmann ist eine der aufstrebendsten Tischtennis-Spielerinnen Deutschlands. Die 19-Jährige ist amtierende Deutsche Meisterin und hat den Titel zuletzt erfolgreich verteidigt. Sie gehört zur deutschen Nationalmannschaft, die sich zur Team-Europameisterin gekrönt hat. International machte sie zuletzt mit ihrer Debüt-Qualifikation für das Europe Top 16-Hauptfeld auf sich aufmerksam. Beim ITTF World Cup 2026 in Macau musste sie jedoch eine bittere Pause einlegen: Im ersten Match gegen Japans Hina Hayata zog sie sich eine Verletzung am linken Sprunggelenk zu und konnte ihr zweites Gruppenspiel gegen Chinas Qin Yuxuan nicht mehr bestreiten. Trotz des Rückschlags gehört Kaufmann zu den größten deutschen Sport-Talenten und steht unter der Beobachtung internationaler Verbände.
Was Annett Kaufmann erlebt, ist kein Einzelfall. Studien zeigen immer wieder, dass Frauen im öffentlichen Leben – und besonders im Sport – überproportional von Onlinehass betroffen sind. Die Angriffe richten sich häufig nicht auf die sportliche Leistung, sondern auf das Äußere, die Herkunft oder das Geschlecht. Kaufmann selbst beschreibt die Reaktion, die ihr half, damit umzugehen: „Manche Hassbotschaften, über die mache ich mich eher lustig.“ Doch dazwischen stehen die Morddrohungen – und die kann niemand einfach ignorieren. Ihr Statement ist bewusst gewählt: „Hass bleibt Hass. Das darf nicht einfach hingenommen und akzeptiert werden.“ Damit schließt sie sich an eine wachsende Zahl prominenter Athletinnen an, die das Schweigen brechen. Das Thema zieht Kreise: Auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen zeigt sich, wie Hass im öffentlichen Raum zunimmt – wie etwa die Ausschreitungen rund um den 1. Mai in Berlin deutlich machten.
Der Fall Kaufmann rückt die Frage in den Vordergrund, was Plattformen, Verbände und die Gesellschaft tun können. Kaufmanns eigener Weg war das Blockieren und Melden – und er hat ihr geholfen. Experten fordern seit Jahren, dass Social-Media-Plattformen härter gegen Morddrohungen und sexistischen Hass vorgehen. Meldeverfahren sollen einfacher und die Reaktionszeiten kürzer werden. Für Kaufmann selbst ist die Öffentlichkeit das wichtigste Werkzeug: Wer schweigt, macht Hass unsichtbar. Wer spricht, nimmt ihm zumindest einen Teil seiner Macht. Sportlerinnen, die im Rampenlicht stehen, kennen diesen Druck – so auch Frauen in anderen öffentlichen Berufen, wie das Beispiel von Nadja Benaissa bei Let’s Dance 2026 zeigt, wo Bewertungen und öffentliche Kritik ebenfalls unmittelbare persönliche Konsequenzen haben können.
Quellen: Sportschau, Sport1, Sports Illustrated, t-online, GMX, tischtennis.de, kicker
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