
Der CDU-Politiker Ansgar Heveling ist neuer Präsident des Bundesrechnungshofs. Der Bundesrat bestätigte am 8. Mai 2026 die Wahl des 53-jährigen Juristen, die der Bundestag bereits am Vortag mit klarer Mehrheit vollzogen hatte. Heveling folgt auf Kay Scheller, der nach zwölf Jahren an der Spitze des obersten deutschen Finanzkontrollorgans ausscheidet. Mit der Personalie verbindet sich eine politische Debatte über die Unabhängigkeit der Behörde.
Am 7. Mai 2026 stimmte der Deutsche Bundestag für die Wahl von Ansgar Heveling zum neuen Präsidenten des Bundesrechnungshofs. Der CDU-Abgeordnete aus dem nordrhein-westfälischen Wahlkreis Krefeld I – Neuss II erhielt 415 Stimmen – damit lag das Ergebnis 99 Stimmen über der erforderlichen Kanzlermehrheit. Tags darauf, am 8. Mai, beschloss auch der Bundesrat die Bestätigung, wie es das Verfahren für dieses Amt vorsieht.
Heveling ist seit 2009 Mitglied des Deutschen Bundestags und war zuletzt als Justiziar der CDU/CSU-Fraktion tätig. Der ausgebildete Jurist bringt parlamentarische Erfahrung mit, verfügt jedoch anders als manche seiner Vorgänger nicht über einen spezifisch finanzwirtschaftlichen oder behördlichen Hintergrund. Die Bundesregierung hatte ihn als Kandidaten vorgeschlagen – ein Vorgang, der innerhalb und außerhalb des Parlaments für Diskussionen sorgte.
Sein Vorgänger Kay Scheller hatte die Behörde seit 2014 geleitet und war mehrfach mit kritischen Berichten über die Haushaltspolitik der Bundesregierung in Erscheinung getreten. Mit dem angespannten wirtschaftlichen Umfeld Deutschlands und einem wachsenden Staatsdefizit von rund 156 Milliarden Euro im Jahr 2026 stellt die Behörde eine besonders wichtige Institution dar.
Die Nominierung und Wahl Hevelings hat eine scharfe Debatte über die institutionelle Unabhängigkeit des Bundesrechnungshofs ausgelöst. Die AfD-Fraktion im Bundestag kritisierte die Personalentscheidung scharf: Der Bundesrechnungshof werde damit zur Außenstelle der Bundesregierung gemacht. Michael Espendiller, haushaltspolitischer Sprecher der AfD, warf der Koalition vor, die unabhängige Finanzkontrolle zu schwächen, indem ein aktiver Koalitionsabgeordneter an die Spitze gesetzt werde.
Als weiteren Kritikpunkt führten Oppositionsvertreter an, dass bereits zuvor die frühere Bundesbauministerin Klara Geywitz (SPD) zur Vizepräsidentin des Bundesrechnungshofs gewählt worden war – ihr Amtsantritt erfolgte im März 2026. Damit führen nun zwei Personen mit unmittelbarer Regierungserfahrung die Behörde, die eigentlich unparteiisch die Regierungsfinanzen überprüfen soll.
Die AfD brachte einen Gesetzentwurf ein, der Wartezeiten von fünf Jahren für frühere Regierungsmitglieder und zwei Jahren für frühere Parlamentarier vor einer Berufung in Führungspositionen des Bundesrechnungshofs vorsieht. Der Entwurf fand im Bundestag keine Mehrheit.
Der Bundesrechnungshof ist eine oberste Bundesbehörde mit Sitz in Bonn. Als unabhängiges Finanzkontrollorgan prüft er, ob Bund und Bundesverwaltung mit Steuergeldern wirtschaftlich und ordnungsgemäß umgehen. Die Berichte des Bundesrechnungshofs, insbesondere der jährliche Bemerkungsbericht an Bundestag und Bundesrat, sind öffentlich und oft politisch brisant. Sie decken Verschwendung auf, benennen Mängel in der Haushaltsverwaltung und können politische Debatten auslösen.
Der Präsident des Bundesrechnungshofs ist die höchste Instanz dieser Behörde. Er ist nach dem Grundgesetz in seiner Amtsführung unabhängig und nur dem Gesetz unterworfen. Die Amtszeit beträgt zwölf Jahre, eine Wiederwahl ist ausgeschlossen. Diese Regelungen sollen politische Einflussnahme verhindern. Kritiker argumentieren jedoch, dass bereits die Wahl durch Bundestag und Bundesrat – nach Vorschlag der Regierung – die politische Unabhängigkeit strukturell einschränkt.
Heveling hat nach seiner Wahl angekündigt, die Behörde unabhängig und nach rein fachlichen Maßstäben zu führen. Ob das gelingt, wird sich insbesondere dann zeigen, wenn der Bundesrechnungshof Prüfberichte über die Finanzpolitik der Regierung vorlegt, die ihn ins Amt gebracht hat. Beobachter werden genau hinschauen, ob die Behörde unter seiner Leitung weiterhin so kritisch prüft wie unter seinem Vorgänger Scheller. Für wirtschaftliche Kontrollmechanismen in Deutschland steht in einer ohnehin angespannten Haushaltslage viel auf dem Spiel.
Quellen: Bundestag.de; Bundesrat.de; Finanznachrichten.de; Aachener Zeitung; Apollo News
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