
Die BlackRock-Aktie gehört am Mittwoch zu den stärksten Finanzwerten an der Wall Street. Nach überraschend guten Zahlen für das zweite Quartal stieg der Kurs zeitweise um mehr als sieben Prozent. Im späteren US-Handel lag das Papier noch rund sechs Prozent im Plus. Der weltgrößte Vermögensverwalter profitierte von steigenden Kapitalmärkten, hohen Zuflüssen in börsengehandelte Fonds und einem deutlichen Wachstum der Gebühreneinnahmen.
BlackRock erzielte im zweiten Quartal einen bereinigten Gewinn von 13,91 Dollar je Aktie. Analysten hatten nach Daten des Finanzdienstleisters LSEG im Durchschnitt lediglich 12,59 Dollar erwartet. Der unbereinigte Nettogewinn erhöhte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 20 Prozent auf 1,91 Milliarden Dollar. Der Umsatz legte nach Angaben des Unternehmens um 31 Prozent auf 7,08 Milliarden Dollar zu.
Auch die Profitabilität fiel stärker aus als von vielen Marktteilnehmern erwartet. Die bereinigte operative Marge erreichte 45,9 Prozent und damit den höchsten Stand seit fast fünf Jahren. BlackRock kündigte zudem an, die für 2026 geplanten Aktienrückkäufe von 1,8 Milliarden auf zwei Milliarden Dollar auszuweiten. Im zweiten Quartal kaufte das Unternehmen eigene Aktien im Wert von 450 Millionen Dollar zurück.
Das von BlackRock verwaltete Vermögen stieg zum Ende des Quartals auf 15,34 Billionen Dollar. Ein Jahr zuvor waren es 12,53 Billionen Dollar, am Ende des ersten Quartals 13,89 Billionen Dollar. Neben steigenden Kursen an den Aktienmärkten trugen hohe Mittelzuflüsse zu diesem Wachstum bei.
Kunden legten im Quartal netto 191,7 Milliarden Dollar neu bei BlackRock an. Davon entfielen rund 178 Milliarden Dollar auf börsengehandelte Fonds. Die ETF-Sparte iShares überschritt damit erstmals die Marke von sechs Billionen Dollar an verwaltetem Vermögen. In Aktienprodukte flossen netto 71,6 Milliarden Dollar, in Anleiheprodukte rund 92,1 Milliarden Dollar. Private Marktanlagen kamen auf Zuflüsse von 15,4 Milliarden Dollar.
Damit wächst BlackRock nicht nur im klassischen Geschäft mit Aktien- und Anleihefonds. Der Konzern baut zugleich seine Position bei Infrastruktur, privaten Krediten und anderen alternativen Anlagen aus. Reuters zufolge hat BlackRock rund 28 Milliarden Dollar für die Übernahmen von Global Infrastructure Partners, HPS Investment Partners und dem Datendienstleister Preqin ausgegeben. Bis 2030 will der Konzern insgesamt 400 Milliarden Dollar für private Marktanlagen einwerben.
Die starken BlackRock-Zahlen passten in ein insgesamt freundliches Bild bei US-Finanzwerten. Der Finanzsektor des S&P 500 gewann laut Reuters zeitweise rund 1,1 Prozent. BlackRock legte in dieser Marktphase etwa 7,3 Prozent zu und setzte sich damit deutlich von vielen anderen großen Finanzkonzernen ab.
Morgan Stanley übertraf ebenfalls die Gewinnerwartungen. Die Investmentbank meldete einen Quartalsgewinn von 3,46 Dollar je Aktie, während Analysten im Schnitt mit 2,94 Dollar gerechnet hatten. Der Umsatz erreichte mit 21,35 Milliarden Dollar einen Rekordwert. Die Aktie lag dennoch zeitweise rund ein Prozent im Minus, stabilisierte sich im weiteren Handelsverlauf aber wieder. Reuters zufolge waren die Papiere zuletzt leicht im Plus.
Bei Morgan Stanley fiel unter anderem das Volumen der Aktienrückkäufe geringer aus als von einigen Analysten prognostiziert. BlackRock lieferte dagegen mehrere positive Signale gleichzeitig: Rekordvermögen, hohe ETF-Zuflüsse, eine steigende Marge und umfangreichere Aktienrückkäufe. Nach dem Kurssprung lag die BlackRock-Aktie auch seit Jahresbeginn wieder im Plus, blieb allerdings weiterhin hinter der Entwicklung des breiten S&P 500 zurück.
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