
Bombe Alfter: Im Gewerbegebiet Alfter-Nord wurde am Donnerstag bei Bauarbeiten eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt. Der Blindgänger erforderte eine großräumige Evakuierung von Anwohnern in Teilen von Alfter und der Nachbargemeinde Bornheim sowie eine mehrere Stunden andauernde Sperrung der Bahnstrecke zwischen Bonn Hauptbahnhof und Roisdorf. Zugverbindungen des Regionalexpress RE 5 und der Regionalbahnen RB 26 und RB 48 wurden unterbrochen. Am Abend konnte die Bombe erfolgreich entschärft werden.
Der Bombenfund ereignete sich am Donnerstagmittag während Erdarbeiten im Gewerbegebiet Alfter-Nord im Rhein-Sieg-Kreis. Arbeiter stießen dabei auf einen Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg. Solche Fliegerbomben aus der Zeit der alliierten Bombenangriffe auf Deutschland werden bis heute regelmäßig bei Bauarbeiten in der gesamten Bundesrepublik gefunden – insbesondere in dicht besiedelten Regionen wie dem Rheinland. Der Kampfmittelräumdienst der Bezirksregierung Köln übernahm sofort die Zuständigkeit für die Entschärfung und leitete die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen ein. Ordnungsamtsleiter Bilal Bodabouz gab gegenüber Medienvertretern bekannt, dass die Entschärfung voraussichtlich zwischen 17 und 17.30 Uhr erfolgen solle. Für Anwohner und Pendler bedeutete der Fund erhebliche Beeinträchtigungen, da ein umfangreicher Sicherheitsbereich um den Fundort eingerichtet werden musste. In den vergangenen Monaten hatte es in der Region bereits ähnliche Einsätze gegeben – so waren bei der Bombe in Hameln rund 8.500 Menschen evakuiert worden.
Zur Sicherung des Sperrgebiets rund um die Bombe Alfter mussten Teile mehrerer Wohnstraßen evakuiert werden. In der Gemeinde Alfter waren betroffen: die Weberstraße zwischen Herseler Weg und Bonn-Brühler-Straße, der Amselweg, der Spargelweg, die Jägerstraße sowie die Bonn-Brühler-Straße von der Einmündung Weberstraße bis zum Herseler Weg. Auch in der benachbarten Stadt Bornheim mussten Anwohner ihre Häuser und Wohnungen verlassen: Die Bonner Straße 2-4 sowie das Rosental ab der Einmündung Herseler Straße wurden in den Evakuierungsbereich einbezogen. Für die betroffenen Bürgerinnen und Bürger richteten die Behörden eine Anlaufstelle in der Cafeteria der Alanus-Hochschule, Campus II, Villestraße 3 in Alfter ein, wo sie während der laufenden Entschärfungsmaßnahmen betreut und versorgt wurden. Polizei und Ordnungsamt koordinierten die Räumung und sperrten die betroffenen Bereiche großräumig ab. Anwohner wurden von den Behörden gebeten, den Anweisungen der Einsatzkräfte unbedingt Folge zu leisten und das Sperrgebiet bis zur Entwarnung nicht zu betreten. Ähnliche Vorgänge beschäftigen auch andere Städte – erst kürzlich gab es einen Blindgängerverdacht an der Hittorfstraße in Münster, der ebenfalls zu Sperrmaßnahmen führte.
Die Entschärfungsmaßnahme hatte weitreichende Auswirkungen auf den Bahnverkehr im Rheinland. Die Deutsche Bahn sperrte ab etwa 16 Uhr die Strecke zwischen Bonn Hauptbahnhof und Roisdorf für die Dauer der Bombenentschärfung. Von der Sperrung betroffen waren gleich drei Zuglinien: der Regionalexpress RE 5, der als RRX (Rhein-Ruhr-Express) auf dieser Strecke verkehrt, sowie die Regionalbahnen RB 26 und RB 48. Pendler und Reisende, die auf diese Verbindungen angewiesen waren, mussten auf alternative Verkehrsmittel ausweichen oder erhebliche Wartezeiten in Kauf nehmen. Die Bahn wurde für die Dauer der Maßnahme über einen Schienenersatzverkehr informiert. Für den regionalen Straßenverkehr kam es ebenfalls zu spürbaren Beeinträchtigungen, da Umleitungsstrecken eingerichtet werden mussten und Einsatzfahrzeuge die Zufahrtsstraßen zum Gewerbegebiet blockierten.
Am Donnerstagabend gaben die Behörden Entwarnung: Die Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg im Gewerbegebiet Alfter-Nord wurde vom Kampfmittelräumdienst erfolgreich entschärft und abtransportiert. Nach der Entwarnung durften die evakuierten Anwohnerinnen und Anwohner aus Alfter und Bornheim in ihre Häuser und Wohnungen zurückkehren. Auch die gesperrte Bahnstrecke zwischen Bonn und Roisdorf wurde nach Abschluss der Maßnahmen wieder für den Zugverkehr freigegeben. Deutschland gehört zu den Ländern, in denen noch Jahrzehnte nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs regelmäßig Blindgänger gefunden werden. Experten schätzen, dass in der Bundesrepublik noch Hunderttausende Tonnen nicht explodierter Munition im Boden liegen. Allein im Rheinland mit seinen Industriestädten und Verkehrsknotenpunkten kommt es jedes Jahr zu zahlreichen solchen Funden, die aufwändige Einsätze von Kampfmittelräumdienst, Feuerwehr und Polizei erfordern.
Quellen: Radio Bonn / Rhein-Sieg, General-Anzeiger Bonn, erftkreis-news.de, t-online
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