
Bootfahren in Deutschland ist nach einer aktuellen Erhebung des ADAC für rund 3,6 Millionen Menschen ab 16 Jahren ein regelmäßiges Freizeitvergnügen. Besonders gefragt sind kurze Ausflüge, gemietete Boote und heimische Gewässer. Ein eigenes Boot besitzt dagegen nur eine Minderheit. Am häufigsten sind die Befragten mit Motorbooten unterwegs, während längere Reisen mit Übernachtungen deutlich seltener vorkommen.
Zwei Drittel der vom ADAC ermittelten Zielgruppe unternehmen am liebsten Tages- oder Abendausflüge. Mehrtägige Touren mit Übernachtungen spielen dagegen eine kleinere Rolle. Der Trend geht zudem klar zur flexiblen Nutzung: 51 Prozent fahren üblicherweise mit einem gemieteten oder gecharterten Boot. Weitere 25 Prozent nutzen Wasserfahrzeuge von Freunden, Bekannten oder Familienmitgliedern. Nur zwölf Prozent sind überwiegend mit einem eigenen Boot unterwegs.
Die beliebteste Bootskategorie ist das Motorboot. Dahinter folgen motorisierte Schlauchboote, Segelboote und Hausboote. Damit ist das Motorbootfahren in Deutschland deutlich weiter verbreitet als das klassische Segeln.
Knapp zwei Drittel der Bootsfahrer verfügen laut der Untersuchung über mindestens einen Bootsführerschein. Rund 1,9 Millionen Menschen besitzen demnach einen amtlichen Sportbootführerschein, wobei reine Jetskifahrer in dieser Zahl nicht berücksichtigt wurden. Gleichzeitig zeigt der hohe Anteil von Miet- und Charterbooten, dass der Einstieg für viele Menschen auch ohne eigenes Wasserfahrzeug möglich ist.
Auffällig ist zudem das vergleichsweise junge Publikum. Rund die Hälfte der Zielgruppe ist zwischen 16 und 39 Jahre alt. Mehr als jeder zweite Befragte war nach Angaben des ADAC erstmals seit 2010 selbst als verantwortlicher Bootsführer unterwegs. Der Wassersport gewinnt damit offenbar auch bei jüngeren Erwachsenen an Bedeutung.
Beim Bootsurlaub in Deutschland führen die Mecklenburgische Seenplatte sowie die Gewässer in Berlin und Brandenburg das Ranking an. Danach folgen die Ostsee sowie Rhein, Main, Donau und deren Nebenflüsse. Ausländische Ziele spielen ebenfalls eine Rolle, liegen aber hinter den heimischen Revieren. Besonders gefragt sind die Niederlande, Italien, Griechenland, Spanien und Kroatien.
Die Ergebnisse beruhen auf einer Onlinebefragung, die das Institut Nordlight Research im Januar 2026 im Auftrag des ADAC durchführte. Insgesamt nahmen 13.926 Menschen teil, darunter 317 Bootsfahrer. Nach Angaben des ADAC ist die Erhebung mit Blick auf Alter, Geschlecht, Bundesland und ADAC-Mitgliedschaft repräsentativ für die Bevölkerung in Deutschland ab 16 Jahren. Damit liefert sie einen Überblick darüber, wie Bootfahren in Deutschland derzeit genutzt wird.
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