Seltenes Bornavirus rückt nach Fällen in Bayern erneut in den Fokus

Ein Schild zeigt Warnung
Symbolbild mit KI erstellt

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In Bayern sind zwei Infektionen mit dem seltenen Bornavirus BoDV-1 gemeldet worden. Nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit traten die Fälle im Stadtkreis Augsburg und im Landkreis Unterallgäu auf. Ein epidemiologischer Zusammenhang zwischen den beiden Erkrankungen ist nach derzeitigem Kenntnisstand nicht bekannt.

In Augsburg wurde die Infektion im April 2026 bestätigt. Die betroffene Person wurde im Universitätsklinikum Augsburg behandelt und ist an den Folgen der Erkrankung gestorben. Weitere persönliche Angaben wurden nicht veröffentlicht.

BoDV-1 kann schwere Gehirnentzündungen auslösen

Das Borna Disease Virus 1, kurz BoDV-1, war lange vor allem als Erreger einer Tierkrankheit bei Pferden und Schafen bekannt. Seit 2018 gilt es auch als gesicherte Ursache schwerer Gehirnentzündungen beim Menschen. Solche Infektionen sind sehr selten, verlaufen aber häufig lebensbedrohlich.

Deutschlandweit werden nach Angaben des LGL jährlich nur wenige BoDV-1-Infektionen registriert. Die meisten bekannten Fälle treten in Bayern auf. Das Virus kommt regional begrenzt vor allem in Teilen Süd- und Ostdeutschlands sowie in angrenzenden Gebieten Österreichs, der Schweiz und Liechtensteins vor.

Feldspitzmaus gilt als natürliches Reservoir

Als natürliches Reservoir gilt die Feldspitzmaus. Infizierte Tiere können das Virus über Urin, Kot und Speichel ausscheiden, ohne selbst zu erkranken. Nach aktuellem Forschungsstand kann eine Übertragung auf den Menschen durch direkten oder indirekten Kontakt mit Feldspitzmäusen oder deren Ausscheidungen erfolgen.

Der genaue Übertragungsweg ist weiterhin Gegenstand der Forschung. Eine natürliche Übertragung von Mensch zu Mensch ist nach Angaben der Behörden nicht bekannt. Auch Pferde, Schafe und Menschen gelten als sogenannte Fehlwirte, die das Virus nach derzeitigem Kenntnisstand nicht weiterverbreiten.

Behörden empfehlen Schutz beim Umgang mit Spitzmäusen

Da es keine gezielte Behandlung und keine Impfung gegen BoDV-1 gibt, steht die Vorbeugung im Mittelpunkt. Behörden empfehlen, Spitzmäuse nicht mit bloßen Händen anzufassen und Kontakt zu deren Ausscheidungen zu vermeiden. Bei Reinigungsarbeiten in Schuppen, Kellern oder anderen möglichen Aufenthaltsorten von Spitzmäusen können Handschuhe und Mund-Nasen-Schutz das Risiko verringern.

Wer tote Spitzmäuse findet, sollte sie nicht direkt berühren. Sinnvoll ist eine sichere Entsorgung mit Handschuhen oder Hilfsmitteln. Spitzmäuse sollten nicht als Haustiere gehalten werden.

Forschung zu Übertragungswegen läuft weiter

Das Bornavirus bleibt für die Humanmedizin ein seltenes, aber ernstes Thema. Entscheidend ist dabei nicht eine breite Gefährdung der Bevölkerung, sondern die Schwere einzelner Erkrankungen. Fachinstitute untersuchen weiter, wie BoDV-1 aus der Umwelt auf Menschen oder Tiere übertragen wird und welche Faktoren eine Infektion begünstigen.

Die aktuellen Fälle in Bayern zeigen vor allem, dass der Erreger in bekannten Verbreitungsgebieten weiterhin vorkommt. Für den Alltag ergibt sich daraus vor allem eine praktische Vorsichtsregel: Direkter Kontakt zu Spitzmäusen und deren Ausscheidungen sollte vermieden werden.

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