
Bei der Volkswagen Group Services GmbH (VWGS), der internen Leiharbeitsfirma des VW-Konzerns, sollen Führungskräfte seit Juni 2025 regelmäßig in großen Online-Konferenzen die Fehlzeiten einzelner Mitarbeiter öffentlich besprochen haben. Betroffen sind nach Medienberichten rund 600 Beschäftigte. Der Vorfall wurde am 15. April 2026 bekannt und sorgt für erhebliche Empörung – sowohl in der Belegschaft als auch beim Datenschutzbeauftragten.
Laut Berichten des Spiegels sollen sich Projektleiter, Personaler und Meister der VWGS seit Juni 2025 alle zwei Wochen in Online-Meetings zusammengeschaltet haben. Dabei präsentierten sie sich gegenseitig via PowerPoint-Dateien, welche Mitarbeiter wie häufig krank gemeldet waren – inklusive Namen und Anzahl der Fehltage. Ziel der Initiative soll gewesen sein, besonders häufig kranke Beschäftigte zu identifizieren, um im Anschluss krankheitsbedingte Kündigungen vorzubereiten. Die Unternehmensleitung will von der Aktion nichts gewusst haben; ein internes Audit wurde eingeleitet. Für weitere VW-bezogene Meldungen: VW und Cupra mussten zuletzt auch wegen eines Batteriefehlers zurückrufen.
Der niedersächsische Datenschutzbeauftragte Denis Lehmkemper bestätigte gegenüber dem Spiegel, dass sowohl das Unternehmen selbst als auch mehrere betroffene Mitarbeiter den Vorfall gemeldet haben. Die Behörde prüft nun, ob ein Verstoß gegen die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) vorliegt. Die DSGVO schreibt vor, dass besonders sensible personenbezogene Daten wie Gesundheitsdaten nur in eng begrenzten Ausnahmefällen verarbeitet werden dürfen – und sicher vor unberechtigtem Zugriff geschützt sein müssen.
Betroffene Mitarbeiter können sich an den Betriebsrat oder direkt an den Landesdatenschutzbeauftragten wenden. Bei einem bestätigten DSGVO-Verstoß haben sie möglicherweise Anspruch auf Schadensersatz. VW Group Services bestätigte den Vorfall, machte aber zunächst keine weiteren Angaben. Der Fall steht in einer Reihe mit anderen Datenpannen beim Konzern – zuletzt machten Schlagzeilen rund um neue VW-Modelle deutlich, wie eng Vernetzung und Datenschutz zusammenhängen.
Quellen: Der Spiegel, t-online.de, niedersächsischer Datenschutzbeauftragter
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