
Der deutsche Aktienmarkt hat am Mittwoch einen kleinen, aber symbolisch wichtigen Rückschlag erlebt. Der DAX ging am 15. Juli 2026 bei 24.999,53 Punkten aus dem Xetra-Handel und verlor 0,59 Prozent. Damit schloss der Leitindex erstmals nach vier Handelstagen wieder unter der viel beachteten Marke von 25.000 Punkten. Zeitweise hatte das Börsenbarometer mehr als ein Prozent eingebüßt, konnte einen Teil der Verluste bis zum Handelsschluss jedoch aufholen.
Besonders schwer wog der Kursrutsch bei Infineon. Die Aktie des Halbleiterkonzerns verlor nach Angaben von Reuters 6,28 Prozent und wurde damit zum größten Belastungsfaktor für den deutschen Leitindex. Auch weitere deutsche Chipwerte gerieten unter Druck: Laut dpa-AFX gaben Aixtron, Siltronic und Süss Microtec zwischen 3,7 und 5,9 Prozent nach.
Die Verluste fielen auf, weil der niederländische Chipausrüster ASML am selben Tag starke Quartalszahlen vorgelegt und seine Umsatzprognose für 2026 angehoben hatte. Dennoch konnte sich die positive Nachricht nicht dauerhaft im gesamten Sektor durchsetzen. Reuters zufolge verlor der europäische Technologieindex 0,53 Prozent. Die Reaktion verdeutlicht, wie hoch die Erwartungen an Unternehmen aus dem Chip- und KI-Umfeld inzwischen sind.
BASF überzeugt Anleger trotz höherer Prognose nicht
Auch BASF zog den DAX nach unten. Die Aktie des Chemiekonzerns verlor zum Handelsschluss rund drei Prozent. BASF hatte zuvor ein vorläufiges bereinigtes EBITDA von 2,4 Milliarden Euro für das zweite Quartal gemeldet und die Prognose für das Gesamtjahr auf 6,9 bis 7,7 Milliarden Euro angehoben.
An der Börse überwogen dennoch die Zweifel. Reuters verwies unter anderem auf schwächere Ergebnisse in einzelnen Geschäftsbereichen, sinkende Preise bei mehreren Basischemikalien und den weiterhin belasteten freien Cashflow. Nach Angaben von dpa-AFX enttäuschte vor allem, dass BASF seine Prognose für den freien Barmittelfluss nicht anhob. Höhere Rohstoffkosten könnten die Profitabilität damit weiter begrenzen.
Iran-Konflikt hält Energie- und Zinsrisiken hoch
Neben den Kursverlusten einzelner DAX-Schwergewichte belastete die militärische Eskalation zwischen den USA und Iran die Stimmung. Reuters berichtete von neuen US-Angriffen und iranischen Drohungen gegen weitere Energieexporte in der Region. Damit bleibt insbesondere die Lage rund um die Straße von Hormus ein Unsicherheitsfaktor für die Öl- und Gasversorgung.
Steigende oder stark schwankende Energiepreise könnten die Inflation erneut antreiben. Das erschwert zugleich den Ausblick auf die Geldpolitik. Reuters zufolge beobachten die Notenbanken, wie stark der Konflikt auf die Teuerung durchschlagen könnte. Vertreter der Europäischen Zentralbank mahnten am Mittwoch weiterhin Wachsamkeit an, ohne sich bereits für eine straffere Geldpolitik auszusprechen.
Marke von 25.000 Punkten bleibt in Reichweite
Trotz des Rückgangs blieb der DAX unmittelbar an der 25.000-Punkte-Marke. Der Abstand betrug am Ende weniger als einen Punkt. Auch die 50-Tage-Linie erwies sich laut dpa-AFX im Tagesverlauf als Unterstützung. Der MDAX stagnierte nahezu unverändert bei 32.100,75 Punkten.
Das Handelsblatt wertete vor allem die erneute Eskalation im Iran als Belastungsfaktor. Zugleich zeigt die Erholung von den Tagestiefs, dass Anleger nicht flächendeckend aus deutschen Aktien ausgestiegen sind. Für die weitere Entwicklung dürften nun die Berichtssaison, die Bewegungen bei Öl und Gas sowie neue Signale der Notenbanken entscheidend sein. Kurzfristig bleibt die Marke von 25.000 Punkten damit sowohl psychologisch als auch technisch der zentrale Orientierungspunkt.
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