Disney Kreuzfahrtschiff Antriebsprobleme: 6700 Passagiere von Bord

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Das Disney Kreuzfahrtschiff Disney Adventure hat nur wenige Monate nach seiner Jungfernfahrt für ein Kreuzfahrt-Debakel gesorgt: Rund 6.700 Passagiere mussten in Singapur nach dem Einsteigen wieder von Bord, weil ein technischer Defekt die Abfahrt unmöglich machte. Das Schiff gilt als das größte je in Deutschland gebaute Kreuzfahrtschiff und war erst im März 2026 in Dienst gestellt worden.

Disney Kreuzfahrtschiff: Azipod-Defekt stoppt Abfahrt in Singapur

Die vier-Nächte-Kreuzfahrt der Disney Adventure sollte vom Marina Bay Cruise Centre in Singapur auslaufen — doch ein Defekt an einem der drei Azipod-Antriebssysteme machte eine Abfahrt unmöglich. Die Gäste verbrachten zunächst eine Nacht an Bord, während Techniker an der Lösung des Problems arbeiteten. Der Kapitän vertröstete die Passagiere mehrfach, bevor am nächsten Tag die endgültige Absage der Kreuzfahrt bekannt gegeben wurde. Für viele der betroffenen Familien war dies ein bitterer Moment: Sie hatten ihre Traumreise an Bord des neuen Disney-Flaggschiffs bereits erlebt — und mussten das Schiff verlassen, ohne je in See gestochen zu sein. Der Defekt traf das Schiff keine zwei Monate nach seiner ersten Fahrt und sorgte international für Schlagzeilen.

Disney Adventure: Das größte in Deutschland gebaute Schiff — gebaut in Wismar

Die Disney Adventure ist kein gewöhnliches Kreuzfahrtschiff. Mit einer Länge von 342 Metern, 19 Decks und einer Kapazität von rund 6.700 Passagieren ist sie das größte Kreuzfahrtschiff, das je in Deutschland vom Stapel lief. Gebaut wurde das Schiff von der Meyer Werft in Wismar, die sich für dieses Mammutprojekt eigens unter dem Namen Meyer Wismar neu organisierte. Am 16. Dezember 2025 wurde die Disney Adventure offiziell an die Disney Cruise Line übergeben, im März 2026 trat das Schiff seine Jungfernfahrt ab Singapur an. Als Heimathafen ist das Marina Bay Cruise Centre in Singapur vorgesehen, wo das Schiff mindestens fünf Jahre stationiert bleiben soll. Besonders bemerkenswert ist der Antrieb: Die Disney Adventure ist das erste Schiff von Disney Cruise Line mit Methanolantrieb — eine klimafreundlichere Alternative zum traditionellen Schweröl. Schon vor der Jungfernfahrt sorgte das Thema Disney Adventure World für Aufsehen in der Branche.

6.700 betroffene Passagiere: Entschädigung und Reaktionen

Disney Cruise Line bot den betroffenen Gästen nach der Absage ein umfassendes Entschädigungspaket an: volle Erstattung der Kreuzfahrtgebühr, ein 50-Prozent-Rabatt auf eine künftige Kreuzfahrt, Übernahme etwaiger Hotelkosten sowie bis zu 500 US-Dollar pro Kabine für Nebenkosten. Trotzdem fiel die Reaktion unter den Passagieren gemischt aus. Für einige war es bereits die zweite Stornierung — sie nutzten ihren 50-Prozent-Gutschein aus einer früheren Absage. Auf späteren Fahrten bemängelten einige Gäste außerdem Menschenmassen und unterbesetzte Restaurants. Andere zeigten Verständnis: Bei einem so neuen Schiff in seinen ersten Einsatzwochen seien Anlaufschwierigkeiten nicht ungewöhnlich. Die nachfolgende Kreuzfahrt ab dem 11. Mai 2026 konnte laut Branchenberichten planmäßig auslaufen, nachdem das Azipod-Problem behoben worden war. Auch auf der Caribbean Princess kam es 2026 zu einem Vorfall, der Kreuzfahrtpassagiere betraf.

Was der Vorfall für Disney bedeutet

Für Disney Cruise Line ist der Zwischenfall ein Rückschlag — aber kein unbekanntes Problem in der Kreuzfahrtbranche. Antriebsausfälle bei Azipod-Systemen sind technisch komplex und können auch bei neuesten Schiffen auftreten. Was den Fall der Disney Adventure jedoch besonders macht, ist das Ausmaß: Kein anderes Ereignis dieser Art betraf in den letzten Jahren so viele Passagiere auf einmal. Das Image des neuen Flaggschiffs, das als Vorzeigeprodukt deutschen Schiffbaus und als Aushängeschild nachhaltiger Kreuzfahrttechnologie vermarktet wird, litt kurzfristig erheblich. Die Werft in Wismar und die Disney Cruise Line dürften den Betrieb nun besonders aufmerksam verfolgen, um weitere technische Zwischenfälle in der Anlaufphase des Schiffes zu verhindern.

Quellen: T-Online, Kreuzfahrt-Aktuelles, Nord24, Ingenieur.de, Cruise Industry News

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