
Die Zahl der Einbürgerungen in Deutschland hat 2025 einen neuen Höchststand erreicht. Nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes erhielten 332.500 Ausländerinnen und Ausländer die deutsche Staatsangehörigkeit. Das waren 40.500 Menschen mehr als im Jahr zuvor, entspricht einem Anstieg um 14 Prozent.
Damit stieg die Zahl der Einbürgerungen in Deutschland 2025 zum fünften Mal in Folge. Erstmals wurde in zwei aufeinanderfolgenden Jahren die Marke von 300.000 überschritten. Schon 2024 hatte Deutschland mit rund 292.000 Einbürgerungen einen damaligen Rekordwert erreicht.
Die größte Gruppe unter den neu Eingebürgerten stellten auch 2025 Menschen mit zuvor syrischer Staatsangehörigkeit. Insgesamt wurden 65.600 Syrerinnen und Syrer eingebürgert, jede fünfte Einbürgerung entfiel auf diese Gruppe. Gegenüber 2024 ging die Zahl jedoch deutlich zurück. Damals waren noch 83.200 Menschen mit syrischer Staatsangehörigkeit eingebürgert worden.
Syrerinnen und Syrer bilden seit 2021 die größte Gruppe unter den Eingebürgerten. Viele Menschen, die ab 2015 als Schutzsuchende nach Deutschland kamen, erfüllen inzwischen die formalen Voraussetzungen wie ausreichende Aufenthaltsdauer, Sprachkenntnisse und gesicherter Lebensunterhalt.
Auf syrische Staatsangehörige folgten 2025 Menschen mit türkischer und russischer Staatsangehörigkeit. 34.100 Personen mit türkischer Staatsangehörigkeit erhielten den deutschen Pass, ein Anstieg von 51 Prozent gegenüber 2024. Bei russischen Staatsangehörigen lag die Zahl bei 19.700, ebenfalls ein Plus von 51 Prozent. Kräftige Anstiege gab es auch bei bosnischen Staatsangehörigen auf 8.800, US-amerikanischen auf 6.600 und albanischen auf 6.100.
Ein wichtiger Hintergrund ist die Reform des Staatsangehörigkeitsrechts, die Ende Juni 2024 in Kraft trat. Sie verkürzte die reguläre Mindestaufenthaltsdauer und erleichterte die Beibehaltung der bisherigen Staatsangehörigkeit. Gerade letzteres dürfte die Zahlen bei türkischen und russischen Staatsangehörigen beeinflusst haben, bei denen die Aufgabe der bisherigen Staatsangehörigkeit lange ein Hindernis war.
Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer bis zur Einbürgerung lag 2025 bei 12,4 Jahren, nach 11,8 Jahren in 2024. Die Werte unterscheiden sich je nach Herkunft erheblich: Syrerinnen und Syrer lebten im Schnitt 7,9 Jahre in Deutschland, türkische Staatsangehörige 24,1 Jahre, russische 14,1 Jahre. Die Unterschiede zeigen, dass die Entwicklung auch Menschen betrifft, die schon sehr lange in Deutschland leben.
Erstmals liegen für 2025 auch Daten zu Anträgen und erledigten Verfahren vor. Demnach wurden 467.400 Einbürgerungsanträge erfasst. Syrerinnen und Syrer stellten 15 Prozent davon (69.700), gefolgt von türkischen (53.300) und russischen Staatsangehörigen (24.100). Insgesamt wurden 371.100 Verfahren abgeschlossen, in 90 Prozent der Fälle mit einer Einbürgerung. Rund 5 Prozent wurden zurückgezogen, etwa 3 Prozent abgelehnt.
Die Zahlen für 2025 sind vorläufig. Das Statistische Bundesamt weist darauf hin, dass in einigen Bundesländern Daten für einzelne Kreise nicht vollständig vorlagen. Unklar blieb zunächst, wie stark sich diese Einschränkungen auf die endgültigen Werte auswirken werden. Der Trend ist jedoch eindeutig: Deutschland hat 2025 erneut so viele Menschen eingebürgert wie nie zuvor seit Beginn der Statistik.
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