Starker El Niño nimmt Fahrt auf: Was Deutschland erwartet

Starker El Niño nimmt Fahrt auf: Was Deutschland erwartet
Symbolbild: Caroline Muffert

Teilen:

Das Thema El Niño Wetter Deutschland rückt stärker in den Fokus. Im tropischen Pazifik hat sich das Klimaphänomen deutlich verstärkt. Die Weltorganisation für Meteorologie erwartet, dass sich während der Monate August bis Oktober 2026 ein starker El Niño entwickelt. Auch die US-Wetterbehörde NOAA rechnet damit, dass das Ereignis bis zum Jahresende weiter an Intensität gewinnt. Weltweit können sich dadurch Temperatur- und Niederschlagsmuster verschieben. Für Deutschland lässt sich daraus allerdings keine konkrete Wettervorhersage ableiten. Der Einfluss des tropischen Pazifiks ist in Europa deutlich weniger eindeutig als in vielen tropischen und subtropischen Regionen.

Starker El Niño 2026 könnte bis zum Frühjahr anhalten

Nach der jüngsten Einschätzung der NOAA besteht eine Wahrscheinlichkeit von 97 Prozent, dass El Niño bis zum frühen Frühjahr 2027 anhält. Im Juli lag der wöchentliche Temperaturwert in der wichtigen Niño-3.4-Region etwa 1,2 Grad über dem langjährigen Durchschnitt. Für die Monate Oktober bis Dezember sieht die Behörde eine Wahrscheinlichkeit von 81 Prozent für ein sehr starkes Ereignis.

Die Weltorganisation für Meteorologie erwartet bereits für August bis Oktober eine weitere deutliche Erwärmung des zentralen und östlichen tropischen Pazifiks. Die Entwicklung könnte ihren Höhepunkt im November erreichen. Damit könnte El Niño 2026 zu den stärkeren Ereignissen seit Beginn der systematischen Messungen gehören.

Was hinter dem Wetterphänomen El Niño steckt

El Niño ist eine natürlich auftretende Veränderung im gekoppelten System aus Ozean und Atmosphäre. Dabei erwärmt sich das Oberflächenwasser im zentralen und östlichen tropischen Pazifik ungewöhnlich stark. Gleichzeitig verändern sich Luftdruck, Passatwinde, Wolkenbildung und Meeresströmungen.

Das Wetterphänomen El Niño tritt gewöhnlich in Abständen von zwei bis sieben Jahren auf und dauert häufig zwischen neun und zwölf Monaten. Seine stärkste Phase erreicht es oft zwischen November und Februar. El Niño ist Teil der sogenannten El Niño Southern Oscillation. Die entgegengesetzte Phase heißt La Niña und ist mit ungewöhnlich kühlem Wasser im tropischen Pazifik verbunden.

El Niño Auswirkungen Deutschland bleiben schwer vorherzusagen

Für das Wetter in Deutschland ist El Niño kein direkter und verlässlicher Taktgeber. Während die Auswirkungen rund um den tropischen Pazifik häufig deutlich erkennbar sind, überlagern in Europa andere Faktoren das Signal. Dazu gehören die Entwicklung des Atlantiks, der Polarwirbel, die Lage des Jetstreams sowie regionale Hoch- und Tiefdruckgebiete.

Die aktuellen Saisonmodelle der Weltorganisation für Meteorologie deuten für August bis Oktober auf überdurchschnittliche Temperaturen in weiten Teilen Europas hin. In Südeuropa könnte es häufiger nass, in Nordeuropa häufiger trocken ausfallen. Deutschland liegt zwischen diesen Gebieten. Eine belastbare Aussage über einen besonders heißen Herbst oder einen kalten Winter ist deshalb nicht möglich.

El Niño Europa: Keine einfache Wetterformel

Auch ein sehr starker El Niño bedeutet nicht, dass die typischen Auswirkungen überall eintreten. Die Intensität allein entscheidet nicht über den konkreten Verlauf. Wichtig sind auch der Zeitpunkt, die Dauer und das Zusammenspiel mit weiteren Klimaphänomenen. Für 2026 erwarten Fachleute zusätzlich einen positiven Dipol im Indischen Ozean, der bestimmte Niederschlagsmuster verstärken kann.

Für Europa ergeben sich aus vergangenen Ereignissen keine zuverlässigen Regeln für einzelne Länder. Ein El-Niño-Winter kann mild, wechselhaft oder regional auch kalt ausfallen. Aussagen über Schnee, Stürme oder Temperaturen in Deutschland Monate im Voraus wären daher unseriös. Saisonprognosen zeigen lediglich erhöhte Wahrscheinlichkeiten und keine sicheren Wetterabläufe.

Weltweit steigt das Risiko für Dürren und Starkregen

Deutlicher sind die möglichen Folgen in anderen Weltregionen. Die aktuellen Modelle zeigen ein erhöhtes Dürrerisiko unter anderem für Teile Australiens, Indiens, Mittelamerikas und der Karibik. Mehr Niederschlag könnte dagegen in Ostafrika, Zentralasien, im westlichen Nordamerika und in Teilen Südamerikas fallen.

Dadurch können regional Überschwemmungen, Ernteausfälle, Wasserknappheit und eine steigende Waldbrandgefahr begünstigt werden. El Niño kann zudem die globale Durchschnittstemperatur vorübergehend erhöhen, weil der warme Pazifik zusätzliche Wärme an die Atmosphäre abgibt. Welche Folgen tatsächlich eintreten, hängt jedoch von der jeweiligen Region und weiteren Wetter- und Klimafaktoren ab.

Warum Fachleute nicht von einem Super-El-Niño sprechen

In Medien und sozialen Netzwerken ist häufig von einem „Super-El-Niño“ die Rede. Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine offizielle meteorologische Kategorie. Die Weltorganisation für Meteorologie unterscheidet zwischen schwachen, moderaten, starken und sehr starken Ereignissen.

Auch der Vergleich mit früheren El-Niño-Phasen wird durch die allgemeine Erwärmung der Ozeane schwieriger. Das Europäische Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage verwendet deshalb seit Juni 2026 ergänzende relative Niño-Indizes. Sie vergleichen die Erwärmung im Pazifik mit der Temperaturentwicklung in den übrigen Tropen. Auch nach dieser Berechnung könnte der aktuelle El Niño ungewöhnlich stark werden.

Teilen:

Münster Map
Zum Aktivieren tippen
Route anzeigen

Mehr Beiträge:

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu