Warum Warshs erster Fed-Auftritt die Märkte beschäftigt

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Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Fed Zinsentscheid: Leitzins dürfte unverändert bleiben

Die US-Notenbank Federal Reserve steht heute vor einem Zinsentscheid mit besonderer Signalwirkung. Es ist die erste Sitzung des Offenmarktausschusses FOMC unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh. Eine Änderung der Geldpolitik gilt an den Märkten nicht als wahrscheinlich. Erwartet wird, dass die Fed die Zielspanne für den Leitzins bei 3,50 bis 3,75 Prozent belässt. Ein auf Fed-Funds-Futures basierender Marktrechner zeigte zuletzt eine Wahrscheinlichkeit von 98,9 Prozent für genau dieses Ergebnis. Der Beschluss wird um 14 Uhr Ortszeit in Washington erwartet, also um 20 Uhr deutscher Zeit.

Der Dot-Plot rückt stärker in den Fokus

Wichtiger als der eigentliche Zinsbeschluss dürfte für Anleger der neue Dot-Plot werden. Die Fed veröffentlicht bei dieser Sitzung aktualisierte Projektionen der Notenbanker zu Wachstum, Inflation, Arbeitsmarkt und möglichem Zinspfad. Im März hatte die Mehrheit noch eine Zinssenkung im Jahresverlauf erwartet. Nun rechnen viele Beobachter damit, dass diese Erwartung nach oben wandert. Mehrere Fed-Mitglieder könnten eine längere Zinspause oder sogar spätere Zinserhöhungen signalisieren. Bestätigt ist das erst mit Veröffentlichung der Projektionen.

Warshs erste Pressekonferenz wird zum Signaltest

Kevin Warsh spricht nach dem Beschluss erstmals als Fed-Vorsitzender vor der Presse. Die Pressekonferenz ist für 14.30 Uhr in Washington angesetzt, also 20.30 Uhr deutscher Zeit. Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur der aktuelle Leitzins. Entscheidend wird, wie Warsh die künftige Kommunikation der Fed ausrichtet. Er gilt als Kritiker zu umfangreicher Forward Guidance. Damit könnte die Fed künftig vorsichtiger werden, wenn es um Hinweise auf den weiteren Zinspfad geht. Erwartet wird deshalb ein Ton, der weniger feste Richtung verspricht und stärker auf neue Daten verweist.

Märkte erwarten weniger Eindeutigkeit

An den Finanzmärkten wird vor allem darauf geachtet, ob die Fed ihre bisherige Tendenz zu möglichen späteren Zinssenkungen abschwächt. Am Anleihemarkt haben sich viele Investoren vorsichtiger positioniert. Reuters berichtete unter Berufung auf eine J.P.-Morgan-Umfrage, dass neutrale Positionierungen in US-Staatsanleihen zuletzt zugenommen haben. Auch am Devisenmarkt blieb die Bewegung vor dem Entscheid begrenzt. Der Dollar gab im asiatischen Handel leicht nach, größere Richtungswetten blieben aber vor dem Fed-Termin aus.

Inflation und Arbeitsmarkt bestimmen die Debatte

Die Ausgangslage für die Fed ist kompliziert. Die Inflation liegt weiter über dem Ziel von zwei Prozent. Gleichzeitig hat sich der US-Arbeitsmarkt robuster gezeigt als zeitweise erwartet. Dadurch verschiebt sich die Debatte im FOMC. Statt einer raschen Zinssenkung geht es stärker um die Frage, ob die aktuelle Spanne lange genug gehalten werden muss. Einzelne Stimmen am Markt halten sogar spätere Zinserhöhungen für möglich. Für die heutige Entscheidung bleibt aber maßgeblich, dass eine Zinspause der klare Marktkonsens ist.

Was bestätigt ist und was erwartet wird

Bestätigt sind die Sitzung am 16. und 17. Juni, Warshs Vorsitz und die Veröffentlichung neuer Projektionen im Rahmen dieser Sitzung. Bestätigt ist außerdem, dass die bisherige Zielspanne der Fed bei 3,50 bis 3,75 Prozent liegt. Erwartet, aber noch nicht beschlossen, ist eine unveränderte Zinsspanne. Ebenfalls offen bleibt, wie stark sich der Dot-Plot verändert und ob Warsh selbst eine eigene Zinsprojektion abgibt. Für Anleger ist der Termin deshalb weniger wegen eines möglichen Zinsschritts wichtig, sondern wegen der Hinweise auf den Kurs der neuen Fed-Führung.

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