Züge fahren wieder direkt zwischen Hamburg und Berlin

Baustelle auf der A59 bei Köln dauert länger als geplant
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Direkte Verbindung nach mehr als zehn Monaten zurück

Der Fernverkehr zwischen Hamburg und Berlin fährt seit Sonntagmorgen wieder auf der direkten Strecke. Nach mehr als zehn Monaten Generalsanierung ist der wichtige Bahnkorridor zwischen den beiden größten deutschen Städten wieder vollständig in Betrieb. Für Reisende endet damit eine lange Phase mit Umleitungen, längeren Fahrzeiten und Ersatzkonzepten. Die Wiederaufnahme fällt mit dem kleinen Fahrplanwechsel der Deutschen Bahn zusammen. Deshalb dürfte der Begriff Fernverkehr am frühen Morgen besonders stark gesucht worden sein. Hinweise auf eine bundesweite akute Störung oder einen Streik als Auslöser ergaben sich zunächst nicht.

Fernverkehr Hamburg Berlin erhält deutlich mehr Fahrten

Mit der Freigabe wächst das Angebot auf der Strecke deutlich. Die Zahl der täglichen direkten Fernverkehrszüge mit ICE und Railjet steigt nach Angaben der Bahn von zuletzt 38 auf 52 Fahrten. Der Umweg über Uelzen, Salzwedel und Stendal entfällt. Auch die Bahnhöfe Büchen, Ludwigslust und Wittenberge werden wieder regelmäßig in das Fernverkehrsangebot eingebunden. Für viele Fahrgäste bedeutet das kürzere Reisezeiten, mehr Direktverbindungen und eine spürbare Entlastung auf einer Strecke, die im deutschen Bahnnetz eine zentrale Rolle spielt.

Noch nicht alles läuft ohne Einschränkung

Ganz ohne Einschränkungen startet der Betrieb nicht. Zwischen Hagenow Land und Berlin Spandau laufen weiterhin Abnahmen an neuer Signal- und Stellwerkstechnik. Deshalb müssen Fernzüge bis Ende Juni abschnittsweise langsamer fahren. Die Fahrpläne wurden vorsorglich im Minutenbereich angepasst. Reisende sollten deshalb vor Fahrtantritt die Verbindung im DB Navigator oder in der elektronischen Reiseauskunft prüfen. Im Nahverkehr soll der reguläre Fahrplan wieder gelten. Der Busersatzverkehr auf der Strecke endet mit der vollständigen Wiederaufnahme.

Sanierung brachte neue Gleise, Weichen und Signale

Die Arbeiten an der Strecke waren umfangreich. Seit August 2025 wurden unter anderem 165 Kilometer Gleise, nahezu 250 Weichen, zahlreiche Signale und Bahnsteige erneuert. Zudem modernisierte die Bahn viele Bahnhöfe entlang des Korridors. Die Strecke war ursprünglich früher zur vollständigen Freigabe vorgesehen, der Termin verschob sich jedoch wegen witterungsbedingter Verzögerungen. Für die Bahn ist die Verbindung Hamburg Berlin auch deshalb wichtig, weil sie Teil internationaler Verbindungen nach Prag, Kopenhagen, Budapest, Bratislava und Wien ist.

Berliner Stadtbahn sorgt parallel für neue Umleitungen

Während die Verbindung Hamburg Berlin wieder frei ist, beginnt in Berlin gleichzeitig eine neue Großbaustelle. Die Stadtbahn zwischen Charlottenburg und Ostbahnhof ist ab dem 14. Juni bis zum 12. Dezember für Regional- und Fernzüge gesperrt. ICE-Züge von und nach Köln beziehungsweise Düsseldorf werden über Südkreuz geführt. Eurocity-Züge von und nach Polen starten oder enden in Gesundbrunnen. Intercity-Züge zwischen Dresden und Rostock werden über Ostkreuz umgeleitet. Für die Hamburg-Verbindung entfällt der Halt in Berlin Spandau.

Fahrgäste sollten Verbindungen vorab prüfen

Für Reisende im Fernverkehr bedeutet der Sonntag damit eine gemischte Lage. Einerseits kehrt auf der wichtigen Achse Hamburg Berlin nach langer Bauzeit der direkte Betrieb zurück. Andererseits bleiben einzelne Minutenanpassungen und Umleitungen im Berliner Knoten bestehen. Wer heute oder in den kommenden Tagen unterwegs ist, sollte die gebuchte Verbindung kurz vor der Abfahrt prüfen. Das gilt besonders für Reisen über Berlin, für Anschlüsse an den Regionalverkehr und für Verbindungen, die bisher über Ausweichstrecken geführt wurden.

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