
Die Globus-Markthalle in Hamburg-Lurup ist geschlossen. Ursprünglich wollte das Handelsunternehmen den Standort am Grandkuhlenweg erst zum 30. September 2026 aufgeben. Der letzte Verkaufstag wurde jedoch auf Freitag, 18. September, vorgezogen. Als Grund nannte das Unternehmen den bereits weit fortgeschrittenen Abverkauf. Damit ist Hamburg seit Samstag ohne Globus-Markthalle.
Von der Aufgabe des Standorts sind rund 200 Beschäftigte betroffen. Globus erklärte, Kontakte zu anderen Arbeitgebern in Hamburg zu vermitteln und für möglichst viele Mitarbeiter Lösungen finden zu wollen. Weitere konkrete Angaben zu individuellen Anschlussbeschäftigungen lagen zunächst nicht vor. Die Globus Hamburg-Lurup Schließung beendet damit ein vergleichsweise kurzes Kapitel des Unternehmens in der Hansestadt.
Globus hatte den früheren Real-Standort am Grandkuhlenweg bereits zum 1. Juli 2022 übernommen. Nach umfangreichen Umbauten eröffnete dort am 20. Juli 2023 die damals 65. Globus-Markthalle in Deutschland. Auf rund 10.500 Quadratmetern Verkaufsfläche setzte das Unternehmen sein für die Kette typisches Konzept mit großem Lebensmittelangebot, Nonfood-Sortimenten und eigener Herstellung um.
Zum Markt gehörten unter anderem eine eigene Fachmetzgerei, eine Meisterbäckerei, ein Restaurant sowie Frischebereiche für Fisch, Käse und Sushi. Zur Eröffnung beschäftigte Globus nach eigenen Angaben insgesamt rund 250 Menschen am Standort. Darunter waren etwa 100 frühere Real-Beschäftigte, die das Unternehmen übernommen hatte. Weitere Stellen waren im Zuge des Ausbaus hinzugekommen.
Der Standort hielt sich dennoch nur gut drei Jahre unter der Marke Globus. Das Unternehmen hatte die Schließung im Juni angekündigt und erklärt, jeden Markt danach zu beurteilen, ob er dauerhaft wirtschaftlich erfolgreich betrieben werden könne und bei den Kunden ausreichend angenommen werde. Für Hamburg kam Globus nach eigenen Angaben zu dem Ergebnis, dass sich das eigene Markthallenkonzept unter den dortigen Rahmenbedingungen langfristig nicht erfolgreich umsetzen lasse.
Zum Zeitpunkt der Schließung waren rund 200 Beschäftigte betroffen. Das Unternehmen verwies zuletzt darauf, Verbindungen zu anderen Arbeitgebern in Hamburg herzustellen. Ob und wie viele Mitarbeiter unmittelbar eine neue Beschäftigung gefunden haben, war zunächst nicht öffentlich bekannt.
Auch die kleineren Geschäfte in der Ladenpassage sind von der Veränderung am Standort berührt. Die Passage kann in ihrer bisherigen Form nach dem Aus der Markthalle nicht fortgeführt werden. Einzelne Betriebe können nach Angaben von Globus jedoch am Standort bleiben, sofern sie über einen eigenen Zugang von außen verfügen. Welche Geschäfte langfristig dort weiterarbeiten werden, war zunächst nicht abschließend geklärt.
Offen ist vor allem, was mit der großen Handelsimmobilie nach dem Rückzug von Globus geschieht. Das Unternehmen war dort Mieter und nicht Eigentümer des Gebäudes. Eine konkret bestätigte Nachfolge für die große Verkaufsfläche gab es bis zur Schließung nicht.
Das Bezirksamt Altona teilte in einer Antwort auf eine politische Anfrage mit, dass derzeit keine neue Antragslage für den Standort vorliege. Das Gelände befindet sich zudem in einem Gebiet, dessen planerische Rahmenbedingungen künftig im Zusammenhang mit der Science City weiterentwickelt werden. Eine bestimmte spätere Nutzung der Globus-Fläche ist daraus bislang nicht abzuleiten.
Eine zusätzliche Besonderheit des Standorts ist die Verkehrssituation am Grandkuhlenweg. Ein Straßenabschnitt ist wegen Fahrbahnabsenkungen für den Autoverkehr gesperrt, zwischenzeitlich wurde eine Behelfszufahrt eingerichtet. Die Ursachen der Absenkungen waren nach Angaben des Bezirksamts zuletzt noch nicht abschließend geklärt. Welche Bedeutung die Verkehrssituation für eine künftige Ansiedlung haben wird, ist deshalb ebenfalls offen.
Der Eigentümer der Immobilie verfolgt nach Angaben des Bezirksamts zudem ein zuvor ruhendes Gerichtsverfahren gegen die Stadt Hamburg weiter. Für die Nachnutzung des Areals ergibt sich daraus bislang keine feststehende Konsequenz. Eine bestätigte Vereinbarung mit einem neuen Lebensmittelhändler oder einem anderen großflächigen Nutzer lag zunächst nicht vor.
Die Hamburger Schließung steht nicht allein. Globus überprüft sein Markthallennetz seit mehreren Jahren und trennt sich von Standorten, an denen sich das eigene großflächige Konzept nach Einschätzung des Unternehmens nicht dauerhaft wirtschaftlich betreiben lässt.
Bereits 2024 hatte Globus angekündigt, die Markthallen in Bedburg, Chemnitz, Essen, Neubrandenburg und Wesel nicht selbst weiterzuführen. Für diese Standorte wurde Kaufland als Übernehmer vorgesehen. Globus begründete auch diesen Schritt damit, dass die eigenen Anforderungen an einen wirtschaftlichen Betrieb dort nicht erfüllt worden seien.
Damit korrigierte das Familienunternehmen einen Teil der starken Expansion, die vor allem durch die Übernahme ehemaliger Real-Märkte entstanden war. Zwischen 2020 und 2023 integrierte Globus zahlreiche frühere Real-Standorte. Hamburg-Lurup gehörte zu den letzten Märkten dieser Expansionsphase.
Der Rückzug aus Hamburg bedeutet allerdings keinen grundsätzlichen Expansionsstopp. Globus verfolgt parallel weiterhin neue Projekte und betont, dass Standorte individuell entwickelt und geprüft werden. Dabei setzt das Unternehmen vor allem auf große Verkaufsflächen, regionale Sortimente, eigene Lebensmittelproduktion und Gastronomie.
Zu den derzeit öffentlich genannten Projekten in Deutschland gehört eine neue Globus-Markthalle in Trier. Für das Vorhaben in Trier-Zewen wurde nach Unternehmensangaben im Dezember 2025 die Baugenehmigung erteilt. Auch in Dresden plant Globus eine neue Markthalle an der Hamburger Straße. Einen konkreten Eröffnungstermin nennt das Unternehmen für dieses Projekt bislang nicht.
Globus spricht aktuell von mehr als 60 Markthallen in Deutschland. Hinzu kommen die Baumärkte der Gruppe sowie Handelsaktivitäten in Tschechien und Luxemburg. Für die deutschen Markthallen liegt der strategische Schwerpunkt nach eigenen Angaben auf einer Kombination aus Weiterentwicklung bestehender Häuser, Sicherung langfristig tragfähiger Standorte, punktueller Abgabe von Märkten und gezielter Neuansiedlung.
Hamburg-Lurup zeigt damit zugleich die Grenzen dieser Strategie. Ein Standort, der 2023 noch als wichtiger Abschluss der Integration früherer Real-Märkte galt, gehört gut drei Jahre später nicht mehr zum Netz. Für die ehemalige Markthalle beginnt nun die Suche nach einer neuen Nutzung, während Globus seine Expansion an anderen Standorten fortsetzt.
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