
Peugeot hat in Deutschland 12.864 Fahrzeuge wegen eines Softwarefehlers zurückgerufen. Betroffen sind die Modelle 308, 408, 3008 und 5008. Bei bestimmten Fahrzeugen kann eine Fehlfunktion der Software im sogenannten Vehicle Supervision Module, kurz VSM, dazu führen, dass die inneren Türgriffe unerwartet deaktiviert werden. Für Insassen besteht dadurch das Risiko, eine oder mehrere Türen nicht wie vorgesehen von innen öffnen zu können.
Der Rückruf betrifft Fahrzeuge aus dem Produktionszeitraum vom 9. Oktober 2023 bis zum 12. Februar 2026. Weltweit umfasst die Peugeot-Aktion 110.065 Fahrzeuge. In Deutschland sind 12.864 Exemplare erfasst. Der Hersteller führt die Kampagne unter dem Rückrufcode M4B. Beim Kraftfahrt-Bundesamt ist der Vorgang unter der Referenznummer 16644R registriert.
Ursache des Rückrufs ist keine mechanische Beschädigung der Türgriffe. Das Problem liegt in der Software des Vehicle Supervision Module. Dieses elektronische Steuergerät ist in die Überwachung und Steuerung verschiedener Fahrzeugfunktionen eingebunden. Bei den betroffenen Autos kann die Fehlfunktion dazu führen, dass die Bedienung der Innentürgriffe deaktiviert wird.
Je nach Fahrzeug können davon einzelne oder mehrere Türen betroffen sein. In entsprechenden europäischen Rückrufinformationen wird beschrieben, dass sich die Störung auf eine bis vier Türen auswirken kann. Entscheidend ist damit nicht, ob ein Türgriff mechanisch beschädigt ist, sondern ob die elektronische Freigabe ordnungsgemäß funktioniert.
Zur Behebung des Fehlers wird die Software des VSM aktualisiert. Peugeot weist grundsätzlich darauf hin, dass Arbeiten im Rahmen von Rückrufaktionen für Fahrzeughalter kostenfrei durchgeführt werden. Eine konkrete Dauer für die Maßnahme wird für die Aktion M4B nicht allgemein angegeben.
Der Rückruf erstreckt sich nicht pauschal auf jedes Fahrzeug der vier Baureihen. Maßgeblich sind unter anderem Produktionszeitraum und Fahrzeugidentifikationsnummer. Deshalb lässt sich allein anhand der Modellbezeichnung oder des Erstzulassungsjahres nicht sicher feststellen, ob ein bestimmtes Auto tatsächlich in die Aktion einbezogen ist.
Peugeot stellt für Rückrufaktionen eine Online-Prüfung bereit. Dafür wird die 17-stellige Fahrzeugidentifikationsnummer benötigt. Sie findet sich unter anderem in den Fahrzeugpapieren. Alternativ können Halter bei einer Peugeot-Vertragswerkstatt prüfen lassen, ob für ihr Fahrzeug die Aktion M4B hinterlegt ist.
Nach den zum Rückruf veröffentlichten Angaben sind bislang keine Sach- oder Personenschäden bekannt, die auf die betreffende Fehlfunktion zurückgeführt wurden. Der Rückruf setzt damit bereits bei dem möglichen Sicherheitsrisiko an, dass Insassen eine Tür im betroffenen Zustand nicht regulär von innen öffnen können.
Bei den verschiedenen Nummern des Rückrufs ist eine Unterscheidung wichtig. M4B ist der interne Rückrufcode von Peugeot. Die deutsche KBA-Referenznummer lautet dagegen 16644R. Unter dieser Kennung wird die Aktion für die betroffenen Peugeot-Modelle geführt.
Die Rückrufdaten nennen für Peugeot insgesamt 110.065 betroffene Fahrzeuge weltweit. Auf Deutschland entfallen davon 12.864 Autos. Der Produktionszeitraum reicht über mehrere Modelljahre und umfasst Fahrzeuge, die zwischen Oktober 2023 und Februar 2026 gebaut wurden.
Für Fahrzeughalter bedeutet die große Zahl deshalb nicht automatisch, dass jeder Peugeot 308, 408, 3008 oder 5008 aus diesen Jahren betroffen ist. Entscheidend ist die Zuordnung des konkreten Fahrzeugs zur Rückrufkampagne. Die Überprüfung über die Fahrzeugidentifikationsnummer schafft hier Klarheit.
Das technische Problem ist nicht auf Peugeot beschränkt. Vergleichbare Rückrufaktionen gibt es auch bei Citroën und Opel. Bei Citroën betrifft die entsprechende Maßnahme den C5 X, bei Opel die Modelle Astra und Grandland. Die Hersteller verwenden dafür eigene Aktionscodes und die Behörden eigene Referenznummern.
Über alle drei Marken hinweg werden rund 142.700 Fahrzeuge weltweit mit dem vergleichbaren Problem in Verbindung gebracht. Den größten Anteil stellt Peugeot mit 110.065 Fahrzeugen. Die gemeinsame technische Ursache liegt jeweils im Bereich der VSM-Software und der möglichen Deaktivierung der inneren Türbetätigung.
Damit zeigt der Rückruf zugleich, welche Bedeutung Software inzwischen für klassische Sicherheitsfunktionen eines Autos hat. Funktionen wie das Öffnen einer Tür können bei modernen Fahrzeugarchitekturen nicht mehr ausschließlich von mechanischen Komponenten abhängen. Fehler in Steuergeräten oder ihrer Software können deshalb Maßnahmen über mehrere Modelle und sogar mehrere Marken eines Konzerns hinweg erforderlich machen.
Wer einen Peugeot 308, 408, 3008 oder 5008 aus dem genannten Zeitraum besitzt, kann den Rückrufstatus anhand der Fahrzeugidentifikationsnummer prüfen. Ist das Fahrzeug der Kampagne M4B zugeordnet, wird die VSM-Software aktualisiert. Für Rückrufmaßnahmen erhebt Peugeot nach eigenen Angaben keine Kosten von den Fahrzeughaltern.
Auch bei einem gebraucht gekauften Fahrzeug ist eine Prüfung sinnvoll, wenn unklar ist, ob eine frühere Rückrufmaßnahme bereits erledigt wurde. Ob ein konkretes Auto betroffen ist und die Software schon aktualisiert wurde, lässt sich über die individuelle Fahrzeugidentifikationsnummer feststellen. Der Rückruf bleibt damit nicht auf eine bestimmte Antriebsart oder eine pauschale Modellbezeichnung reduzierbar, sondern wird fahrzeugbezogen abgewickelt.
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