
Für Hundehalter in Deutschland bleibt das Jahr 2026 unübersichtlich. Einen bundesweit einheitlichen Hundeführerschein gibt es weiterhin nicht. Stattdessen entscheiden Länder und Kommunen über Sachkundenachweise, Hundesteuer, Meldepflichten und besondere Auflagen für gefährliche Hunde. Besonders deutlich wird das in Bremen: Dort wird ab Juli 2026 ein Hundeführerschein für neu aufgenommene Hunde Pflicht.
Auch auf EU-Ebene kommt Bewegung in das Thema. Hunde und Katzen sollen künftig verpflichtend gechippt und registriert werden. Für private Hundehalter gilt allerdings eine lange Übergangsfrist. Wer bereits jetzt einen Hund hält, sollte deshalb genau unterscheiden: Was gilt sofort? Was gilt nur in einzelnen Bundesländern? Und was wird erst in einigen Jahren wirksam?
Die wichtigste konkrete Änderung kommt aus Bremen. Ab dem 1. Juli 2026 ist dort für jeden neu aufgenommenen Hund grundsätzlich ein Hundeführerschein erforderlich. Die theoretische Sachkundeprüfung muss vor der Aufnahme des Hundes abgelegt werden. Die praktische Prüfung folgt innerhalb eines Jahres nach Aufnahme des Hundes. Der Hund muss dafür mindestens zwölf Monate alt sein.
Wer bereits vor Juli 2026 einen Hund hält, muss den Nachweis grundsätzlich nicht nachträglich erbringen. Eine Ausnahme gilt für gefährliche Hunde. Für neue Hundehalterinnen und Hundehalter wird Bremen damit zu einem der strengeren Bundesländer.
Eine bundesweite Pflicht zum Hundeführerschein gibt es 2026 weiterhin nicht. Das Hunderecht ist in Deutschland überwiegend Ländersache. Deshalb unterscheiden sich die Regeln je nach Bundesland erheblich. Niedersachsen verlangt bereits seit Jahren einen Sachkundenachweis für Hundehalter. Bremen zieht nun mit einer eigenen Regelung für neu aufgenommene Hunde nach.
Andere Länder setzen bislang stärker auf Auflagen für bestimmte Hundegruppen. Dazu gehören etwa als gefährlich eingestufte Hunde, sogenannte Listenhunde oder Hunde, die durch Verhalten auffällig geworden sind. Je nach Bundesland können Erlaubnis, Sachkunde, Wesenstest, Leinenpflicht, Maulkorbpflicht oder besondere Versicherungspflichten vorgeschrieben sein.
In Baden-Württemberg wird seit Jahren über mehr Sachkunde für Hundehalter diskutiert. Eine flächendeckende Pflicht für alle Hundehalter sollte jedoch nicht als bereits beschlossen dargestellt werden. Aktuelle Berichte sprechen eher von niedrigschwelligen Informations- und Bildungsangeboten sowie Prüfmodellen.
Für Hundehalter bedeutet das: Wer in Baden-Württemberg lebt, sollte die Entwicklung beobachten, aber sich nicht auf eine bereits geltende neue allgemeine Pflicht verlassen. Verbindlich bleiben die jeweils aktuellen Regelungen des Landes und der Kommune.
Auf EU-Ebene wurden neue Regeln für Hunde und Katzen beschlossen. Künftig sollen Tiere verpflichtend mit einem Mikrochip gekennzeichnet und in nationalen Datenbanken registriert werden. Ziel ist es, illegalen Tierhandel einzudämmen und den Tierschutz zu stärken.
Für private Hundehalter gilt nach aktuellen Berichten eine Übergangsfrist von zehn Jahren. Katzenhalter erhalten noch längere Fristen. Anbieter und Händler müssen die Vorgaben früher umsetzen. Wer seinen Hund bereits chippen und bei Datenbanken wie TASSO oder FINDEFIX registrieren lässt, ist für den Alltag ohnehin besser abgesichert, etwa wenn das Tier entläuft.
Die Hundesteuer wird nicht vom Bund oder den Ländern einheitlich festgelegt, sondern von den Kommunen. Deshalb können sich die Beträge von Stadt zu Stadt deutlich unterscheiden. 2026 zeigt Ahlen, wie stark lokale Entscheidungen Hundehalter betreffen können. Die Stadt erhebt seit dem 1. Januar 2026 wieder Hundesteuer für den ersten Hund. Die Jahressteuer beträgt 78 Euro.
Hundehalter sollten deshalb nicht nur auf Landesgesetze achten, sondern auch auf die Satzung ihrer Stadt oder Gemeinde. Dort steht, wann ein Hund angemeldet werden muss, wie hoch die Steuer ist und ob es Ermäßigungen oder Befreiungen gibt.
Wer 2026 einen Hund anschaffen möchte, sollte vorab drei Dinge klären. Erstens: Welche Sachkunde- oder Hundeführerscheinpflicht gilt im eigenen Bundesland? Zweitens: Welche Melde-, Chip- und Versicherungspflichten schreibt die Kommune oder das Land vor? Drittens: Welche Hundesteuer fällt am Wohnort an?
Besonders wichtig ist das bei Hunden, die als gefährlich eingestuft werden können oder bereits auffällig geworden sind. In solchen Fällen gelten oft strengere Vorgaben, die vor der Anschaffung oder Haltung geklärt werden müssen.
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