ICE L nach Sylt sorgt für Kritik: Das bemängeln Fahrgäste

ICE L Steuerwagen
E235JREMU, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

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Der neue ICE L soll Bahnreisen nach Sylt komfortabler machen und den Einstieg erleichtern. Seit Mai fährt das neue Fernverkehrsmodell der Deutschen Bahn regelmäßig nach Westerland. Inzwischen gibt es auch Verbindungen aus Berlin sowie aus Köln und Frankfurt. Ein Werbebeitrag der Bahn hat in den sozialen Netzwerken jedoch nicht nur Zustimmung ausgelöst. Einzelne Nutzer kritisieren unter anderem das Fahrverhalten und bezweifeln, dass der Zug ihren Erwartungen an einen ICE entspricht.

Deutsche Bahn wirbt mit Komfort und stufenlosem Einstieg

Der ICE L ist seit dem 1. Mai 2026 zwischen Hamburg und Westerland im Einsatz. Seit dem 14. Juni besteht wieder eine direkte Verbindung zwischen Berlin und Sylt. Am 11. Juli kamen weitere Fahrten von Frankfurt über Gießen sowie von Köln über Münster nach Westerland hinzu.

Die Deutsche Bahn bewirbt den Zug unter anderem mit seinem stufenlosen Einstieg. Das „L“ im Namen steht für „Low Floor“, also Niederflur. Davon sollen insbesondere Menschen mit eingeschränkter Mobilität sowie Reisende mit Kinderwagen, Fahrrädern oder schwerem Gepäck profitieren.

Zur Ausstattung gehören 562 Sitzplätze, Steckdosen an allen Plätzen, neue Reservierungsanzeigen und mobilfunkdurchlässige Fensterscheiben. Zudem besitzt der Zug mit 46 Plätzen nach Angaben der Bahn den größten Familienbereich innerhalb der ICE-Flotte. Hinzu kommen neun Plätze im Kleinkindabteil.

Was wird am ICE L nach Sylt kritisiert?

Auslöser der Diskussion war ein Facebook-Beitrag, in dem die Deutsche Bahn die neue Sylt-Verbindung mit mehreren Urlaubsvergleichen bewarb. Dabei stellte sie unter anderem den Sitzkomfort, den Familienbereich und besondere Sitzplätze heraus.

Einige Nutzer reagierten darauf kritisch. Ein Kommentator bezweifelte, dass der beworbene Komfort viel bringe, wenn Reisende auf einer stark nachgefragten Verbindung keinen Sitzplatz erhielten. Andere Kommentare bezogen sich auf das Fahrverhalten des ICE L. Darin wurde von einem unruhigen Fahrgefühl und spürbaren Bewegungen des Zuges berichtet.

Vereinzelt wurde zudem infrage gestellt, ob der ICE L den Erwartungen entspricht, die viele Reisende mit der Bezeichnung ICE verbinden. Ein Nutzer bezeichnete den Zug als „Schrottzug“ und sprach von „Abzocke“. Aus dem Kommentar geht allerdings nicht eindeutig hervor, ob sich die Kritik auf den Fahrpreis, den Komfort, die Geschwindigkeit oder das Gesamtangebot bezog.

Bei den Reaktionen handelt es sich um einzelne Stimmen in sozialen Netzwerken. Sie erlauben daher keine allgemeine Aussage darüber, wie die Fahrgäste den ICE L insgesamt bewerten.

Ist der ICE L langsamer als andere ICE-Züge?

Der ICE L erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 230 Kilometern pro Stunde. Damit ist er langsamer als einige andere ICE-Modelle, die Tempo 300 oder mehr erreichen können.

Auf der Strecke nach Sylt kann der Zug seine Höchstgeschwindigkeit jedoch ohnehin nicht durchgehend ausfahren. Entscheidend sind dort auch die zulässigen Geschwindigkeiten auf den einzelnen Streckenabschnitten. Die geringere Höchstgeschwindigkeit bedeutet daher nicht automatisch, dass die Fahrt nach Sylt wesentlich länger dauert.

Neue Verbindung führt auch über Münster

Für Reisende aus Nordrhein-Westfalen ist vor allem die Verbindung von Köln über Düsseldorf und Münster nach Westerland interessant. Sie ermöglicht eine direkte Fahrt an die Nordsee, ohne dass in Hamburg umgestiegen werden muss.

Der ICE L fährt außerdem von Frankfurt über Gießen nach Sylt sowie auf einer Verbindung aus Nordrhein-Westfalen nach Oberstdorf. Für die kommenden Jahre ist der Einsatz des Zugmodells auch auf weiteren nationalen und internationalen Strecken vorgesehen.

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