
Ilse Aigner steht als mögliche Bundespräsidentin im Fokus. Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder hat sich in einem Interview mit dem Münchner Merkur und der tz klar hinter eine Kandidatur der Bayerischen Landtagspräsidentin gestellt. Söder erklärte wörtlich: Wenn Ilse Aigner das will, hat sie meine volle Sympathie und Unterstützung. Aigner selbst hat noch keine offizielle Kandidatur erklärt.
Mit seiner öffentlichen Unterstützung hat Söder die Debatte um die Steinmeier-Nachfolge neu belebt. Gleichzeitig stellte er in Aussicht, dass die Union nach dem Sommer einen konkreten Vorschlag für das höchste Staatsamt machen wird. Die Bundesversammlung ist für den 30. Januar 2027 terminiert. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier scheidet am 18. März 2027 aus dem Amt, da er nach zwei Amtszeiten nicht erneut antreten kann. Ilse Aigner bringt dafür langjährige politische Erfahrung mit: Seit 2018 ist sie Präsidentin des Bayerischen Landtags, von 2008 bis 2013 war sie Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft.
Seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland im Jahr 1949 hat noch keine Frau das Amt des Bundespräsidenten bekleidet. Aus fast allen politischen Lagern kommen Stimmen, die eine Frau für die Nachfolge Steinmeiers befürworten sollen. Aigner gilt im Unionslager als eine der aussichtsreichsten Kandidatinnen. Aus der CDU werden darüber hinaus Namen wie Julia Klöckner und Monika Grütters diskutiert. In der öffentlichen Debatte rückt die Frage nach einer ersten Bundespräsidentin damit stärker in den Vordergrund.
CDU, CSU und SPD als Koalitionspartner wollen für die Steinmeier-Nachfolge gemeinsam vorgehen und einen gemeinsamen Vorschlag erarbeiten. Das haben die Parteispitzen angekündigt. Ein weiterer Aspekt spricht für Ilse Aigner: Bislang kam noch kein Bundespräsident von der CSU. Das Schloss Bellevue, der Amtssitz des Bundespräsidenten in Berlin, wurde noch nie von einer CSU-Politikerin bezogen. Die Kandidatur Aigners würde damit gleich zwei historische Premieren vereinen: die erste Frau im höchsten Staatsamt und das erste Mal eine CSU-Vertreterin in dieser Position.
Ob Ilse Aigner tatsächlich kandidieren wird, ist bislang offen. Eine offizielle Erklärung ihrerseits steht aus. Söders Unterstützung verleiht ihrer möglichen Kandidatur jedoch erhebliches politisches Gewicht. Mit der Bundesversammlung am 30. Januar 2027 bleibt noch Zeit für eine Entscheidung. Die Steinmeier-Nachfolge gilt als eine der bedeutendsten personalpolitischen Weichenstellungen in Deutschland in naher Zukunft. Die CSU-Politikerin aus Bayern steht damit vor einer richtungsweisenden persönlichen und politischen Entscheidung.
Quellen: dpa, Münchner Merkur/tz (Interview Söder), t-online.de, Handelsblatt, ZDF heute, nzz.ch
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu