Infineon eröffnet neues Milliarden-Werk in Dresden

Infineon eröffnet neues Milliarden-Werk in Dresden
Symbolbild mit KI erstellt

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Die Infineon Chipfabrik Dresden ist offiziell eröffnet. Am 2. Juli 2026 nimmt der Konzern die neue Smart Power Fab auf dem bestehenden Infineon-Campus in Betrieb. Das Werk gilt als eine der modernsten und flexibelsten 300-Millimeter-Halbleiterfabriken Europas. Infineon investiert rund fünf Milliarden Euro. Etwa eine Milliarde Euro kommt aus öffentlicher Förderung. Künftig sollen in Dresden jährlich Milliarden Chips produziert werden. Eine exakte Stückzahl nennt das Unternehmen öffentlich nicht. Für den Standort Dresden bedeutet die Eröffnung einen deutlichen Ausbau der Chipproduktion und rund 1.000 neue Arbeitsplätze.

Smart Power Fab Dresden soll Kapazität deutlich erhöhen

Die Smart Power Fab Dresden erweitert den bestehenden Infineon-Standort in Sachsen. Nach Unternehmensangaben soll die neue Fabrik die Produktionskapazität in Dresden verdoppeln. Gefertigt wird auf 300-Millimeter-Wafern. Auf diese größeren Siliziumscheiben passen deutlich mehr Chips als auf kleinere Wafer, was die Produktion effizienter macht. Die neue Infineon Chipfabrik Dresden ist damit nicht nur ein zusätzliches Werk, sondern ein zentraler Baustein für den weiteren Ausbau der europäischen Halbleiterproduktion. Die volle Auslastung wird nach EU-Angaben voraussichtlich 2031 erreicht.

Fünf Milliarden Euro Investition in Dresden

Infineon investiert rund fünf Milliarden Euro in das Halbleiterwerk Dresden. Nach Angaben des Unternehmens ist es die größte Einzelinvestition der Firmengeschichte. Die öffentliche Förderung liegt bei rund einer Milliarde Euro. Die EU-Kommission hatte eine deutsche Beihilfe von bis zu 920 Millionen Euro als direkten Zuschuss genehmigt. Diese Summe bezieht sich auf ein förderfähiges Investitionsvolumen von 3,5 Milliarden Euro innerhalb des Projekts. Finanziert wird die Förderung über europäische und nationale Programme, unter anderem im Zusammenhang mit dem European Chips Act und dem IPCEI ME/CT.

Welche Chips in der neuen Chipfabrik Dresden entstehen

In der neuen Chipfabrik Dresden produziert Infineon vor allem Leistungshalbleiter sowie Analog- und Mixed-Signal-Chips. Diese Bauteile steuern, wandeln oder regeln elektrische Energie. Sie werden unter anderem in Elektroautos, Industrieanlagen, Windparks, Rechenzentren und Verbraucherprodukten benötigt. Besonders wichtig sind solche Chips auch für Anwendungen rund um Künstliche Intelligenz, weil Rechenzentren eine sehr effiziente Stromversorgung brauchen. Die neue Fabrik ist nach EU-Angaben flexibel ausgelegt und kann zwischen verschiedenen Produktgruppen wechseln. Das erhöht die Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Nachfrageentwicklungen.

Rund 1.000 neue Jobs durch Infineon Förderung Dresden

Mit der Infineon Förderung Dresden und der Milliardeninvestition entstehen nach Unternehmensangaben rund 1.000 neue hochqualifizierte Arbeitsplätze. Hinzu kommen mögliche Beschäftigungseffekte bei Zulieferern, Dienstleistern und im regionalen Umfeld. Infineon verweist in diesem Zusammenhang auf zusätzliche indirekte Effekte für den Standort. Dresden wird damit als Chipstandort weiter gestärkt. Das Umfeld gilt unter dem Namen Silicon Saxony als einer der wichtigsten Mikroelektronik-Cluster Europas. Bereits heute spielt die Region eine zentrale Rolle für die europäische Halbleiterproduktion.

Bau früher fertig als geplant

Der Spatenstich für die neue Fabrik erfolgte im Mai 2023. Die Eröffnung am 2. Juli 2026 kommt nach Medienberichten etwa drei Monate früher als ursprünglich geplant. Das Gebäude ist mehr als 40 Meter hoch und reicht 22 Meter tief in den Boden. Der Reinraum erstreckt sich über zwei Etagen und hat ungefähr die Fläche von drei Fußballfeldern. Für den Bau nennt Infineon unter anderem 29.000 Quadratmeter Gebäudegrundfläche, 150.000 Kubikmeter Transportbeton, 25.000 Tonnen Bewehrungsstahl und rund 2.600 beteiligte Bauarbeiter.

Warum die Fabrik für Europa wichtig ist

Die neue Infineon Chipfabrik Dresden hat auch eine industriepolitische Bedeutung. Europa will seine Abhängigkeit von außereuropäischen Lieferketten bei wichtigen Halbleitern verringern. Genau darauf zielt der European Chips Act. Die Smart Power Fab passt in diese Strategie, weil sie Chips für Schlüsselbereiche wie Elektromobilität, erneuerbare Energien, Industrie, Rechenzentren und KI-Infrastruktur liefert. Für Deutschland und die EU ist das Werk deshalb mehr als ein Standortausbau eines einzelnen Unternehmens. Es ist Teil des Versuchs, zentrale Zukunftstechnologien stärker in Europa zu halten.

Produktion mit Ökostrom und Industriewasser

Infineon betont auch Nachhaltigkeitsaspekte der neuen Fabrik. Der Standort Dresden nutzt nach Unternehmensangaben seit 2021 vollständig Strom aus erneuerbaren Quellen. Die neue Smart Power Fab soll ohne Erdgas betrieben werden. Außerdem setzt das Unternehmen auf Industriewasser statt Trinkwasser. Bis 2033 will Infineon eine Wasserrecyclingquote von bis zu 45 Prozent erreichen. Für eine Chipfabrik ist der Umgang mit Energie und Wasser besonders relevant, weil die Produktion hohe Anforderungen an Reinräume, Kühlung und technische Versorgung stellt.

Dresden baut Rolle als Chipzentrum weiter aus

Mit der Eröffnung wächst die Bedeutung Dresdens in der europäischen Halbleiterbranche weiter. Infineon spricht von einem Standort, an dem künftig jährlich Milliarden Chips hergestellt werden sollen. Zugleich entstehen in der Region weitere große Halbleiterprojekte. Für Sachsen ist die Smart Power Fab deshalb ein weiterer Schritt, um Dresden als europäisches Chipzentrum zu festigen. Entscheidend wird nun sein, wie schnell der Produktionshochlauf gelingt und wie stark die Nachfrage aus Industrie, Automobilsektor, Energiebranche und Rechenzentren in den kommenden Jahren wächst.

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