Johnson und Johnson vor neuen Zahlen: Aktie nahe Analystenzielen

Intel Aktie – Kursanstieg an der Nasdaq
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Aktie legt vor Q2-Bericht deutlich zu

Die Johnson und Johnson Aktie hat den letzten regulären Handelstag vor dem US-Feiertagswochenende mit einem deutlichen Plus beendet. Zuletzt notierte das Papier bei 263,04 US-Dollar. Der Kurs lag damit rund 3,5 Prozent über dem vorherigen Schlusskurs. Ein regulärer Freitagskurs vom 3. Juli liegt nicht vor, weil die New York Stock Exchange den Handel wegen des vorgezogenen US-Feiertags Independence Day ausgesetzt hatte. Der nächste wichtige Termin für Anleger ist der 15. Juli 2026. Dann will Johnson und Johnson die Zahlen für das zweite Quartal vorlegen.

Erstes Quartal zeigt Wachstum im Kerngeschäft

Im ersten Quartal 2026 erzielte Johnson und Johnson einen Umsatz von 24,06 Milliarden US-Dollar. Das entsprach einem gemeldeten Wachstum von 9,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Operativ lag das Plus bei 6,4 Prozent. Der verwässerte Gewinn je Aktie betrug 2,14 US-Dollar, bereinigt waren es 2,70 US-Dollar. Der Konzern hob zugleich seinen Jahresausblick an. Für 2026 erwartet Johnson und Johnson nun einen gemeldeten Umsatz zwischen 100,3 und 101,3 Milliarden US-Dollar sowie einen bereinigten Gewinn je Aktie zwischen 11,45 und 11,65 US-Dollar.

Pharma bleibt der stärkere Wachstumstreiber

Das Segment Innovative Medicine war im ersten Quartal der größere Geschäftsbereich. Der Umsatz stieg auf 15,43 Milliarden US-Dollar, ein gemeldetes Plus von 11,2 Prozent. Operativ wuchs das Segment um 7,4 Prozent. Johnson und Johnson nannte unter anderem Darzalex, Carvykti, Erleada, Rybrevant/Lazcluze, Tremfya und Spravato als Wachstumstreiber. Gleichzeitig belastet der Rückgang von Stelara nach dem Eintritt von Biosimilar-Konkurrenz weiter das Pharmageschäft. Das zeigt, dass der Konzern zwar starke Produkte im Portfolio hat, aber auch Patent- und Wettbewerbsdruck ausgleichen muss.

MedTech wächst, aber nicht ohne Umbau

Auch die MedTech-Sparte legte zu. Der Umsatz stieg im ersten Quartal auf 8,64 Milliarden US-Dollar, gemeldet ein Plus von 7,7 Prozent. Operativ betrug das Wachstum 4,6 Prozent. Die Impulse kamen nach Unternehmensangaben vor allem aus Elektrophysiologie, Abiomed und Shockwave im Herz-Kreislauf-Bereich sowie aus Trauma-Produkten in der Orthopädie. Parallel bleibt MedTech ein Umbaufeld. Johnson und Johnson hatte im Oktober 2025 angekündigt, das Orthopädiegeschäft abzuspalten. Im ersten Quartal 2026 fielen im MedTech-Segment bereits Kosten im Zusammenhang mit der Orthopädie-Trennung an.

Analysten sehen begrenzten Spielraum

Die Analystenlage ist überwiegend positiv, aber nicht eindeutig euphorisch. MarketBeat weist für Johnson und Johnson auf Basis von 27 Analysten ein Konsensurteil Moderate Buy aus. Demnach gibt es 20 Kauf- und sieben Halteempfehlungen. Das durchschnittliche Kursziel liegt dort bei 256,70 US-Dollar und damit unter dem zuletzt genannten Kursniveau. Benzinga kommt auf Basis von 23 Analysten auf ein Konsensrating Buy, nennt aber ein niedrigeres durchschnittliches Kursziel von 240,48 US-Dollar. Bei den drei jüngsten Bewertungen lag der Durchschnitt laut Benzinga bei 263,33 US-Dollar, also nahezu auf Höhe des aktuellen Kurses.

Talkum-Klagen bleiben der größte Rechtsfaktor

Der wichtigste Unsicherheitsfaktor außerhalb des operativen Geschäfts bleibt der Talkum-Komplex. Johnson und Johnson nennt im Quartalsbericht rund 75.000 Kläger in den USA mit direkten Ansprüchen gegen den Konzern oder verbundene Unternehmen wegen angeblicher Schäden durch talchaltige Körperpuder. Nach mehreren gescheiterten Chapter-11-Verfahren laufen die Verfahren wieder im normalen Zivilprozesssystem. Für Talkum-Angelegenheiten wies Johnson und Johnson zum Ende des ersten Quartals 2026 einen Barwert der Rückstellung von rund 3,4 Milliarden US-Dollar aus. Zugleich betont das Unternehmen in seinen Unterlagen, dass einzelne Verfahren und Rückstellungen die Ergebnisse einzelner Berichtsperioden erheblich beeinflussen können.

Ausblick: Q2-Zahlen müssen hohe Erwartungen stützen

Für Juli 2026 richtet sich der Blick daher auf drei Punkte. Erstens muss Johnson und Johnson zeigen, ob das Wachstum im Pharmageschäft trotz Stelara-Druck anhält. Zweitens bleibt wichtig, ob MedTech nach den Zukäufen und dem geplanten Orthopädie-Umbau weiter verlässlich wächst. Drittens werden Anleger auf neue Angaben zu Rechtsrisiken achten, vor allem zu den Talkum-Verfahren. Die Aktie steht bereits nahe oder über mehreren durchschnittlichen Analystenzielen. Damit dürfte weniger die reine Wachstumsstory entscheidend sein, sondern ob die kommenden Zahlen den erhöhten Jahresausblick stützen.

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