
Die Kraftstoffpreise in Deutschland waren bereits auf einem erhöhten Niveau, bevor sich der Krieg im Iran über das Wochenende verschärfte. Super E10 kostete im bundesweiten Durchschnitt im Februar rund 1,75 Euro pro Liter und erreichte damit den höchsten Stand seit etwa 19 Monaten. Diesel lag ebenfalls auf einem Mehrmonatshoch. Jetzt sorgt die militärische Eskalation im Nahen Osten dafür, dass der Ölpreis erneut deutlich ansteigt und damit die Preislage an den Zapfsäulen verschärft wird.
Der Streit im Golf hat deutliche Auswirkungen auf die globalen Energiemärkte: Internationale Rohölpreise sprangen nach der Eskalation kräftig nach oben, was in Deutschland zu weiter steigenden Preisen für Benzin und Diesel führen kann. Verbraucherinnen und Verbraucher müssen deshalb mit zusätzlichen Belastungen rechnen, falls sich die Lage nicht kurzfristig entspannt.
Auch vor dem erneuten Aufflammen des Krieges lagen die Kraftstoffpreise spürbar über den Werten der Vormonate. Super E10 war rund zwei Cent teurer als im Januar, Diesel etwa drei Cent. Für Benzin war das höchste Niveau zuletzt im Juli 2024 registriert worden, für Diesel im April 2024. Gleichzeitig schrumpfte der Preisabstand zwischen beiden Sorten, weil saisonal hohe Nachfrage nach Heizöl auch Dieselpreise belastete.
Nach Angaben des ADAC machten sich diese Entwicklungen im bundesweiten Durchschnitt bemerkbar, selbst bevor die jüngsten Konfliktmeldungen Ölpreise erneut nach oben trieben. Das zeigt, dass der deutsche Markt auch unabhängig von geopolitischen Schocks bereits angespannt war.
Die hohe Nachfrage nach Heizöl und die strukturellen Verknüpfungen zwischen den Energiemärkten führen dazu, dass Preisschwankungen bei Rohöl auch bei normalen Marktbedingungen schnell auf Benzin und Diesel durchschlagen. Deshalb reagiert der deutsche Kraftstoffmarkt empfindlich, wenn der Ölpreis weltweit steigt.
Seit dem Wochenende hat sich der Krieg im Iran weiter zugespitzt, weil internationale Streitkräfte militärische Angriffe im Nahen Osten fortsetzten und Iran mit Gegenaktionen reagierte. Infolge dieser Eskalation war die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Transitwege für internationale Ölexporte, faktisch beeinträchtigt. Mehrere Schiffe konnten die Meerenge nicht wie üblich passieren, was die Versorgungssicherheit auf dem Weltmarkt erhöhte und Rohölpreise deutlich steigen ließ.
Auf den internationalen Terminmärkten zog der Preis für die Nordseesorte Brent infolge dieser Entwicklungen zum Teil deutlich an und erreichte zwischenzeitlich Werte über 80 US-Dollar je Barrel. Derartige Anstiege spiegeln die Risikoaufschläge wider, die Marktteilnehmer einkalkulieren, wenn der Krieg im Iran Lieferwege und Energieexporte bedroht.
Deutschland ist stark vom Weltmarkt abhängig, weil ein Großteil des Rohöls importiert wird. Steigen dort die Preise, wirkt sich das zunächst auf Großhandels- und Raffineriepreise aus, bevor Tankstellen und Verbraucher die Auswirkungen spüren. Dieser Mechanismus sorgt dafür, dass Krisen wie der Krieg im Iran relativ schnell an den Zapfsäulen angekommen sind.
Ob die Kraftstoffpreise in Deutschland weiter steigen, hängt wesentlich davon ab, wie sich der Krieg im Iran entwickelt. Sollte die Beeinträchtigung der Öltransporte über die Straße von Hormus anhalten oder weitere Infrastrukturattacken folgen, könnten die Preise für Rohöl und damit auch für Benzin und Diesel weiter zulegen.
Analysten halten unter bestimmten Szenarien sogar Ölpreise von deutlich über 90 US-Dollar je Barrel für möglich, wenn der Krieg länger anhält oder sich Lieferengpässe verschärfen. Eine moderate Erhöhung der weltweiten Fördermengen durch kartellähnliche Gruppen kann diesen Effekt nur begrenzt abfedern.
Für Autofahrerinnen und Autofahrer in Deutschland lohnt sich in dieser Phase ein näherer Blick auf regionale Preisunterschiede. Die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe beim Bundeskartellamt sammelt aktuelle Preisänderungen, auf die viele Vergleichs-Apps zurückgreifen. Wer flexibel beim Tanken ist und regionale Schwankungen nutzt, kann trotz eines hohen Preisniveaus punktuell sparen.
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