
Der deutsche Online- und Kataloghändler Hagen Grote hat ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Zuständig ist das Amtsgericht Krefeld. Ziel des Schritts ist eine Sanierung unter gerichtlicher Aufsicht, während der Geschäftsbetrieb weiterlaufen soll. Für Kundinnen und Kunden bedeutet das zunächst: Bestellungen über den Onlineshop und den Katalogservice bleiben möglich.
Das 1987 gegründete Unternehmen gilt als Spezialist für hochwertige Küchenutensilien, Kochtechnik und Feinkost. Über Jahrzehnte hinweg positionierte sich Hagen Grote als Anbieter für ambitionierte Hobbyköche – zunächst über den klassischen Katalogversand, später verstärkt über E-Commerce.
Doch das Marktumfeld hat sich massiv verändert. Der Wettbewerbsdruck im Onlinehandel ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Internationale Plattformanbieter mit aggressiver Preispolitik setzen etablierte Fachhändler zunehmend unter Druck. Gleichzeitig dämpfen Kaufzurückhaltung und gestiegene Kosten im Handel die Umsätze vieler mittelständischer Anbieter.
Nach Brancheninformationen verzeichnete das Unternehmen zuletzt deutliche Umsatzeinbrüche. Bereits 2023 soll der Erlös zweistellig gesunken sein, auch 2024 setzte sich die negative Entwicklung fort. Vor diesem Hintergrund entschied sich die Geschäftsführung für den Schritt in die Eigenverwaltung.
Bei dieser Verfahrensart bleibt die Unternehmensleitung im Amt und steuert die operative Sanierung selbst. Ein gerichtlich bestellter Sachwalter überwacht den Prozess und wahrt die Interessen der Gläubiger. Ziel ist es, Strukturen zu verschlanken, Kosten anzupassen und eine tragfähige Zukunftsperspektive zu entwickeln – etwa durch strategische Investoren oder eine Neuausrichtung des Sortiments.
Nach derzeit bekannten Angaben beschäftigt Hagen Grote rund 87 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Deren Löhne sollen zunächst über das Insolvenzgeld abgesichert sein. Für die Belegschaft bedeutet das Verfahren eine Phase der Unsicherheit – zugleich aber auch die Chance auf eine geordnete Fortführung statt einer abrupten Betriebseinstellung.
Der Insolvenzantrag reiht sich ein in eine Serie von Restrukturierungen im deutschen Handelssektor. Besonders klassische Versandhändler stehen vor der Herausforderung, sich in einem von Plattformökonomie, Preisvergleichsportalen und internationaler Konkurrenz dominierten Markt neu zu behaupten.
Ob Hagen Grote der Neustart gelingt, hängt nun davon ab, ob das Unternehmen im Sanierungsprozess ein wirtschaftlich tragfähiges Modell entwickelt. Die kommenden Monate dürften entscheidend sein – nicht nur für das Unternehmen selbst, sondern auch als Signal für andere mittelständische Händler in Deutschland.
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