Zadar verschärft Kleiderordnung: 130 Euro Bußgeld

Ein Schild zeigt Warnung
Symbolbild mit KI erstellt

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Wer in Kroatien vom Strand direkt in die Altstadt geht, sollte künftig genauer auf seine Kleidung achten. In Zadar weisen seit diesem Sommer neue Schilder an den Zugängen zum historischen Zentrum auf die örtliche Kleiderordnung hin. Das Verbot ist zwar nicht neu, soll nun aber sichtbarer durchgesetzt werden. Betroffen sind Besucher, die ausschließlich in Badehose, Bikini oder Badeanzug beziehungsweise mit nacktem Oberkörper durch die Innenstadt laufen.

Diese Kleidung ist in Zadars Altstadt verboten

Die Kleiderordnung gilt im historischen Zentrum von Zadar. Dazu gehört vor allem die bei Urlaubern beliebte Altstadthalbinsel mit ihren Plätzen, Geschäften, Restaurants, Kirchen und Sehenswürdigkeiten. An wichtigen Zugängen wurden deshalb Schilder angebracht, die auf die Regeln hinweisen.

Verboten ist es, nur mit Bikini, Badeanzug oder Badehose bekleidet durch diesen Bereich zu laufen. Auch Männer mit vollständig nacktem Oberkörper fallen unter die Vorschrift. Die Regel betrifft nicht den Strand oder das Baden selbst. Wer die Altstadt besuchen möchte, muss lediglich zusätzliche Kleidung überziehen. Ein T-Shirt, ein Kleid, ein Rock oder eine kurze Hose reichen in der Regel aus.

Zunächst gibt es eine Verwarnung

Wer gegen die Kleiderordnung verstößt, soll nicht automatisch sofort einen Bußgeldbescheid erhalten. Die zuständigen Ordnungskräfte sprechen zunächst eine Verwarnung aus und fordern die betreffende Person auf, sich angemessen zu bekleiden oder den Bereich zu verlassen.

Erst wenn die Aufforderung ignoriert wird, droht eine Geldbuße von rund 130 Euro. Damit setzt Zadar auf ein abgestuftes Vorgehen. Urlauber, die die Regel nicht kannten und nach dem Hinweis reagieren, müssen demnach normalerweise nicht unmittelbar zahlen.

Die neuen Schilder sollen zusätzlich verhindern, dass Besucher erst bei einer Kontrolle von der Vorschrift erfahren. Sie zeigen deutlich, welche Kleidung im historischen Stadtgebiet nicht erwünscht ist.

Regel gilt in Zadar bereits seit 2023

Bei der Kleiderordnung handelt es sich nicht um ein vollständig neues Verbot. Die entsprechende Regelung besteht in Zadar bereits seit 2023. Neu ist vor allem die auffällige Beschilderung an den Zugängen zum Stadtzentrum.

Die Stadt will damit zum Beginn der Hauptreisezeit dafür sorgen, dass die Vorgaben von möglichst vielen Besuchern wahrgenommen werden. Gerade wegen der unmittelbaren Nähe zwischen Stränden, Hafen und Altstadt wechseln viele Urlauber ohne längeren Umweg vom Wasser in das historische Zentrum.

Die Schilder dienen daher in erster Linie der Information und sollen Kontrollen erleichtern. Hintergrund ist der Wunsch, das Stadtbild sowie einen angemessenen Umgang mit öffentlichen Plätzen, Geschäften und kulturellen Einrichtungen zu sichern. Auch andere kroatische Küstenstädte setzen inzwischen auf vergleichbare Regeln.

Ähnliche Kleiderordnungen in Split und Dubrovnik

In Split gelten bereits seit mehreren Jahren strengere Vorschriften für das historische Zentrum. Wer dort lediglich in Badebekleidung oder mit nacktem Oberkörper unterwegs ist, muss nach aktuellen Reiseinformationen mit einem Bußgeld von etwa 150 Euro rechnen. Die Regeln beziehen sich vor allem auf die Altstadt rund um den Diokletianpalast.

Auch Dubrovnik geht gegen unangemessene Kleidung innerhalb der historischen Stadtmauern vor. Zu den dort möglichen Bußgeldern finden sich allerdings unterschiedliche Angaben. Genannt werden je nach Bericht und konkretem Verstoß Beträge zwischen rund 66 und 133 Euro. Eine einheitliche Summe lässt sich deshalb nicht für jeden Fall nennen.

Entscheidend ist in beiden Städten die Abgrenzung zwischen Strandbereich und historischem Zentrum. Badebekleidung bleibt am Meer erlaubt, sollte vor einem Stadtbummel aber durch normale Freizeitkleidung ergänzt werden.

Auf Hvar können deutlich höhere Strafen drohen

Besonders hohe Geldbußen werden seit Jahren von der Insel Hvar gemeldet. Wer dort in historischen Ortszentren ausschließlich in Bikini oder Badehose unterwegs ist, muss laut veröffentlichten Regelübersichten mit bis zu 600 Euro rechnen.

Die Vorschriften auf Hvar betreffen zudem nicht nur die Kleidung. Auch lautes Grölen, öffentliches Betrinken oder auffälliges Verhalten mit Alkohol kann geahndet werden. Für solche Verstöße wurden Beträge von bis zu 700 Euro genannt. Die konkrete Anwendung hängt jedoch vom Ort, dem Verhalten und der jeweiligen Kontrolle ab.

Urlauber sollten deshalb nicht davon ausgehen, dass an der gesamten kroatischen Küste dieselben Bußgelder gelten. Die Städte und Gemeinden können eigene Regelungen für Altstädte, Promenaden und öffentliche Plätze festlegen.

Alkohol und Lärm werden örtlich unterschiedlich geregelt

Auch beim Konsum von Alkohol gibt es keine landesweit identische Regel für alle Strände und Innenstädte. In einigen Orten ist das Trinken in bestimmten öffentlichen Bereichen oder zu bestimmten Zeiten untersagt. In Split wurde beispielsweise bereits ein Bußgeld von 150 Euro für Alkoholkonsum auf der Straße im historischen Zentrum dokumentiert.

Daneben können nächtliche Ruhestörungen, sehr laute Musik, öffentliches Urinieren oder aggressives Verhalten sanktioniert werden. Die genauen Beträge unterscheiden sich zwischen den Gemeinden. Reisende sollten deshalb auf örtliche Schilder achten und Getränke aus Bars oder Restaurants nicht ohne Weiteres mit auf öffentliche Plätze nehmen.

Normale Restaurant- oder Barbesuche sind davon nicht betroffen. Entscheidend ist, ob Alkohol in einer ausgewiesenen Verbotszone oder außerhalb eines genehmigten Gastronomiebereichs konsumiert wird.

Wildcampen und Übernachten im Freien sind verboten

Auch das Übernachten außerhalb offizieller Campingplätze kann in Kroatien teuer werden. Wildcampen und freies Stehen mit Wohnmobilen sind grundsätzlich nicht vorgesehen. Dies gilt besonders an der Küste, in touristischen Gebieten und in Nationalparks.

Für Verstöße werden Bußgelder von bis zu 400 Euro genannt. Urlauber mit Wohnmobil, Camper oder Zelt sollten deshalb ausschließlich ausgewiesene Camping- und Stellplätze nutzen. Eine einfache Fahrpause oder eine kurze Rast ist nicht automatisch mit einer Übernachtung gleichzusetzen. Wer sein Fahrzeug jedoch erkennbar zum Schlafplatz macht oder Campingmöbel aufstellt, kann kontrolliert werden.

Für Freikörperkultur gilt ebenfalls: FKK ist vor allem an entsprechend gekennzeichneten Stränden vorgesehen. Außerhalb dieser Bereiche sollten Reisende Bade- und Freizeitkleidung tragen.

Das sollten deutsche Urlauber in Zadar beachten

Für deutsche Urlauber bedeutet die neue Beschilderung keine grundlegende Einschränkung des Strandurlaubs. Wer vom Meer in die Altstadt geht, sollte ein T-Shirt, ein Kleid oder ein anderes Oberteil sowie eine Hose oder einen Rock überziehen. Das gilt auch für kurze Wege zum Geschäft, zum Geldautomaten oder zu einem Restaurant.

Die Schilder an den Zugängen zum Zentrum sollten ernst genommen werden. Kommt es zu einer Verwarnung, ist der Aufforderung der Ordnungskräfte unmittelbar zu folgen. Dann lässt sich das Bußgeld von rund 130 Euro in der Regel vermeiden.

Da Vorschriften und Geldbußen von Stadt zu Stadt unterschiedlich ausfallen, lohnt sich außerdem ein Blick auf örtliche Hinweistafeln. Wer sich normal bekleidet, Rücksicht auf die Nachtruhe nimmt, Alkohol nur in erlaubten Bereichen konsumiert und offizielle Campingplätze nutzt, muss keine besonderen Probleme befürchten.

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