80 Millionen Euro: Bahnprojekt nach Rheine auf der Kippe

Reaktivierung Bahnstrecke Recke–Rheine
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Die geplante Reaktivierung der Bahnstrecke zwischen Recke und Rheine hat einen deutlichen Rückschlag erlitten. Nach einer Machbarkeitsstudie fällt der volkswirtschaftliche Nutzen geringer aus als die erwarteten Kosten. Damit ist die rund 28 Kilometer lange Verbindung über Hörstel nach aktuellem Stand nicht förderfähig. Die Wiederherstellung der Strecke würde mehr als 80 Millionen Euro kosten. Ohne Zuschüsse von Bund oder Land gilt eine Umsetzung als kaum realistisch.

Studie verfehlt Voraussetzung für Fördermittel

Die Ergebnisse wurden am 15. Juli 2026 in der Verbandsversammlung des Zweckverbands Mobilität Münsterland vorgestellt. Bei der sogenannten Standardisierten Bewertung muss der volkswirtschaftliche Nutzen die Kosten übersteigen. Für eine Bundesförderung ist grundsätzlich ein Nutzen-Kosten-Wert von mehr als 1 erforderlich.

Wie hoch der Wert für die Strecke Recke–Rheine genau ausgefallen ist, wurde bislang nicht öffentlich genannt. Auch eine detaillierte Fahrgastprognose, das geplante Betriebskonzept und eine Aufschlüsselung der Kosten fehlen. Öffentlich bestätigt ist lediglich, dass das Ergebnis für eine Förderung nicht ausreicht.

Pro Bahn kritisiert die Berechnungen

Der Fahrgastverband Pro Bahn Münsterland sieht in dem Ergebnis einen Rückschlag für den öffentlichen Verkehr und den Klimaschutz. Kritisiert werden vor allem die zugrunde gelegten Fahrgastprognosen. Bei anderen reaktivierten Strecken hätten die tatsächlichen Fahrgastzahlen teilweise über den vorherigen Schätzungen gelegen.

Der Verband fordert zudem, Klima-, Umwelt- und Lärmschutz bei solchen Untersuchungen stärker zu bewerten. Eine endgültige Aufgabe oder Entwidmung der Trasse ist mit dem negativen Ergebnis jedoch nicht verbunden.

Recke–Osnabrück bleibt weiter in Planung

Das Ergebnis betrifft nur den westlichen Abschnitt der Tecklenburger Nordbahn zwischen Recke und Rheine. Das weiter fortgeschrittene Projekt von Recke nach Osnabrück ist davon zunächst nicht betroffen.

Für diese 23,6 Kilometer lange Verbindung wurde ein positives Nutzen-Kosten-Verhältnis von 1,6 errechnet. Geplant sind ein Halbstundentakt, rund 4.800 Fahrgäste pro Werktag und Akku-Triebwagen mit Geschwindigkeiten von bis zu 100 Kilometern pro Stunde. Vorgesehen sind neue oder modernisierte Haltepunkte in Recke, Mettingen, Westerkappeln, Lotte und Osnabrück.

Spätere Neubewertung bleibt möglich

Die Trasse zwischen Recke, Hörstel und Rheine soll laut Regionalplanung weiterhin gesichert werden. Dadurch könnte das Projekt später erneut geprüft werden. Gründe dafür könnten steigende Einwohnerzahlen, veränderte Pendlerströme, günstigere Bauvarianten oder neue Förderbedingungen sein.

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