Bis zu 77 Kilometer: Wo Deutschland besonders lange im Stau steht

Der vermutlich längste Stau Deutschlands war ca. 77 Kilometer lang
Symbolbild mit KI generiert

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Zum Beginn der Sommerferien wird es auf den deutschen Autobahnen wieder eng. Urlaubsverkehr, Baustellen und der alltägliche Pendlerverkehr treffen aufeinander. Selbst lange Ferienstaus reichen jedoch nur selten an einen Extremfall aus dem Januar 2024 heran: Damals erstreckten sich die Verkehrsbehinderungen auf der A61 zeitweise über eine Strecke von bis zu 77 Kilometern.

Eine eindeutige Bestenliste aller Staus in der deutschen Verkehrsgeschichte gibt es allerdings nicht. Die Ereignisse wurden über Jahrzehnte hinweg nicht nach einheitlichen Kriterien dokumentiert. Der Winterstau auf der A61 gilt deshalb nicht als zweifelsfrei bestätigter Allzeitrekord, zählt aber zu den längsten zuverlässig erfassten Fällen der jüngeren Vergangenheit.

Rheinland-Pfalz und NRW: Winterchaos auf der A61

Der außergewöhnliche Stillstand entstand am 18. Januar 2024 zwischen dem Raum Ludwigshafen und Mönchengladbach. Schnee und Glätte brachten den Verkehr auf mehreren Abschnitten zum Erliegen. Lastwagen blieben liegen, Strecken mussten zeitweise gesperrt werden und Räumfahrzeuge kamen nur langsam voran.

In der ADAC-Jahresauswertung wurde eine maximale Länge von rund 70 Kilometern genannt. Ein ADAC-Verkehrsexperte sprach später von bis zu 77 Kilometern. Die unterschiedlichen Werte können unter anderem dadurch entstehen, dass einzelne Stauabschnitte zeitweise zusammenwachsen oder sich die Länge einer Fahrzeugkolonne fortlaufend verändert.

Münsterland und Ruhrgebiet: A1 bleibt ein Nadelöhr

Im Alltag ist vor allem Nordrhein-Westfalen von langen und häufigen Staus betroffen. Ein wichtiger Brennpunkt ist die A1, die Norddeutschland, das Münsterland, das Ruhrgebiet und das Rheinland miteinander verbindet. Dichtes Verkehrsaufkommen, zahlreiche Lastwagen, Baustellen und Unfälle sorgen regelmäßig für Verzögerungen.

Auch rund um Münster brauchen Autofahrer häufig Geduld. Besonders im Bereich des Kreuzes Münster-Süd sowie auf den Strecken in Richtung Dortmund und Osnabrück können sich schnell längere Rückstaus bilden. Angespannt ist die Lage vor allem im Berufsverkehr, am Freitagnachmittag und zu Beginn oder am Ende der Ferien.

Weitere Staustrecken in Nordrhein-Westfalen sind die A3 rund um Köln und Oberhausen, die A4 im Rheinland sowie die A40 durch das Ruhrgebiet. Dort treffen viele Pendler auf ein dichtes Autobahnnetz, das gleichzeitig an zahlreichen Stellen saniert werden muss.

Südwesten: A5 und A8 sorgen regelmäßig für Wartezeiten

In Baden-Württemberg gehören vor allem die A5 und die A8 zu den bekannten Stauschwerpunkten. Auf der A5 stockt der Verkehr häufig im Raum Karlsruhe sowie auf der Verbindung in Richtung Frankfurt. Die Strecke ist sowohl für den Urlaubsverkehr als auch für den internationalen Gütertransport von großer Bedeutung.

Auf der A8 gilt insbesondere der Bereich rund um Stuttgart und Pforzheim als problematisch. Steigungen, Baustellen, dichter Pendlerverkehr und das hohe Reiseaufkommen in Richtung München und Österreich können dort schon bei kleineren Zwischenfällen lange Rückstaus auslösen.

Bayern: Ferienverkehr belastet A8, A9 und A99

Auch in Bayern konzentriert sich das Staugeschehen auf mehrere stark befahrene Autobahnen. Besonders betroffen sind die A8 in Richtung München und Salzburg, die A9 zwischen Nürnberg und München sowie die A99 rund um die bayerische Landeshauptstadt.

Wie lang solche Staus werden können, zeigte sich Ende Dezember 2025. Auf der A7 zwischen Wörnitz und dem Kreuz Memmingen staute sich der Verkehr auf bis zu 55 Kilometer. Auf der A9 zwischen Nürnberg und München wurden am selben Tag bis zu 44 Kilometer gemessen. Häufig treffen dort dichter Reiseverkehr, Baustellen und winterliche Straßenverhältnisse aufeinander.

Umfahren lohnt sich nicht immer

Wer vor einem längeren Stau von der Autobahn abfährt, spart nicht automatisch Zeit. Werden viele Verkehrsteilnehmer gleichzeitig von ihren Navigationsgeräten auf dieselben Nebenstrecken geschickt, sind auch Bundes- und Landstraßen schnell überlastet. Besonders kleinere Orte entlang der Autobahnen können den zusätzlichen Verkehr kaum aufnehmen.

Wer flexibel ist, sollte stark belastete Reisezeiten möglichst meiden. Besonders voll wird es üblicherweise am Freitagnachmittag, am Samstagvormittag und am Sonntagnachmittag. Der nächste lange Stau muss dabei kein bundesweiter Rekord sein: Für Autofahrer aus Münster kann bereits die Fahrt auf der A1 zur ausgedehnten Geduldsprobe werden.

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