Lätzsch GmbH Insolvenz: Eigenverwaltung in Kitzscher eröffnet

Ein multikulturelles Restaurant an der Wolbecker Straße in Münster schließt nach acht Jahren. Warum das Konzept endet – und wie es am Standort weitergeht.
Symbolbild: Evan Wise

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Die Lätzsch GmbH Insolvenz ist seit dem 1. April 2026 offiziell: Das Amtsgericht Leipzig hat das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung für den Kunststoffverarbeiter aus Kitzscher im sächsischen Landkreis Leipzig eröffnet. Rund 80 Beschäftigte sind von dem Verfahren betroffen. Das Unternehmen setzt auf eine geordnete Sanierung und hat bereits konkrete Schritte eingeleitet.

Was die Lätzsch GmbH produziert — und warum Kitzscher betroffen ist

Die Lätzsch GmbH Kunststoffverarbeitung ist ein Spezialbetrieb im sächsischen Kitzscher, Ortsteil Thierbach. Das Unternehmen ist auf die Verarbeitung von PUR-Schäumen und die Fertigung von Verbundteilen spezialisiert. Zu den Produkten gehören Sitzarmlehnen und Innenausstattungsteile für Busse sowie Bauteile für Nutzfahrzeuge und Schienenfahrzeuge. Diese Erzeugnisse werden unter anderem an Fahrzeughersteller und Zulieferer geliefert. Ein weiterer Betriebsstandort befindet sich in Streitwald. Das Unternehmen blickt laut eigenen Angaben auf eine Unternehmensgeschichte zurück, die bis in die 1950er Jahre reichen soll — damit gehört die Lätzsch GmbH zu den langjährig verwurzelten Industriebetrieben der Region.

Am Hauptstandort Kitzscher/Thierbach sowie in Streitwald arbeiten derzeit rund 80 Beschäftigte. Die Eröffnung des Insolvenzverfahrens trifft damit nicht nur die Unternehmensführung, sondern hat auch für die Belegschaft weitreichende Folgen.

Lätzsch GmbH Insolvenz: Diese Ursachen werden genannt

Als wesentliche Auslöser der finanziellen Schieflage nennt das Unternehmen laut einer Pressemitteilung den Ausfall eines wichtigen Werkzeugs. Dieser Ausfall soll dazu geführt haben, dass Kundenaufträge nicht fristgerecht bearbeitet werden konnten — mit entsprechenden Konsequenzen für Umsatz und Liquidität. Hinzu kamen laut Unternehmensangaben unzureichende Auftragseingänge, die eine zügige Erholung der Finanzlage verhinderten.

Es ist bereits das zweite Insolvenzverfahren, das die Lätzsch GmbH durchläuft. Beim ersten Verfahren, das 2021 eingeleitet worden war, stimmten die Gläubiger am 28. Februar 2023 einem Insolvenzplan zu. Damals konnten alle 93 Stellen durch eine Investorenlösung erhalten werden. Ob eine ähnliche Lösung auch diesmal gelingt, ist derzeit offen. Für Sachsen ist die Lätzsch GmbH kein Einzelfall — erst kürzlich hatte der Traditionshersteller OKA aus Sachsen ebenfalls Insolvenz angemeldet.

Sachwalter Dr. Jörg Schädlich — bekanntes Gesicht bei Lätzsch

Das Amtsgericht Leipzig hat Dr. Jörg Schädlich von der Kanzlei Stapper Jacobi Schädlich aus Leipzig als gerichtlichen Sachwalter bestellt. Schädlich hatte bereits beim früheren Insolvenzverfahren der Lätzsch GmbH (2021 bis 2023) eine zentrale Funktion inne. Seine Kenntnis des Unternehmens gilt als Vorteil für das laufende Verfahren.

In einem Verfahren in Eigenverwaltung behält die Unternehmensführung grundsätzlich die Kontrolle über den Geschäftsbetrieb. Sie kann operative Entscheidungen weiterhin selbst treffen — steht dabei aber unter der Aufsicht des Sachwalters. Dieses Modell soll die Betriebskontinuität sichern und gleichzeitig die Interessen der Gläubiger wahren.

Wie es bei der Lätzsch GmbH weitergeht: Investoren und Insolvenzplan

Das Unternehmen hat parallel zur Eigenverwaltung einen Investorenprozess eingeleitet. Erste Interessenten sollen bereits Gespräche mit dem Unternehmen aufgenommen haben. Geprüft wird unter anderem eine übertragende Sanierung, bei der ein Investor den Geschäftsbetrieb übernehmen und fortführen würde. Als weitere Option soll ein Insolvenzplan erarbeitet werden, der den Gläubigern eine Einmalzahlung bei gleichzeitigem Schuldenerlass ermöglichen könnte.

Ziel des gesamten Verfahrens ist es, die rund 80 Arbeitsplätze zu erhalten und das Unternehmen langfristig wettbewerbsfähig aufzustellen. Ähnliche Restrukturierungsprozesse kennt die deutsche Wirtschaft in jüngerer Zeit häufiger — so meldete etwa der Shopping-Konzern QVC im Zuge einer Insolvenz Schutz nach Chapter 11 an. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob für die Lätzsch GmbH und ihre Mitarbeiter eine tragfähige Lösung gefunden werden kann.

Quellen: KunststoffWeb, der-indat.de, abg-consulting.de, Insolvenz-Portal

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