
Der Büromöbelhersteller OKA aus Ebersbach-Neugersdorf in Sachsen hat Insolvenzantrag gestellt. Nach Angaben aus dem Umfeld des vorläufigen Insolvenzverwalters wurde der Antrag am 1. April 2026 beim Amtsgericht Dresden eingereicht. Das Gericht bestellte Nicolas Rebel zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Der Geschäftsbetrieb soll zunächst ohne Einschränkungen weiterlaufen. Auch laufende Aufträge sollen neu terminiert und ausgeliefert werden.
Für die Belegschaft gibt es vorerst eine finanzielle Absicherung. Die Löhne und Gehälter sind laut der veröffentlichten Mitteilung für drei Monate über das Insolvenzgeld gesichert. Bei der Zahl der Beschäftigten kursieren unterschiedliche Angaben. In der Verwalter-Mitteilung ist von über 200 Mitarbeitern die Rede, regionale Berichte nennen teils auch rund 180 Beschäftigte. Belastbar ist damit vor allem: Es handelt sich um einen größeren Arbeitgeber in der Region, von dessen Insolvenz deutlich mehr als 100 Arbeitsplätze betroffen sind.
Als Hauptgrund für die wirtschaftliche Schieflage werden Verzögerungen bei der Inbetriebnahme einer weiteren Fertigungsstätte genannt. Geplante Synergieeffekte seien deshalb bislang ausgeblieben. Zugleich habe der zusätzliche Investitionsbedarf die Liquidität der operativ tätigen Gesellschaft belastet. Nach Darstellung aus dem Umfeld des vorläufigen Insolvenzverwalters gilt das eigentliche Kerngeschäft des Unternehmens weiterhin als rentabel.
OKA hat seinen Sitz an der Eibauer Straße 1–5 in 02727 Ebersbach-Neugersdorf und ist laut Impressum beim Amtsgericht Dresden unter HRA 4837 eingetragen. Als Geschäftsführer werden Thomas Kasper und Sebastian Kasper genannt. Auf der Unternehmenswebsite beschreibt sich OKA als Hersteller von Büromöbeln mit einem Schwerpunkt auf Stauraum und Tischen. In eigenen Unterlagen verweist das Unternehmen zudem auf eine Geschichte von mehr als 160 Jahren.
In den kommenden Wochen dürfte sich entscheiden, ob für OKA ein Sanierungskurs innerhalb eines Insolvenzverfahrens möglich ist oder ob tiefere Einschnitte notwendig werden. Nach außen ist zunächst das Signal entscheidend, dass der Betrieb weiterläuft und die Beschäftigten kurzfristig abgesichert sind. Für die Oberlausitz ist das von besonderer Bedeutung, weil OKA in der Region seit Jahren zu den bekannten Industrieunternehmen zählt.
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