
Münster. Die deutsche Nationalmannschaft ist bei der Fußball-WM 2026 früh ausgeschieden. Nach dem 4:5 nach Elfmeterschießen gegen Paraguay richtet sich der Blick nun auch auf Bundestrainer Julian Nagelsmann. Lothar Matthäus, deutscher Rekordnationalspieler und Weltmeister von 1990, rechnet nach dem Aus mit einem Trainerwechsel beim DFB. Damit prägt die Lothar Matthäus Nagelsmann-Debatte die deutsche Sportöffentlichkeit. Nagelsmann selbst will sein Amt nicht freiwillig aufgeben.
Matthäus sagte der Bild-Zeitung, nach dieser Weltmeisterschaft müsse es aus seiner Sicht mit einem neuen Trainer weitergehen. Er begründete seine Einschätzung mit dem Gesamtbild des Turniers und kritisierte nicht nur die Leistung gegen Paraguay, sondern auch den Auftritt zuvor gegen Ecuador. Seine Aussage ist damit eine persönliche Bewertung des TV-Experten, keine offizielle Entscheidung des Deutschen Fußball-Bundes.
Offiziell bestätigt war zunächst nur, dass Nagelsmann nach dem frühen Aus weiter zur Verfügung stehen will.
Deutschland unterlag Paraguay im Sechzehntelfinale in Foxborough mit 4:5 nach Elfmeterschießen. Nach 120 Minuten hatte es 1:1 gestanden. Julio Enciso brachte Paraguay in der 42. Minute in Führung, Kai Havertz glich in der 54. Minute aus. Im Elfmeterschießen vergaben für Deutschland unter anderem Havertz, Nick Woltemade und Jonathan Tah. José Canale verwandelte den entscheidenden Strafstoß für Paraguay. Damit endete das Turnier für die DFB-Auswahl schon in der ersten K.o.-Runde.
Nagelsmann schloss einen freiwilligen Rücktritt nach dem Spiel aus. Er erklärte im ZDF, er stehe weiter zur Verfügung und wolle die Vorbereitung auf die EM sowie die Nations League übernehmen, falls der DFB das ebenfalls wolle. Sein Vertrag läuft bis nach der EM 2028. Damit liegt die Entscheidung über seine Zukunft nicht allein bei ihm. Die genauen nächsten Schritte des Verbands blieben zunächst offen.
Matthäus ist in der Debatte nicht irgendein Kommentator. Er ist mit 150 Einsätzen deutscher Rekordnationalspieler, wurde 1990 Weltmeister und zählt seit Jahren zu den prägenden TV-Experten im deutschen Fußball. Seine Kritik bekommt deshalb besonderes Gewicht, auch wenn sie keine Verbandsentscheidung ersetzt. Der DFB steht nach dem nächsten frühen WM-Aus vor der Aufgabe, sportliche Ursachen und personelle Konsequenzen zu bewerten.
Das deutsche Scheitern sorgt auch deshalb für Aufmerksamkeit, weil Paraguay einen der größten Erfolge seiner WM-Geschichte feierte. Nach dem Sieg gegen den viermaligen Weltmeister erklärte Paraguays Präsident Santiago Peña den folgenden Tag zum nationalen Feiertag. Für Deutschland verschärft das Aus dagegen die Debatte über die Entwicklung der Nationalmannschaft, die nach den Turnieren 2018 und 2022 erneut deutlich früher ausschied als erwartet.
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