
Am frühen Morgen des 25. April 2026 erschütterten koordinierte Angriffe bewaffneter Gruppen die malische Hauptstadt Bamako sowie mehrere weitere Städte im Land. Gegen 6 Uhr Ortszeit (05:00 Uhr UTC) wurden zwei laute Explosionen und anhaltender Beschuss in der Nähe des wichtigsten malischen Militärstützpunkts in Kati, einem Vorort der Hauptstadt, gemeldet. Gleichzeitig berichteten Bewohner und Augenzeugen über Schüsse und Explosionen nahe dem internationalen Flughafen Modibo Keita, rund 15 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt.
Die malische Armee bestätigte in einer ersten Erklärung, dass bewaffnete Gruppen mehrere Militärstützpunkte im ganzen Land angegriffen hätten. Die Streitkräfte bezeichneten die Angreifer als Terrorgruppen. Nach Angaben von Sicherheitskreisen handelt es sich dabei um eine der koordiniertesten und flächendeckendsten Angriffswellen der jüngeren Geschichte Malis. Al-Jazeera-Korrespondent Nicolas Haque, der ausgiebig aus Mali berichtet hat, erklärte, Ausmaß und Koordination der Angriffe seien beispiellos.
Die Angriffe beschränkten sich nicht auf die Hauptstadt. Gleichzeitig gab es koordinierte Attacken auf Militärpositionen in Mopti und Sévaré in der Zentralregion sowie in Gao und Kidal im Norden des Landes. Die Gleichzeitigkeit der Angriffe an so vielen verschiedenen Standorten deutet auf eine intensive Planung und weitreichende logistische Fähigkeiten der beteiligten Gruppen hin.
Besonders in Kidal und Gao konnten die Angreifer nach eigenen Angaben mehrere Positionen einnehmen. Mohamed Elmaouloud Ramadane, Sprecher der Azawad-Befreiungsfront (FLA), meldete über soziale Medien, die Kräfte seiner Organisation hätten die Kontrolle über strategische Stellungen in den nördlichen Städten übernommen. Die US-Botschaft in Bamako teilte mit, sie verfolge die Berichte über Explosionen und Schusswechsel in der Nähe von Kati und des Hauptstadtflughafens aufmerksam.
Sicherheitsquellen und Beobachter vor Ort berichten, dass die Angriffe von zwei unterschiedlichen Gruppen gemeinsam durchgeführt wurden: der Azawad-Befreiungsfront (FLA), einem tuareg-dominierten Rebellenbündnis aus dem Norden Malis, sowie der Jama’at Nusrat al-Islam wal-Muslimin (JNIM), dem regionalen Ableger des Terrornetzwerks al-Qaida. Dass diese beiden Gruppen koordiniert vorgehen, ist bemerkenswert, da ihre politischen Ziele sich grundlegend unterscheiden: Während die FLA eine Unabhängigkeit der nördlichen Azawad-Region anstrebt, verfolgt JNIM eine islamistisch-dschihadistische Agenda.
JNIM hatte die malische Hauptstadt Bamako seit September 2025 mit einer selektiven Blockade unter Druck gesetzt. Die malische Armee sicherte Versorgungskonvois zusammen mit rund 1.000 russischen Kämpfern der Afrika-Corps, dem Nachfolger der Wagner-Gruppe. Die aktuellen Angriffe zeigen, dass die Sicherheitslage trotz dieser Unterstützung weiter eskaliert.
Mali hatte 2021 die russische Wagner-Gruppe ins Land geholt, nachdem die herrschende Junta einen Vertrag im Wert von rund zehn Millionen Dollar monatlich abschloss. Die Wagner-Kämpfer sollten gemeinsam mit der malischen Armee gegen Dschihadisten vorgehen. Im Juni 2025 beendete Wagner offiziell seine Mission in Mali und wurde zur Afrika-Corps umstrukturiert, einer Organisation unter direkter Kontrolle des russischen Verteidigungsministeriums. Anfang 2026 sind noch rund 2.500 russische Soldaten im Land stationiert – eine der größten russischen Truppenpräsenzen auf dem afrikanischen Kontinent.
Die russischen Kräfte sind jedoch nicht unumstritten. UN-Menschenrechtsermittler werfen malischen Truppen und ausländischen Kämpfern – vermutlich Wagner – das Massaker an mindestens 500 Menschen in der Stadt Moura im März 2022 vor. Im März 2026 hob die US-Regierung Sanktionen gegen Wagner-nahe Offizielle in Mali auf. Trotz der massiven ausländischen Sicherheitsunterstützung konnte die Junta die dschihadistische Bedrohung nicht eindämmen – die Angriffe vom 25. April 2026 machen dies schonungslos deutlich.
Die Eskalation in Mali hat auch Auswirkungen auf die europäische Sicherheitsdebatte. Die instabile Lage im Sahel gilt als eine der größten sicherheitspolitischen Herausforderungen für Europa und befeuert Debatten über Migration, Terrorismus und den Einfluss Russlands auf dem afrikanischen Kontinent. Deutschland verfolgt die Entwicklungen aufmerksam: Die hybride Kriegsführung und Destabilisierungsstrategie Russlands steht dabei ebenso im Fokus wie die Frage nach einer stärkeren europäischen Präsenz in der Region. Parallel dazu plant Deutschland mit seiner neuen Bundeswehr-Militärstrategie 2026 eine deutliche Stärkung seiner Verteidigungskapazitäten, auch im Hinblick auf internationale Krisen. Die Entwicklungen in Mali stehen zudem im Zusammenhang mit dem breiteren Bild internationaler Konflikte – zuletzt rückten auch die Friedensverhandlungen im Iran-Konflikt in den Mittelpunkt der globalen Aufmerksamkeit.
Wie die Angriffe vom 25. April 2026 zeigen, befindet sich Mali an einem gefährlichen Kipppunkt. Die gleichzeitigen Attacken in Bamako, Gao, Kidal, Mopti und Sévaré signalisieren, dass die bewaffneten Gruppen im Land trotz russischer Militärhilfe ihre Schlagkraft massiv ausgebaut haben. Die kommenden Stunden und Tage werden zeigen, ob die malische Armee die Situation unter Kontrolle bringen kann – oder ob das Land in eine neue Phase des Bürgerkriegs eintritt.
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