Nach WM-Aus: Koubek hört bei Tschechien auf

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Münster. Miroslav Koubek ist nicht mehr Nationaltrainer Tschechiens. Der 74-Jährige bot am Montag nach dem frühen Aus bei der WM 2026 seinen Rücktritt an, der tschechische Verband FAČR nahm das Angebot an. Tschechien hatte die Gruppe A mit nur einem Punkt aus drei Spielen auf dem letzten Platz beendet. Damit endet Koubeks kurze Amtszeit trotz der zuvor gelungenen WM-Qualifikation nach gut einem halben Jahr.

Verband nimmt Koubeks Rücktritt an

Nach Angaben des tschechischen Fußballverbandes einigten sich Koubek und Verbandspräsident David Trunda am Montag auf das Ende der Zusammenarbeit. Koubek stellte seine Position nach dem enttäuschenden Abschneiden bei der Weltmeisterschaft zur Verfügung, Trunda nahm den Schritt nach einem persönlichen Gespräch an.

Der Verband würdigte zugleich Koubeks Anteil an der Rückkehr Tschechiens auf die WM-Bühne. Tschechien hatte sich erstmals seit 2006 wieder für eine Weltmeisterschaft qualifiziert. Der sportliche Verlauf des Turniers blieb jedoch deutlich hinter den Erwartungen zurück.

Tschechien scheitert als Gruppenletzter

In Gruppe A kam Tschechien nicht über einen Punkt hinaus. Zum Auftakt verlor die Mannschaft mit 1:2 gegen Südkorea, anschließend folgte ein 1:1 gegen Südafrika. Im letzten Gruppenspiel unterlag Tschechien Gastgeber Mexiko mit 0:3 und verpasste damit die K.o.-Runde.

Koubek hatte nach dem Mexiko-Spiel eingeräumt, dass seine Mannschaft mehr als einen Punkt hätte holen müssen. Besonders die ausgelassene Chance gegen Südafrika erwies sich rückblickend als entscheidend. Auch die spielerische Leistung stand nach dem frühen Aus in der Kritik.

Kurze Amtszeit mit großem Zwischenerfolg

Koubek hatte die tschechische Nationalmannschaft im Dezember 2025 übernommen. Seine wichtigste Aufgabe erfüllte er zunächst: Über die Playoffs führte er Tschechien zur WM 2026. Dort setzte sich das Team gegen Irland und Dänemark durch, jeweils nach Elfmeterschießen.

Insgesamt betreute Koubek die Auswahl in sieben Spielen. Neben den beiden erfolgreichen Playoff-Partien und zwei Vorbereitungssiegen gegen Kosovo und Guatemala standen die drei WM-Gruppenspiele. Der sportliche Tiefpunkt blieb das 0:3 gegen Mexiko im letzten Vorrundenspiel.

Koubeks langer Weg als Vereinstrainer

Koubek gehört zu den erfahrensten tschechischen Trainern seiner Generation. Vor seiner Zeit als Nationaltrainer arbeitete er unter anderem bei Viktoria Pilsen, Hradec Králové, Bohemians 1905, Slavia Prag, Mladá Boleslav, Baník Ostrava und Kladno. Zudem war er zeitweise für die tschechische U19 verantwortlich.

Seinen größten Vereinserfolg feierte Miroslav Koubek mit Viktoria Pilsen. Mit dem Klub gewann er in der Saison 2014/15 die tschechische Meisterschaft, anschließend auch den Supercup. In Pilsen arbeitete er mehrfach, zuletzt von 2023 bis 2025, bevor er im Dezember 2025 die Nationalmannschaft übernahm.

Nachfolger muss Neuaufbau einleiten

Mit dem Miroslav Koubek Rücktritt steht der tschechische Verband unmittelbar nach dem WM-Aus vor einer Grundsatzentscheidung. Die Mannschaft hatte zwar die Qualifikation geschafft, zeigte beim Turnier aber deutliche Probleme in Spielkontrolle, Effizienz und Stabilität. Der nächste Trainer übernimmt ein Team, das nach der Rückkehr auf die WM-Bühne sportlich neu bewertet werden muss.

Für Koubek bleibt die Bilanz zwiespältig. Er führte Tschechien nach 20 Jahren zurück zu einer Weltmeisterschaft, konnte diesen Erfolg beim Turnier aber nicht bestätigen. Der Rücktritt beendet eine kurze, intensive Amtszeit, in der der größte Erfolg und die größte Enttäuschung eng beieinanderlagen.

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