
Der US-Datenspezialist NetApp hat mit seinen Zahlen für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2026 die Erwartungen am Markt übertroffen. Das Unternehmen aus San Jose meldete einen Umsatz von rund 1,95 Milliarden US-Dollar und einen bereinigten Gewinn je Aktie von 2,43 Dollar. Beide Werte lagen über den zuvor erwarteten Konsensschätzungen.
Besonders stark reagierte die Börse auf die Kombination aus Umsatzwachstum, hoher Profitabilität und einem zuversichtlichen Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr 2027. Die NetApp-Aktie legte nach der Veröffentlichung deutlich zu und erreichte im Anschluss zeitweise ein neues 52-Wochen-Hoch. Damit gehört der Titel wieder zu den auffälligeren Technologieaktien an der Nasdaq.
NetApp steigerte den Umsatz im vierten Geschäftsquartal auf 1,948 Milliarden Dollar. Im Vorjahresquartal hatte der Wert bei 1,732 Milliarden Dollar gelegen. Das entspricht einem Zuwachs von 12 Prozent. Der bereinigte Gewinn je Aktie stieg von 1,93 auf 2,43 Dollar.
Auch nach den allgemein anerkannten Bilanzierungsregeln GAAP fiel das Quartal deutlich stärker aus. Der Nettogewinn erhöhte sich auf 404 Millionen Dollar. Der Gewinn je Aktie lag bei 2,03 Dollar, nach 1,65 Dollar im Vorjahreszeitraum.
Die operative Marge war ein weiterer zentraler Punkt der Zahlenvorlage. Auf Non-GAAP-Basis erreichte sie im vierten Quartal 32,0 Prozent. Ein Jahr zuvor hatte sie bei 28,6 Prozent gelegen. Die GAAP-Marge lag bei 27,3 Prozent, nach 20,1 Prozent im Vorjahresquartal.
NetApp profitiert von der steigenden Nachfrage nach Dateninfrastruktur. Unternehmen benötigen mehr Speicher, schnellere Systeme und flexiblere Plattformen, weil Anwendungen in Rechenzentren, Public Clouds und KI-Umgebungen immer größere Datenmengen verarbeiten.
Besonders sichtbar war das im Geschäft mit All-Flash-Arrays. Der Umsatz in diesem Bereich erreichte im vierten Quartal 1,2 Milliarden Dollar und lag damit 18 Prozent über dem Vorjahr. Public Cloud kam auf 182 Millionen Dollar Umsatz. Das entsprach einem Plus von 11 Prozent.
Der Hybrid-Cloud-Bereich blieb der mit Abstand größte Umsatzträger. Er erreichte im Quartal 1,766 Milliarden Dollar, nach 1,568 Milliarden Dollar im Vorjahr. Damit zeigt sich, dass NetApp weiterhin vor allem vom Zusammenspiel klassischer Unternehmensspeicher, Cloud-Anbindungen und moderner Datenplattformen lebt.
Für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 erwartet NetApp einen Umsatz zwischen 1,750 und 1,900 Milliarden Dollar. Beim bereinigten Gewinn je Aktie peilt das Unternehmen 2,05 bis 2,15 Dollar an.
Für das gesamte Geschäftsjahr 2027 stellt NetApp 7,325 bis 7,575 Milliarden Dollar Umsatz in Aussicht. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll zwischen 8,70 und 9,00 Dollar liegen. Auch die bereinigte operative Marge soll mit 29,1 bis 30,1 Prozent auf einem hohen Niveau bleiben.
Diese Prognose war für die Kursreaktion besonders wichtig. Am Markt zählt derzeit nicht nur, ob Technologieunternehmen ein starkes Quartal hinter sich haben. Entscheidend ist vor allem, ob sich Wachstum und Profitabilität in den kommenden Quartalen fortsetzen könnten.
Die starke Reaktion der NetApp-Aktie erklärt sich aus mehreren Faktoren. Erstens lagen Umsatz und bereinigter Gewinn über den Erwartungen. Zweitens verbesserte sich die Profitabilität deutlich. Drittens signalisiert der Ausblick, dass NetApp die Nachfrage nach Dateninfrastruktur auch im neuen Geschäftsjahr weiter nutzen will.
Dazu kommt der größere Branchentrend. Künstliche Intelligenz, Cloud-Dienste und datenintensive Unternehmensanwendungen erhöhen den Bedarf an leistungsfähiger Speicher- und Datenverwaltung. NetApp ist kein klassischer KI-Chiphersteller. Das Unternehmen liefert jedoch Infrastruktur, die für den Betrieb solcher Anwendungen benötigt wird.
Damit rückt eine Gruppe von Technologiewerten stärker in den Fokus, die lange weniger Aufmerksamkeit bekam als Halbleiterhersteller oder große Cloud-Plattformen. Speicher, Datenmanagement und hybride Infrastrukturen werden für Unternehmen wichtiger, sobald KI-Anwendungen nicht mehr nur getestet, sondern produktiv genutzt werden.
Trotz der starken Zahlen bleibt die Aktie anfällig für Schwankungen. Der Kursanstieg erhöht die Erwartungen an weitere Quartale. Zudem hängt NetApp von Investitionsentscheidungen großer Unternehmenskunden ab. Wenn Budgets für IT-Infrastruktur langsamer wachsen, kann sich das auch auf den Umsatz auswirken.
Hinzu kommt, dass ein Teil der Bewertung inzwischen stärker mit KI-Fantasie verbunden ist. Das kann Chancen eröffnen, erhöht aber auch die Fallhöhe. Für Anleger wird deshalb entscheidend sein, ob NetApp das Wachstum in den Bereichen All-Flash, Hybrid Cloud und Public Cloud tatsächlich über mehrere Quartale fortsetzen kann.
Kurzfristig hat das Unternehmen jedoch geliefert. Die Zahlen zeigen steigende Erlöse, höhere Margen und einen Ausblick, der über den bisherigen Markterwartungen liegt. Genau diese Mischung hat der Aktie neuen Rückenwind gegeben.
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