Ölpreis Brent steigt auf 126 Dollar – Höchststand seit 2022 wegen Iran-Krieg

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Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Brent-Öl auf höchstem Stand seit 2022

Der Preis für Rohöl der Nordseesorte Brent ist am Donnerstag auf 126,41 US-Dollar je Barrel gestiegen – der höchste Stand seit Anfang 2022. Auslöser des erneuten Kursanstiegs war ein Bericht des amerikanischen Nachrichtenportals Axios, demzufolge das US-Militär Präsident Donald Trump über mögliche Militärschläge gegen den Iran informieren will. Die Märkte reagierten sofort: Brent legte innerhalb weniger Stunden um fast sieben Prozent zu. Auch die US-Sorte WTI kletterte auf 110,24 US-Dollar je Barrel. Händler und Analysten weltweit beobachten die Entwicklung mit großer Sorge – einige sprechen bereits von einem Ölpreisschock vergleichbar mit der Energiekrise des Jahres 1973.

Seit Beginn des Iran-Krieges Ende Februar 2026 hat sich Brent-Öl um mehr als 70 Prozent verteuert. Für Verbraucher in Deutschland bedeutet das spürbare Mehrkosten an der Zapfsäule. Bereits in den vergangenen Wochen hatten viele Tankstellen die Preise deutlich erhöht – ein Trend, der sich nun weiter beschleunigen dürfte. Experten rechnen damit, dass ein Liter Benzin an deutschen Tankstellen in den kommenden Wochen die Zwei-Euro-Marke überschreiten könnte.

Straße von Hormus: Schlüsselrolle im globalen Ölhandel

Im Zentrum der Krise steht die Straße von Hormus zwischen dem Iran und der arabischen Halbinsel. Durch diesen strategisch bedeutenden Meeresengpass werden rund 35 Prozent des weltweit auf dem Seeweg transportierten Rohöls verschifft. Seit Kriegsbeginn kontrolliert der Iran die Durchfahrt faktisch und behindert den freien Schiffsverkehr erheblich. Tanker werden beschossen oder aufgehalten, Versicherungsprämien für Schiffe in der Region sind auf Rekordhöhen gestiegen. Ein Ende der Blockade ist derzeit nicht in Sicht.

Die Folgen für den Weltmarkt sind gravierend: Analysten schätzen, dass der Konflikt einen Angebotsausfall von etwa zehn Millionen Barrel pro Tag verursacht – der größte Angebotsschock in der modernen Geschichte des Ölmarkts. Die Weltbank warnte vergangene Woche, dass dies den stärksten Energiepreisanstieg seit vier Jahren bedeute. Zuletzt hatten auch die Vereinigten Arabischen Emirate die OPEC verlassen und damit die Unsicherheit auf den Ölmärkten weiter verstärkt.

Trump droht mit Militärschlägen gegen Iran

US-Präsident Donald Trump ließ zuletzt verlauten, die amerikanische Seeblockade gegen den Iran werde so lange aufrechterhalten, bis Teheran einem neuen Atomabkommen zustimmt. Ein iranisches Friedensangebot hatte Trump bereits skeptisch zurückgewiesen. Jetzt soll das US Central Command dem Präsidenten konkrete Optionen für direkte Militärschläge gegen iranische Infrastruktur vorlegen. Einige Analysten schließen nicht aus, dass Brent-Öl in den kommenden Wochen sogar die Marke von 150 US-Dollar erreichen könnte, sollte es zu einer direkten militärischen Konfrontation kommen.

Folgen für Deutschland: Inflation und Konjunktur unter Druck

Für die deutsche Wirtschaft kommt der erneute Ölpreisschock zur Unzeit. Die Inflationsrate lag im April 2026 bereits bei 2,9 Prozent, maßgeblich getrieben von steigenden Energiepreisen. Benzin und Diesel haben sich seit Jahresbeginn erheblich verteuert, was Haushalte wie Unternehmen gleichermaßen belastet. Ökonomen warnen, dass ein weiterer Ölpreisanstieg die ohnehin fragile Konjunkturerholung ernsthaft gefährden könnte.

Besonders betroffen sind energieintensive Branchen wie Chemie, Stahl und Logistik. Viele Unternehmen kämpfen bereits mit gestiegenen Produktions- und Transportkosten. Marktbeobachter fordern die Bundesregierung auf, kurzfristige Entlastungsmaßnahmen zu prüfen – etwa eine temporäre Senkung der Energiesteuer oder gezielte Zuschüsse für einkommensschwache Haushalte. Die Bundesregierung hat sich dazu bislang nicht geäußert. Klar ist jedoch: Solange die Straße von Hormus blockiert bleibt, dürften die Energiepreise weiter auf hohem Niveau verharren.

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