
Ein historischer Einschnitt bei Porsche: Zum ersten Mal seit der Einführung des Bonussystems im Jahr 1997 erhalten die rund 40.000 Mitarbeiter des Stuttgarter Sportwagenherstellers keine Prämie. Für das Krisenjahr 2025 hat Porsche die freiwillige Sonderzahlung komplett gestrichen – ein deutliches Signal dafür, wie dramatisch sich die Lage bei einem der ehemals profitabelsten Autobauer der Welt verändert hat.
Die Entscheidung ist eindeutig: Für das Geschäftsjahr 2025 wird es bei Porsche keine freiwillige Sonderzahlung geben, wie ein Unternehmenssprecher offiziell bestätigte. Das ist eine Premiere in der mehr als 25-jährigen Geschichte des Prämienmodells, das seit 1997 existiert und seit mindestens 2007 immer eine Ausschüttung bedeutet hat.
Der Kontrast zu den Vorjahren ist erschreckend: Für 2023 hatten Unternehmensführung und Betriebsrat noch eine Prämie von bis zu 9.690 Euro pro Mitarbeiter vereinbart. Im Jahr 2024 waren es immerhin noch bis zu 5.250 Euro. 2025 geht die Tabelle auf null.
Der Grund liegt in einer beispiellosen finanziellen Talfahrt: Das operative Ergebnis von Porsche brach im Jahr 2025 von 5,6 Milliarden Euro auf nur noch 413 Millionen Euro ein – ein Rückgang von rund 93 Prozent. Ein solcher Absturz in einem einzigen Jahr ist in der deutschen Automobilindustrie bislang ohne Beispiel bei einem bis dato hochprofitablen Hersteller.
Die Gründe für den Ergebniseinbruch sind vielschichtig. Zunächst leidet Porsche wie die gesamte Automobilindustrie unter dem massiven Absatzrückgang in China, dem einst wichtigsten Wachstumsmarkt. Dazu kommen neue US-Zölle auf europäische Fahrzeuge, die die Margen im amerikanischen Markt erheblich belastet haben. Und schließlich erweist sich die Umstellung auf Elektromobilität als deutlich langsamer und kostspieliger als erwartet – die Porsche-Aktie reflektiert diesen Druck bereits seit Monaten.
Neuer Unternehmenschef Michael Leiters, der das Ruder von Oliver Blume übernahm, gibt offen zu, dass 2026 weiterhin sehr herausfordernde Marktbedingungen erwartet werden. Ein schneller Turnaround scheint nicht in Sicht. Die hohen Investitionen in die E-Mobilität – insbesondere der neue E-Cayenne gilt als letzte Hoffnung im Premiumsegment – belasten das Unternehmen weiterhin erheblich.
Porsche ist damit nicht allein: Auch Stellantis und Opel kämpfen mit massiven Herausforderungen – Opel zahlt seinen Mitarbeitern ebenfalls keinen Bonus für 2025. Demgegenüber schütten Mercedes-Benz noch bis zu 3.139 Euro und Volkswagen-Tarifbeschäftigte immerhin 1.250 Euro aus. Die Schere zwischen den deutschen Herstellern öffnet sich damit deutlich.
Für die betroffenen rund 40.000 Beschäftigten am Stammwerk Stuttgart-Zuffenhausen und anderen Standorten bedeutet der Wegfall der Prämie einen spürbaren Einkommensverlust. Die freiwillige Sonderzahlung war über die Jahrzehnte zu einem festen Bestandteil der Gehaltserwartungen geworden – nicht nur als Motivationsinstrument, sondern auch als Beleg für den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens.
Die Bonusstreichung sendet darüber hinaus ein wichtiges Signal an die gesamte deutsche Automobilindustrie: Selbst die Premiummarken, die bislang als krisensicher galten, sind von den strukturellen Veränderungen des Marktes nicht verschont. China, E-Mobilität und Protektionismus sind keine kurzfristigen Phänomene, sondern Treiber eines fundamentalen Wandels, auf den sich die Branche erst einstellen muss.
Wie Porsche die Wende schaffen will, bleibt vorerst offen. CEO Leiters setzt auf Kostendisziplin, strategische Investitionen in Schlüsseltechnologien und eine schrittweise Erholung des China-Geschäfts. Wann die Mitarbeiter wieder eine Prämie sehen, ist derzeit nicht absehbar.
Quellen: Handelsblatt (April 2026), Wirtschaftswoche (April 2026), Auto Motor Sport (April 2026), Porsche AG Pressemitteilung
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