
Rutte NATO Iran: Trump hatte Europa enttäuscht — doch laut NATO-Generalsekretär Mark Rutte ist die Botschaft der US-Kritik nun bei den Verbündeten angekommen. Rutte äußerte sich am Montag beim Gipfel der Europäischen Politischen Gemeinschaft (EPG) in der armenischen Hauptstadt Jerewan. Trump hatte zuletzt wiederholt scharfe Kritik an der mangelnden Unterstützung der NATO-Verbündeten in seinem Konflikt mit dem Iran geäußert und mehrere Konsequenzen angekündigt.
Laut Rutte sorgten die Europäer nun dafür, dass Abkommen zur Nutzung von Militärstützpunkten umgesetzt würden, erklärte Rutte vor Journalisten in Jerewan. Konkret gehe es darum, unverzichtbare logistische Unterstützung vorzubereiten und bereitzuhalten. NATO-Mitgliedsländer hätten die nötige Reaktion signalisiert, sagte Rutte weiter. Auf US-Seite habe es eine gewisse Enttäuschung über das Verhalten der Europäer gegeben, so der NATO-Generalsekretär. Beim EPG-Gipfel in Jerewan versammelten sich mehr als 40 Staats- und Regierungschefs, um neben dem Ukraine-Krieg auch die Iran-Krise zu beraten.
Hintergrund des Streits ist die Weigerung mehrerer europäischer Länder, ihre Militärbasen für US-Angriffe gegen den Iran zur Verfügung zu stellen. Allen voran hatte Spanien der US-Seite untersagt, Stützpunkte auf seinem Territorium für Einsätze im Iran-Krieg zu nutzen. Laut Trump soll Spanien dabei absolut schrecklich agiert haben. Das US-Verteidigungsministerium ordnete daraufhin den Abzug von rund 5.000 US-Soldaten aus Deutschland an. Hinzu kommt: Trump soll den Abzug aus Deutschland noch weit über die angekündigten 5.000 Soldaten hinaus ausweiten wollen, meldete Euronews am 3. Mai. Auch gegenüber Spanien und Italien soll er mit einem Truppenabzug gedroht haben.
Welchen Umfang dieser Schritt annehmen könnte, bleibt unklar. Verfolgen Sie die Entwicklung rund um den Trump Truppenabzug Deutschland in unserem Überblick.
Laut Verteidigungsminister Boris Pistorius soll Deutschland keine Kriegspartei werden: Die Bundeswehr werde sich nicht am Iran-Krieg beteiligen. Pistorius reagierte in der vergangenen Woche auf die Entwicklungen und betonte, dass die Präsenz amerikanischer Soldaten in Deutschland und Europa im Interesse beider Seiten liege. Die Bundeswehr müsse jedoch bereit sein, mehr Eigenverantwortung für die europäische Sicherheit zu übernehmen. Die NATO müsse europäischer werden, um transatlantisch zu bleiben.
Den maritimen Aspekt der deutschen NATO-Beteiligung beleuchtet unser Artikel zum Minenjagdboot Fulda im Mittelmeer.
EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas zog in Jerewan eine klare Konsequenz aus dem Truppenabzug: Europa müsse den europäischen Pfeiler in der NATO stärken. Der Abzug zeige, dass die EU stärker in die eigene Verteidigungsfähigkeit investieren müsse. Ähnlich äußerte sich auch Polens Ministerpräsident Donald Tusk: Laut Berichten soll Tusk vor einem möglichen NATO-Zerfall gewarnt haben, sollten europäische Länder die transatlantische Bindung leichtfertig aufs Spiel setzen.
Seit Beginn des Iran-Krieges im Frühjahr 2026 stehen die USA und Europa in anhaltender Spannung. Die USA führen gemeinsam mit Israel einen militärischen Feldzug gegen den Iran, der international umstritten ist. Mehrere EU-Staaten hatten sich geweigert, ihre Basen für diesen Feldzug zur Verfügung zu stellen. Trump hatte diese Haltung als Verrat an der Bündnissolidarität interpretiert. Bereits früher hatte er geplante Mittelstreckenraketen-Stationierungen in Deutschland gestrichen.
Einen tieferen Blick auf die Raketenproblematik bietet unser Artikel zum abgesagten Tomahawk-Plan für Deutschland.
Der EPG-Gipfel in Jerewan könnte ein Wendepunkt für die transatlantischen Beziehungen werden. Ob die europäischen Zusagen ausreichen, um Trumps Enttäuschung zu dämpfen, bleibt abzuwarten. NATO-Generalsekretär Rutte sieht die Verbündeten auf einem guten Weg, doch konkrete Zusagen zur Nutzung von Militärstützpunkten bleiben politisch heikel. Die Spannungen zwischen dem Wunsch nach europäischer Eigenständigkeit und dem Druck der USA dürften die NATO-Agenda noch lange bestimmen.
Quellen: sn.at, al jazeera, vol.at, berliner-zeitung.de, euronews.com, srf.ch
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