Trotz besserer Zahlen: Schaeffler will 1.300 Stellen abbauen – Werk in NRW schließt

Trotz höherem Ergebnis: Schaeffler plant Abbau von 1.300 Stellen
Symbolbild mit KI erstellt

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Schaeffler baut in Deutschland 1.300 Stellen ab, obwohl sich das operative Ergebnis des Auto- und Industriezulieferers im ersten Halbjahr 2026 verbessert hat. Der Stellenabbau soll über ein ausgeweitetes Altersteilzeitprogramm erfolgen. Gleichzeitig belasten hohe Restrukturierungskosten und Schulden den Konzern. Hinzu kommen deutlich gesenkte Ziele für das Elektroauto-Geschäft und die geplante Schließung des Schaeffler-Werks in Steinhagen bei Bielefeld.

Schaeffler Altersteilzeit 2026 richtet sich an ältere Beschäftigte

Das neue Angebot gilt für Beschäftigte der Jahrgänge 1971 und älter. Schaeffler geht davon aus, dass etwa 20 Prozent der infrage kommenden Mitarbeiter die Altersteilzeit nutzen werden. Dies würde perspektivisch rund 1.300 Stellen in direkten und indirekten Unternehmensbereichen entfallen lassen. Die Teilnahme ist freiwillig und setzt sowohl die Zustimmung des Beschäftigten als auch der jeweiligen Führungskraft voraus.

Vorgesehen sind Blockmodelle mit einer aktiven Arbeitsphase und einer anschließenden Freistellungsphase. Abhängig vom Standort und den personellen Möglichkeiten sollen die Verträge zwischen zwei und acht Jahre laufen. Das Programm wurde nach Angaben des Unternehmens mit dem Konzernbetriebsrat abgestimmt. Für 2026 rechnet Schaeffler mit einmaligen Aufwendungen von rund 51 Millionen Euro. Finanzielle Entlastungen sollen ab 2027 einsetzen.

Schaeffler Halbjahreszahlen 2026 zeigen höhere Profitabilität

Parallel zum Altersteilzeitprogramm legte Schaeffler verbesserte operative Zahlen vor. Der Umsatz belief sich im ersten Halbjahr auf 11,67 Milliarden Euro. Nominal entspricht dies einem Rückgang von 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Bereinigt um Währungseffekte ergab sich jedoch ein leichtes Wachstum von 0,4 Prozent.

Das operative Ergebnis vor Sondereffekten stieg von 482 auf 549 Millionen Euro. Die entsprechende Marge verbesserte sich von 4,1 auf 4,7 Prozent. Unter dem Strich blieb die finanzielle Lage dennoch angespannt. Der freie Mittelzufluss lag aufgrund geplanter Zahlungen für Restrukturierungen und die Integration von Vitesco bei minus 300 Millionen Euro. Die Nettofinanzschulden erhöhten sich bis Ende Juni auf 5,55 Milliarden Euro. Weltweit beschäftigte der Konzern noch 108.912 Menschen, 3.946 weniger als ein Jahr zuvor.

Schaeffler E-Mobility Ziele 2028 deutlich gesenkt

Besonders schwierig bleibt das Geschäft mit Elektromobilität. Zwar stieg der Umsatz der Sparte währungsbereinigt um 7,7 Prozent auf 2,58 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis vor Sondereffekten lag jedoch weiterhin bei minus 402 Millionen Euro. Gegenüber dem Vorjahresverlust von 463 Millionen Euro konnte sich der Bereich zumindest verbessern.

Bereits am 31. Juli hatte Schaeffler seine Mittelfristziele für 2028 reduziert. Der Konzern erwartet nun nur noch einen Gesamtumsatz von 24 bis 26 Milliarden Euro. Zuvor waren 27 bis 29 Milliarden Euro vorgesehen. Für die E-Mobility-Sparte wurde das Umsatzziel von 8,25 bis neun Milliarden Euro auf 6,25 bis 7,25 Milliarden Euro gesenkt. Statt eines positiven operativen Ergebnisses hält Schaeffler für 2028 inzwischen auch eine Marge von bis zu minus vier Prozent für möglich. Die Aktie geriet nach Bekanntgabe der neuen Ziele deutlich unter Druck.

Schaeffler Werk Steinhagen soll Ende 2026 schließen

In Nordrhein-Westfalen ist der Umbau des Konzerns bereits konkret zu spüren. Schaeffler will die Produktion am Standort Steinhagen im Kreis Gütersloh bis Ende 2026 einstellen. Dort fertigt das Unternehmen mit rund 200 Beschäftigten vor allem Gelenklager für die Antriebs-, Landwirtschafts- und Baumaschinentechnik.

Das Produktsortiment soll in das größere Werk in Schweinfurt integriert werden. Schaeffler begründet die Entscheidung mit einer seit Jahren negativen Umsatzentwicklung, hohen Fixkosten und zunehmendem Preisdruck. Rund 20 Beschäftigte aus der Gelenklager-Produktgruppe und dem Produktmanagement sollen weiterhin in anderen Räumen in Steinhagen tätig sein. Für die übrigen Mitarbeiter sollen gemeinsam mit der Arbeitnehmervertretung sozialverträgliche Lösungen gefunden werden. Damit ist der Schaeffler Stellenabbau in Deutschland auch unmittelbar mit einer Werksschließung in NRW verbunden.

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