
Ein zum Wohnschiff umgebauter Frachtkahn ist am Mittwoch auf einem Werftgelände in Rheinau-Freistett im Ortenaukreis in Brand geraten. Das Feuer entwickelte sich zu einem Vollbrand und sorgte für eine weithin sichtbare Rauchsäule. Die Feuerwehr musste Teile des Schiffes öffnen, um an die Brandstellen im Inneren zu gelangen. Verletzt wurde nach Angaben der Polizei niemand. Der Sachschaden wird auf rund 250.000 Euro geschätzt.
Der Brand auf einem Schiff in Rheinau wurde gegen 11.30 Uhr gemeldet. Anders als erste Formulierungen über ein brennendes Schiff „auf dem Rhein“ vermuten ließen, befand sich der Frachtkahn während des Feuers nicht auf dem Fluss. Er lag für Arbeiten an Land auf dem Gelände einer Werft im Rheinauer Ortsteil Freistett. Bei dem Schiff handelt es sich um eine sogenannte Péniche, einen traditionellen Typ eines kleineren europäischen Binnenfrachtkahns. Das betroffene Schiff war zu Wohnzwecken umgebaut worden.
Das Feuer erfasste das Schiff so stark, dass zunächst von einem Vollbrand gesprochen wurde. Gleichzeitig entwickelte sich dichter Rauch, der nach Angaben der Integrierten Leitstelle Ortenau über mehrere Kilometer hinweg sichtbar war. Die Bevölkerung wurde deshalb vorsorglich vor der Rauchentwicklung und möglichen Geruchsbelästigungen gewarnt. Zeitweise wurde Anwohnern empfohlen, Fenster und Türen geschlossen zu halten.
Eine konkrete Gefahr für die Bevölkerung bestand nach Angaben des Polizeipräsidiums Einsatz jedoch nicht. Auch Verletzte gab es nach dem bisherigen Ermittlungsstand nicht. Hinweise darauf, dass sich zum Zeitpunkt des Brandes Menschen im betroffenen Bereich des Schiffes befanden und gerettet werden mussten, lagen bis zum Abend nicht vor.
Die Brandbekämpfung gestaltete sich aufwendig. Vor allem der Wind erschwerte nach Polizeiangaben die Arbeit der Einsatzkräfte. Nachdem die offenen Flammen weitgehend zurückgedrängt waren, brannte es noch im Inneren des Schiffes weiter. Um diese Bereiche erreichen zu können, wurde der Frachtkahn im hinteren Bereich aufgeschnitten. Dadurch konnten Feuerwehrkräfte gezielter an die verbliebenen Brandstellen gelangen.
Im Einsatz waren Kräfte der Feuerwehren aus Rheinau und Achern. Zusätzlich wurden Spezialisten der Feuerwehr Karlsruhe hinzugezogen. Die Wasserschutzpolizei war ebenfalls beteiligt. Während des Einsatzes wurde zudem ein Löschboot bereitgehalten, falls sich das Feuer wieder stärker ausbreiten sollte. Eine konkrete Gesamtzahl der eingesetzten Feuerwehrleute und weiteren Einsatzkräfte wurde bis zum Mittwochabend nicht offiziell genannt.
Gegen 15 Uhr war der Brand nach Polizeiangaben vollständig gelöscht. Damit dauerten die eigentlichen Löscharbeiten rund dreieinhalb Stunden. Anschließend standen unter anderem die Sicherung des beschädigten Schiffes und die Ermittlungen zur Brandentstehung im Mittelpunkt.
Wegen der Lage des Werftgeländes am Rhein spielte während des Einsatzes auch der Gewässerschutz eine Rolle. Die Feuerwehr brachte vorsorglich eine Ölsperre aus. Nach Angaben der Polizei traten jedoch keine Betriebsstoffe aus. Hinweise auf eine Verunreinigung des Rheins oder andere konkrete Umweltgefahren gab es demnach nicht.
Auch eine Beeinträchtigung der Rheinschifffahrt wurde bis zum Abend nicht gemeldet. Das erklärt sich insbesondere dadurch, dass sich die Péniche zum Zeitpunkt des Feuers für Arbeiten an Land auf dem Werftgelände befand und nicht im Fahrwasser des Rheins lag. Das eingesetzte beziehungsweise bereitgehaltene Löschboot diente der Absicherung des Einsatzes am Wasser.
Den entstandenen Sachschaden beziffert die Polizei nach einer ersten Schätzung auf etwa 250.000 Euro. Wie stark einzelne Wohnräume, technische Anlagen und die Konstruktion des umgebauten Frachtkahns beschädigt wurden, wurde zunächst nicht näher aufgeschlüsselt. Bestätigt ist, dass das Schiff durch den Brand erheblich beschädigt wurde und für die Brandbekämpfung zusätzlich geöffnet werden musste.
Die Ursache des Feuers blieb bis zum Mittwochabend ungeklärt. Gesicherte Angaben dazu, wo genau der Brand auf dem Schiff entstand oder ob laufende Arbeiten auf dem Werftgelände damit in Zusammenhang standen, lagen zunächst nicht vor. Die Wasserschutzpolizei Kehl hat die Ermittlungen übernommen.
Damit konzentrieren sich die weiteren Untersuchungen auf den Entstehungsort und die Ursache des Feuers. Offiziell bestätigt waren bis zum Abend keine Verletzten, ein geschätzter Schaden von rund 250.000 Euro und das Ausbleiben eines Austritts von Betriebsstoffen. Eine Gefahr für die Bevölkerung bestand nach Angaben der Polizei nicht.






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