Schuss verfehlt 34-Jährigen und trifft Taxi: Haftbefehl nach Angriff in Bielefeld

Schuss verfehlt 34-Jährigen und trifft Taxi: Haftbefehl nach Angriff in Bielefeld
Symbolfoto: Caroline Muffert

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Nach einem Schuss am Bielefelder Bahnhof ermittelt eine Mordkommission wegen eines versuchten Tötungsdelikts. Nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft soll ein 21-Jähriger am frühen Samstagmorgen zunächst gemeinsam mit drei weiteren Personen auf einen 34 Jahre alten Mann eingeschlagen und eingetreten haben. Als das Opfer flüchtete, soll der Tatverdächtige mit einer Schusswaffe auf den Mann gefeuert haben.

Die Kugel verfehlte den 34-Jährigen und schlug stattdessen in die Tür eines wartenden Taxis ein. Der mutmaßliche Schütze wurde kurz darauf festgenommen. Noch am Samstag wurde er einem Haftrichter vorgeführt. Dieser erließ Haftbefehl wegen gefährlicher Körperverletzung und versuchten Totschlags.

Angriff auf dem Bahnhofsvorplatz Bielefeld gegen 5.50 Uhr

Die Auseinandersetzung begann nach bisherigen Erkenntnissen gegen 5.50 Uhr auf dem Bahnhofsvorplatz in Bielefeld. Der 21-jährige deutsche Tatverdächtige und drei weitere Personen sollen dort gemeinsam auf einen 34-Jährigen aus Berlin eingeschlagen und eingetreten haben. Warum es zu der Auseinandersetzung kam, ist nach Angaben der Ermittler bislang nicht geklärt.

Dem 34-Jährigen gelang es schließlich, vor seinen Angreifern zu fliehen. Dabei soll der polizeibekannte 21-Jährige eine Schusswaffe eingesetzt und einen Schuss auf den Mann abgegeben haben. Das Opfer wurde nicht von der Kugel getroffen. Die Ermittlungen zu den weiteren Beteiligten und zum genauen Hintergrund des Geschehens dauern an.

Schüsse Bielefeld Hauptbahnhof: Kugel schlägt in Taxi ein

Besonders brisant ist, wo das Projektil schließlich landete. Der Schuss verfehlte den flüchtenden Mann und traf die Tür eines Taxis, das zu diesem Zeitpunkt am Bahnhof wartete. Das Fahrzeug gehört nach Polizeiangaben einem 57-jährigen Bielefelder. Hinweise darauf, dass der Taxifahrer durch den Schuss verletzt wurde, liegen nicht vor.

Der 34-jährige Mann erlitt dagegen bei der vorherigen körperlichen Auseinandersetzung leichte Verletzungen. Er wurde medizinisch behandelt und in ein Krankenhaus gebracht. Nach der Versorgung konnte er die Klinik wieder verlassen. Seine Verletzungen stammen nach dem aktuellen Ermittlungsstand somit nicht von der Schussabgabe.

Tatverdächtiger wirft Waffe auf der Flucht weg

Nach dem Schuss flüchtete der 21-Jährige vom Bahnhofsvorplatz. Weit kam er allerdings nicht. Streifenpolizisten hielten sich wegen eines anderen Einsatzes bereits in der Nähe des Bahnhofs auf und konnten den Tatverdächtigen unmittelbar nach der Tat noch im Umfeld des Tatorts festnehmen.

Während seiner Flucht hatte sich der Mann nach Angaben der Polizei der Schusswaffe entledigt. Einsatzkräfte fanden die Waffe später an der Herbert-Hinnendahl-Straße und stellten sie sicher. Welche Art von Schusswaffe verwendet wurde, geht aus der bisherigen Mitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft nicht hervor.

Mordkommission Bielefeld übernimmt die Ermittlungen

Der Bereich rund um den Tatort wurde nach dem Vorfall weiträumig abgesperrt. Spezialisten sicherten Spuren, während eine Mordkommission der Polizei Bielefeld die weiteren Ermittlungen übernahm. Im Mittelpunkt steht unter anderem die Frage, weshalb die vier Personen den 34-Jährigen angegriffen haben und was der Schussabgabe vorausging.

Der festgenommene 21-Jährige war nach Angaben der Polizei alkoholisiert. Auf der Polizeiwache ordnete ein Arzt deshalb die Entnahme einer Blutprobe an. Zur Höhe der festgestellten Alkoholisierung machten die Ermittlungsbehörden bislang keine Angaben. Auch zu einem möglichen persönlichen Verhältnis zwischen Tatverdächtigem und Opfer liegen bislang keine bestätigten Informationen vor.

Versuchter Totschlag Bielefeld: Haftrichter erlässt Haftbefehl

Noch am Samstag beantragte die Staatsanwaltschaft Bielefeld einen Haftbefehl gegen den 21-Jährigen. Der Tatverdächtige wurde anschließend einem Haftrichter vorgeführt. Dieser erließ einen Haftbefehl wegen gefährlicher Körperverletzung und versuchten Totschlags.

Damit hat sich die zunächst als Schussabgabe nach einer Auseinandersetzung gemeldete Tat zu einem Ermittlungsverfahren wegen eines versuchten Tötungsdelikts entwickelt. Die Mordkommission muss nun insbesondere den Ablauf des Angriffs, die Rolle der drei weiteren Beteiligten und den bislang unbekannten Hintergrund der Auseinandersetzung klären.

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