
Der Sentix-Konjunkturindex für Deutschland ist im Mai 2026 erneut gefallen – und zeigt eine besorgniserregende Abkopplung der deutschen Wirtschaft vom Rest der Eurozone. Während sich der Ausblick in der Eurozone insgesamt leicht erholt, vertieft sich die Krise in Deutschland. Sentix-Chef Manfred Hübner spricht klar: Deutschland ist in der Krise.
Der Sentix-Konjunkturindex für Deutschland sank im Mai 2026 auf minus 30,9 Punkte – nach minus 27,7 Punkten im April. Der Index der aktuellen Lage verschlechterte sich noch deutlicher auf minus 42,3 Punkte (April: minus 38,0 Punkte). Das ist der niedrigste Stand seit Februar 2025 und ein klares Warnsignal für die Konjunkturentwicklung in Deutschland.
Gleichzeitig erholte sich der Sentix-Gesamtindex für die Eurozone erstmals seit Februar wieder leicht auf minus 16,4 Punkte. Der Lageindex der Eurozone stieg auf minus 21,5 Punkte, die Erwartungskomponente auf minus 11,3 Punkte. Deutschland bildet damit eine markante Ausnahme innerhalb des Euroraums – während die Gesamtzone Erholungszeichen zeigt, verstärkt sich der Abwärtstrend in Deutschland.
Manfred Hübner, Geschäftsführer des Forschungsunternehmens Sentix, kommentierte die Ergebnisse mit ungewöhnlich deutlichen Worten: „Deutschland ist in der Krise.“ Er verwies darauf, dass Deutschland als klassische Exportnation eigentlich von einer globalen Konjunkturerholung profitieren sollte – doch dieser Zusammenhang gelte nicht mehr. „Die deutsche Wirtschaftsaktivität hat sich dauerhaft und negativ von der globalen Entwicklung entkoppelt“, so Hübner.
Das ist eine strukturelle Diagnose, die weit über einen kurzfristigen Konjunktureinbruch hinausgeht. Hübner sieht sowohl wirtschaftliche als auch politische Ursachen: mangelnde Investitionen, Standortprobleme und eine anhaltende Koalitionsinstabilität in Berlin belasten das Vertrauen von Investoren und Unternehmen. Auch der DIHK hatte seine Exportprognose für 2026 zuletzt auf Stagnation herunterkorrigiert – ein weiteres Zeichen für den Druck auf die deutsche Außenwirtschaft.
Ein Sentix-Index von minus 30,9 Punkten für die Lageeinschätzung signalisiert, dass die Mehrheit der befragten Investoren die wirtschaftliche Situation in Deutschland als negativ bewertet. Experten sehen das Rezessionsrisiko als akut an. Besonders beunruhigend ist, dass sich die Erwartungskomponente trotz leichter Verbesserung auf niedrigem Niveau bewegt – eine rasche Erholung ist nicht in Sicht.
Strukturelle Belastungsfaktoren verstärken den Druck: Der Iran-Krieg hat die Energiepreise erhöht, US-Strafzölle bedrohen den deutschen Export, und der US-Präsident hat Autozölle von 25 Prozent auf EU-Fahrzeuge angedroht – ein direkter Angriff auf Deutschlands wichtigste Industriebranche. Gleichzeitig baut ein weiterer Großkonzern Stellen ab: BioNTech schließt sein Marburg-Werk, was bis zu 1.860 Jobs kostet.
Der Sentix-Index gilt als Frühindikator, weil er die Einschätzung von rund 4.500 Finanzmarktteilnehmern widerspiegelt – also von Menschen, die mit ihrem Geld auf wirtschaftliche Entwicklungen setzen. Der Index korreliert stark mit dem ifo-Geschäftsklimaindex und dem ZEW-Index, liegt aber oft früher vor. Dass alle drei Indikatoren in eine ähnliche Richtung weisen, macht die Einschätzung besonders verlässlich.
Der S&P Global Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe hatte im April 2026 auf 51,4 Punkte (von 52,2) nachgegeben. Zwar liegt er damit noch knapp über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten – aber der Trend zeigt nach unten. Auch der ifo-Präsident Clemens Fuest warnte in dieser Woche: Falls die US-Strafzölle zu einem neuen Handelskrieg eskalierten, drohe Deutschland 2026 eine Rezession.
Quellen: finanzen.net, WirtschaftsWoche, it-boltwise.de, finanznachrichten.de, sentix.de
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